Introvertierte Eigenbrötler fehl am Platz

  • Gefragt im IT-Business: Soziale Kompetenz und Fachkompetenz
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    Gefragt im IT-Business: Soziale Kompetenz und Fachkompetenz

IT-Jobsuche: Team- und Koordinations­fähigkeit entpuppen sich als Karriereleiter - Kunden- und Serviceorientierung laut deutscher Studie ebenfalls gefragt

Hamburg - Introvertierte IT-Fachleute, die unkommunikativ sind und keinen Wert auf sogenannte "Social Skills" legen, haben keine Chance in deutschen Unternehmen Fuß zu fassen. Rund 93 Prozent der Ausschreibungen für berufserfahrene IT-Experten fordern neben hervorragendem Wissen jedoch auch zunehmend genau diese Kommunikations- und damit Interaktionsbereitschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Erhebung des deutschen IT-Beratungs- und Softwareanbieters PPI, wonach einem Großteil der Unternehmen bei Stellenausschreibungen vor allem der Teamgeist wichtig ist. So wünscht sich mittlerweile jeder zweite Arbeitgeber von den Bewerbern auch Fähigkeiten hinsichtlich der Kunden- und Serviceorientierung. Kritik- und Konfliktfähigkeit scheinen in der Branche hingegen weniger stark nachgefragt.

Soft Skills gefordert

"Den Trend zu einem umfassenden Qualifikationsprofil, das sich nicht nur am "harten" Basiswissen orientiert, sondern auch ein Bündel an kommunikativen Eigenschaften mit sich bringt, spüren selbst wir in der betrieblichen Praxis tagtäglich", meint PPI-Vorstand Thomas Reher. Laut dem Experten haben "introvertierte Tüftler" kaum noch eine Chance am umkämpften Arbeitsmarkt. Im Zweifelsfall würden ausgeschriebene Stellen eher an weniger stark qualifizierte Bewerber vergeben, die dafür bessere Team- und Koordinationsfähigkeiten mitbringen. "Nicht zu vergessen ist auch das Umfeld, in dem sich die IT-Branche bewegt. Dies ist inzwischen nicht mehr starr linienorientiert, sondern hat sich in den letzten zehn Jahren massiv gewandelt. Flexibilität ist hierbei das Zauberwort", so Reher weiter.

Alleskönner

Die Studie namens "IT-Jobscout 2008" stellt zudem fest, dass introvertierte Eigenbrötler, die nicht zwischen dem kommerziellen und dem technischen Bereich vermitteln können, trotz einer guten IT-Fachkenntnis fast keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Dies drückt sich vor allem in den Bereichen der Anwendungsentwicklung, der IT-Beratung und dem Support aus. In diesen Geschäftssegmenten wurde der Teamgeist als wichtigste Eigenschaft, die von den künftigen Mitarbeitern gefordert wird, von den befragten Unternehmen herausgestrichen. Kommunikationsbereitschaft hingegen steht sowohl im IT-Vertrieb und Projektmanagement als auch in der IT-Architektur an erster Stelle. Hohe Anforderungen stellen die Unternehmen aber auch an gut ausgebildete Qualitätsmanager.

Analytisches Denken, Organisations- und Koordinationsvermögen

Vor allem analytisches Denken wird von Führungskräften in der Qualitätssicherung erwartet. Diese Fähigkeit verlangen rund 80 Prozent der Mitarbeiter suchenden Unternehmen in ihren Stellenanzeigen. Neben dieser wichtigen Eigenschaft suchen die Personaler auch Fachleute, die zudem über Organisations- und Koordinationsvermögen verfügen. "Zwar werden diese Eigenschaften nur bedingt abgefordert, können sich jedoch schnell als Aufstiegskriterium und damit als Karrieretreppchen entpuppen", unterstreicht Reher. Laut dem Experten ergänzen "weiche" Qualifikationen und Kompetenzen sukzessive alle IT-Bereiche, in denen die "harten" fachlichen Qualifikationen nach wie vor wichtig bleiben. (pte)

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Introvertierte IT-Fachleute, die unkommunikativ sind und keinen Wert auf sogenannte "Social Skills" legen, haben keine Chance in deutschen Unternehmen Fuß zu fassen

WIE bitte???? Bis runter in die 23. Managementebene gibt es bei SAP NUR solche Schwammerl!!!!!!

glaubt mir Freunde, ich weiß wovon ich rede!

Letztens in der Straßenbahn: ein beleibter Mann in feinem Tuch, Mitte 40- Anfang 50 telefoniert und fragt seinen Gesprächspartner, wie er "Schlüsselarbeitskräfte" (oder waren es "Kernmitarbeiter"?) definieren solle. Das ganze natürlich schön laut. Meine Frage: war das nun ein Headhunter oder ein Unternehmensberater? Jedenfalls der Gegenpol zum introvertierten IT- Spezialisten.

