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9. April 2008, 19:00
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K. wird von einem kleinen Logo verfolgt – kann es aber nicht deuten

Es war vergangen Woche. Da fragte K., ob ich ihr helfen könne. Schließlich stehe sie – wiewohl als Journalistin im Suchen, Aufspüren und Nachfragen erfahren, gerade ziemlich an. Und, schrieb K., sie wisse auch nicht so recht, wo oder wie man ein inoffizielles Logo im öffentlichen Raum als Suchbegriff in welche Suchmaschine auch immer eingeben könne. Und da ich ja ohnehin so was wie ein Spezialist für Nebensächlichkeiten aller Art sei, sei ich so was wie ihre letzte Hoffnung. Oder eine davon.

Leider hat die Sache einen haken: Ich bin zumindest in dieser Hinsicht keine Hoffnung, sondern eine Enttäuschung. Oder ein blindes Huhn. Denn das, was K. da ständig und immer öfter ins Auge springt, habe ich bisher nie gesehen. Jedenfalls nicht bewusst. Und das, obwohl das laut K. mittlerweile relativ schwierig sein dürfte. Jedenfalls liest sich ihr Mail so:

K. schreibt

Lieber R,

seit mehreren Monaten fällt mir dieses Zeichen (siehe Bild) im öffentlichen Wiener Raum ins Auge. An seltsamen Stellen: in die gelb aufgemalten Linien der U-Bahn Auf- und Abgänge eingelassen oder auf öffentliche Mistkübel geklebt. Farben: rot, weiß oder schwarz. Kein Schriftzug dabei. Vor zwei Tagen habe ich es erstmals mit Filzstift gemalt und größer als 3cm im Durchmesser auf einer Baustellen-Doka Platte in der Station Philadelphiabrücke erspäht. Irgendeine Idee, was das für ein Zeichen ist? Was es bedeutet? Und ob es einen Absender gibt? Für sachdienliche Hinweise, die meine geweckte Neugier befriedigen, dankt

K.

Weitergabe

Soweit also K. und ihre Anfrage – und meine Hoffnung, dass da vielleicht doch ein sachdienlicher Hinweis – oder gar ein plausibles Bekennermail – eintrudelt. Ich werde es ganz bestimmt an K. weiterleiten.

(Thomas Rottenberg, derStandard.at, 8. Mai 2008)

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    foto: rottenberg

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  • Jeweils montags und donnerstags eine Stadtgeschichte Thomas Rottenberg

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