Der Professorenverband lehnt eine einheitliche Hochschullehrer-Kurie ab
Wien - Der Universitätsprofessoren-Verband (UPV) befürchtet durch die geplante Novelle zum Universitätsgesetz (UG) 2002 einen Rückschritt in Richtung altes Organisationsgesetz (UOG) 1975. Vor allem die, auch von der SPÖ geforderte, einheitliche Hochschullehrer-Kurie ist dem UPV ein Dorn im Auge. Dass berufene und damit höchstqualifizierte Professoren die Mehrheit im Senat inne hätten, sei eine "Kernbestimmung des UG", die auch internationalen Gepflogenheiten entspreche, heißt es in einer Aussendung des UPV.
Im Zuge der geplanten UG-Novelle gebe es "massive
Gruppeninteressen", die sich für einen Rückschritt in Richtung altes UOG 1975 einsetzen. Im UG 2002 sei festgelegt, dass die
höchstqualifizierte Gruppe in allen entscheidenden Gremien und dem höchsten Kollegialorgan, dem Senat, die entscheidende Mehrheit besitzen solle. Damit gemeint sind die berufenen Professoren, die sich in einem internationalen Bewerbungsverfahren mit oft mehr als 50 Konkurrenten auf höchstem Niveau qualifizieren mussten.
Dass diese "Kernbestimmung des UG im Interesse einer einzelnen Gruppe, die sich nie einem Bewerbungsverfahren mit internationaler Konkurrenz stellen musste", rückgängig gemacht werden könnte, irritiert die Uni-Professoren. "In keiner anderen öffentlichen Institution oder Universität und schon gar nicht in Unternehmen gibt es derartige Diskussionen, in der die mehrheitliche Mitwirkung der höchstqualifizierten Gruppe in Frage gestellt wird", heißt es in der Aussendung.
Am Verhältnis zwischen den drei höchsten Organen der Universität (Senat, Universitätsrat und Rektorat) wollen die Professoren nichts Wesentliches geändert sehen - aber nur wenn die Mehrheitsverhältnisse im Senat beibehalten werden, "um das durch das UG 2002 geschaffene ausbalancierte Gleichgewicht nicht einseitig zu beeinflussen". (APA)