So ein Schwachsinn! Mit solchen Artikeln züchtet man sich ja die ahnunglsosen Manager!

Techniker - Heißluftbläser

Ich habe mal in einem Unternehmen wo ich gearbeitet habe an einem Social Skills Seminar teilnehmen "dürfen". Anwesend waren 2 Techniker und ca 10 "manager". Wir bekamen eine Aufgabe - 2 Leute pro Team. Einer War der Taxifahrer der andere die LEitstelle die den Taxifahrer zum Zile lotsen sollte. Beide hatten Karten und sollten Rücken an Rücken sitzen. Meine Kollegin und ich - die Techniker-brauchnten ca 2 Minuten um rauszufinden daß ihre und meine Karte spiegelverkehrt war danach war es einfach. Die Heißliftbläser haben ahlle nach 20 Minuten aufgegeben. Fazit: setz 2 Techniker vor ein Problem und wir kösen es. Setz 2 Manager an ein Problem und sie produzieren heiße Luft ohne das Problem zu begreifen.

Drittes Fazit: Sie haben eine blühende Fantasie oder wahlweise eine extreme Leichtgläubigkeit was Gschichteln betrifft

Glauben Sie mir: solche Deppenspielchen gibt es tatsächlich. Ich habe noch Dümmeres aus diesem unerschöpflichen Vorrat von Coach-Idiotismen selbst miterlebt und der Ausgang war ähnlich. Wir (auch eine Gruppe Blaumäxe aus etwa 10 verschiedenen Gruppen) haben das Verfahren allerdings optimiert und uns selbst durch vorsätzliche Fehlentscheidungen frühzeitig aus dem Rennen genommen. Dadurch waren wir eine halbe Stunde vor allen anderen fertig und konnten uns dem mitgebrachen Single Malt am Zimmer widmen, während die anderen den Unsinn bis zum bitteren Ende mitspielen mußten. Gewonnen haben allerdings auch Techniker.

Mit Verlaub, das was Sie da beschreiben ist nicht mal Coaching (sondern ein AC oder was auch immer).


Und - ohne Sie beleidigen zu wollen - wenn Sie nicht mal wissen, was Coaching ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass Ihre Erfahrung mit Personalthemen größer ist als meine.

Die Testbedingungen waren nicht fair

Man hätte den Managern, welche vor dieser unlösbaren Möglichkeit standen, erlauben müssen, einen Berater zu konsultieren.

Dieser Berater hätte sich dann mit dem Problem befasst und irgendwann auch die beiden Techniker um ihre Meinung gefragt. Die Techniker hätten dem Berater erklärt, dass die Karte spiegelverkehrt ist.

Der Berater hätte diese Erkenntnis in eine sauteure Studie gepackt und den Managern in Form eines spektakulären Vortrages dargestellt. Titel: "Chiralitäts-Manangement enantiomorpher Karten".

Die Manager wären sehr stolz auf ihre klugen Berater gewesen. So stolz, dass sie den Berater mit einer weiteren Studie beauftragt hätten, um herauszufinden, wie man vom Erkennen dieses Problems zu einer Lösung gelangen könnte.

Kindergartenspiele für Erwachsene.

Dieser Unsinn wird dann noch als "Weiterbildung" schöngeredet.

Die Bevölkerung wird halt immer älter...

Sorry für die Rechtschreibfehler

Bin noch ohne Kontaktlinsen vorm Schirm gesessen :(

Diese entwicklung ist natürlich.

Denn wer stellt denn ein? Genau die "Manager" -Heißluftbläser die alles verkomplizieren um ihrei eigene Unfähigkeit zu überdecken.
Vor allem die Tatsache daß Konflikt- Und Kritikfähigkeit nicht gefragt sind sagt schon alles

Konflikt- und Kritikfähigkeit - nicht gefragt?!?!?

Genau, und was besagt Teamfähigkeit? Den ganzen Tag übers shoppen reden? Sollte man sich vielleicht mal überlegen. Was bedeutet eigentlich Konflikt- und Kritikfähigkeit? Und ausserdem, was heisst nicht gefragt, was machen dann die boomenden Heerscharen an Coaches und Supervisoren?
Oder auf gut deutsch: "Halt die Klappe und mach deine Arbeit und komm uns nicht in die Quere.

Ich frage mich, ob diese Vorgaben nicht ohnehin etwas widersprüchlich sind.
Wie kann jemand teamfähig sein OHNE Konflikt- und Kritikfähigkeit zu besitzen?

Weil das Quacksprechwort "teamfähig" eben nicht die Bedeutung hat, die es suggeriert.

Die wahre Bedeutung von "teamfähig" ist:

Ohne nachfragen, ohne Kritik das zu machen, was von oben angeschafft wird. Nicht zurückreden. Ausführen.

Zum Thema Teamfähigeit: Auch ich durfte mal eine Weiterbildung zu Gruppenarbeit absolvieren

Jeder erhielt Zettel mit Teilinformationen und wir mussten eine Aufgabe lösen, indem wir unsere Infos effektiv zusammentrugen.
Erkenntnis: Man muss seinen Kollegen wichtige Informationen zukommen lassen.

Wir waren ein Haufen experimentell arbeitener Naturwissenschafter mit mehrjähriger Erfahrung in Gruppenarbeit. Vom Aufrechterhalten des Laborbetriebes mit Absprachen beim Bestellwesen; Verantwortung für Chemikalien und Geräte, einige davon High-Tech; Putzdiensten; Ausbildung der Laboranten; gemeimsamen Verhandlungen mit Firmenvertretern, um Rabatte rauszuschlagen bis hin zu zwischenmenschichen Konflikten ist da alles dabei.

Und uns will ein Dozent Gruppenarbeit beibringen, die er selber nur aus psychologischen Theorien kennt...

Gruppendynamik

"Man muss seinen Kollegen wichtige Informationen zukommen lassen."

Bin ich eigentlich auch der Meinung, so würde ich Team definieren. Aber nicht dass deine so netten Kollegen das Wissen dann gegen dich verwenden und mit deinem Job abhauen. Ist mir passiert. Und ich denke da kann man verallgemeinern. Die menschliche Struktur ist so. Zumindest in der Gruppe

Ich bin mir da nicht so sicher

Für mich klingt das Ganze nach typischem Psychologen-Geschwätz, das selten stimmt.

Ähnlichen Schmarrn erzählten uns z.B. Studienberater: allein lernen ist out, in Bibliotheken vor Büchern hocken ist out, so kann man kein Studium schaffen; man muss sich in Gruppen zusammenschließen, gemeinsam lernen, Informationen über Lehrveranstaltungen austauschen, sonst wüsste man nicht, was abgeht und hätte keine Chance.

Klingt nett, ist aber vollkommener Unsinn. Die Grundlagen des Stoffes muss man sich nun mal allein in Bibliotheken anlernen und die besten Leute waren fast alle Bibliotheken-Lerner. Und die besten Infos über Lehrveranstaltungen erhielt man beim kurzen Schwatz während der Pausen, wenn man sich mit anderen guten Studenten unterhielt

Warum stand in Stellenanzeigen vor 20 Jahren nie das Wort "teamfähig" ?

Brauchte man damals nicht "teamfähig" zu sein, weil die Unternehmen ausschließlich 1 Mann Betriebe waren ?

Wie hat man in Unternehmen vor 20 Jahren zusammengearbeitet, wenn niemand "teamfähig" war ?

Damals wurden Stellen einfach besetzt.

ohne genaue monatelange Analyse der Soft Skills der Bewerber. Total unprofessionell. Seltsamerweise sind die Leut auch länger bei der Firma geblieben.

In Zeiten der Softskills und des modernen HR-Managements findet man plötzlich keine Bewerber und kann Stellen jahrelang nicht besetzen. Gerade deswegen.

„Kritik- und Konfliktfähigkeit scheinen in der Branche hingegen weniger stark nachgefragt.“

Welch entlarvender Satz! Er steht im völligen Widerspruch zu den vorgegeben Nachfragekriterien, gibt (unbeabsichtigt) die wahren Absichten preis und stellt die Aussage des Artikels auf den Kopf.

Teamfähigkeit? Social Kills? Wem juckt’s? Man sucht Mitarbeiter, die nicht aufmucken!
War so, ist so, und wird immer so sein.

Tja, dummgelaufen für die "Umfrager" und "Studienersteller". Die Allerklügsten scheinen das nicht zu sein.

Aber sind wir ehrlich: es ist eh wurscht. Solange sich auf eine freie Stelle bis zu 300 Bewerber melden, braucht auch niemand darüber nachdenken. Am allerwenigsten die Unternehmen.

Und wem´s nicht passt, der kann ja gehen, vor der Tür stehen genug Leute die ihren Job um 1/3 billiger machen.

Also was soll´s. Solange es ein Überangebot an Arbeitskräften gibt, sind und bleiben solche Artikel und die Softskills Hirnwi..erei.

Genommen werden junge, billige und gutaussehende Leute die dem "Chef" sympathisch sind. Qualifikation wurscht und Softskills ebenso. Zurückreden sollte man halt nicht.

Der Gegensatz zwischen den Anforderern und den Technikern

FAZ, BWL und FDP
EDV, IBM und WWW

/: MfG - mit freundlichen Grüßen

Viel Spass bei der Suche nach der Eierlegendenwollmilchsau.

Technikermangel und dann auch noch Extrawünsche. Soziale Kompetenz ist maßlos überwertet!

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