Sydney in 48 Stunden

13. Mai 2005, 10:47
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Sydney hält nach internationalen Statistiken über Lebensqualität tapfer seinen ersten Platz am Stockerl.

Erster Tag

Der Hafen und der zentrale Verkehrsknotenpunkt, der Circular Quay, bilden das natürliche Zentrum der Stadt. Hier ist der ideale Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang. Die meisten Sehenswürdigkeiten Sydneys sind zu Fuß zu erreichen.

Der Circular Quay wird umsäumt von Harbour Bridge und Opera House. Und mitten drin hauchen Straßen-und Lebenskünstler dem Hafenviertel ein besonderes Flair ein. Von hier aus bekommen die Besucher den besten Einblick in die Geschichte der Stadt.

Als Sträflingskolonie 1788 gegründet, entwickelte sich Sydney zu einer Weltstadt, der es verwehrt blieb, auch Hauptstadt des kleinsten Kontinents zu werden. Inmitten des Sydney Harbour liegt die ehemalige Gefängnisinsel Fort Denison, seit wenigen Wochen wieder für Besucher geöffnet. Die Sydney Harbour Bridge verbindet die Innenstadt mit dem Nordteil der Stadt. Schwindelfreie können die Brücke auch erklimmen. Weniger Mutige können am südöstlichen Pfeiler der Brücke, dem Pylon-Lookout, von sicherer Stelle aus den Blick auf das Opera House wagen.

Unterhalb der Brücke befindet sich der älteste Teil der Stadt, The Rocks. Anlässlich der 200-Jahrfeier im Jahr 1988 wurden die Backsteinhäuser im gesamten Viertel restauriert. Heute bieten Bars, Pubs und Restaurants in den engen Gassen den Besuchern einen Einblick in die Geschichte. Eintauchen in die Moderne kann der Besucher dann im nahe gelegenen Museum of Contemporary Art.

Zweiter Tag

Das Sydney Opera House, das 1973 vollendet wurde, zieht die Besucher wegen seiner einzigartigen Form an. Der dänische Architekt Jorn Utzon hat den Segelbau entworfen und dafür sieben Millionen australischer Dollar veranschlagt. Letztendlich kostete das Projekt 102 Millionen. Der Bau beherbergt vier Konzertsäle, fünf Restaurants, sechs Bars, eine Bücherei und ein Archiv.

Gleich im Anschluss an die Oper zieht sich der Royal Botanic Garden hin, mit einer bunten Vielfalt aus tropischen und exotischen Pflanzen zeigt er den Besuchern australische Flora und Fauna. Durch den Hyde Park durch geht es zu den beiden großen Verbindungsstraßen nach dem Norden, George Street und Pitt Street. Sie sind auch die beiden wichtigsten Einkaufsstraßen. An der Ecke George Street/Bathurst Street ist die St. Andrews Cathedral, das älteste anglikanische Gotteshaus der Stadt aus dem Jahr 1868. Heute noch finden dort offizielle Sitzungen des Bürgermeisters statt. Ganz in der Nähe, an der Ecke Pitt Street/Market Street, ragt der Sydney Tower 325 Meter in die Höhe. Von hier hat man auch einen guten Blick auf das ehemalige Industriegebiet an der Darling Harbour Bucht. Dorthin gelangt man von der Innenstadt aus entweder zu Fuß oder per Schwebebahn, der Monorail. Ein riesiger Komplex aus Restaurants, Geschäften und Museen wartet auf den Touristen. Hier befindet sich auch das Sydney Aquarium, laut Guiness-Buch das größte der Welt. Mehrere Unterwasseraquarien lassen den Besucher durch transparente Acrylröhren wandeln und dabei eintauchen in die Meereswelt.

Sydney hat sich binnen weniger Wochen geändert: Die Baustellen sind den allabendlichen Feuerwerken und Konzerten gewichen. Der lässig charmante Gang der Großstadt hat sich beschleunigt, alle hat das Olympia-Fieber gepackt. Und dann am Donnerstag Nachmittag der Fackellauf: Die Luft vibriert am Bondi Beach. Polizeisirenen heulen, Helikopter begleiten die Fackelläufer aus der Luft; ein Zeppelin dreht seine Runden am Himmel. Es ist ein großer Tag für Bondi Beach, dem Mekka der Surfer. Ein Wellenreiter übergibt die Fackel. Und die Leute auf der Straße laufen mit. Vergessen ist der Ärger über den Bau des Beach-Volleyballstadions. Nach den Spielen soll es ohnehin wieder verschwinden. Dann werden die Leute wie eh und je in aller Ruhe flanieren und die Surfer nur das Wellenreiten im Kopf haben. (Der Standard, Printausgabe)

Informationen & Details

Anreise:
per Flug von Österreich aus mit Lauda Air, von Frankfurt mit Qantas Gesamtflugdauer: circa 25 Stunden
Verkehrsmittel:
Airport Express Bus fährt alle 20 Minuten die zentralen Stadtviertel an. Die Taxis verlangen für eine Fahrt in die City 20 Dollar. Es werden kombinierte Zeitkarten für Fähren, Busse und Züge angeboten. Zudem gibt es eine Vielzahl an geführten Hafen-und Stadtrundfahrten.
Essen:
Fisch und Meeresfrüchte werden praktisch überall in allen Varianten und hoher Qualität angeboten. In zahlreichen Restaurants können die Gäste Wein oder Bier selbst mit bringen. Diese Lokale sind mit dem Zeichen B.Y.O für "bring your own" gekennzeichnet.
Einkaufen:
Upper Market in der Market Street, Queen Victoria Building, George Street. Szene-Läden finden sich in der Oxford-Street und Newtown, Souvenirs in den Rocks und in Darling Harbour.
Unterhaltung und Kultur:
Neben dem Sydney Opera House lohnt es sich, einen Blick in die kleineren Theater zu werfen. In zahlreichen Pubs wird Live-Musik gespielt. Das Hard Rock Cafe in der Crown Street ist ein Klassiker. Selbst gebrautes Bier bietet der älteste Pub Australiens, das Lord Nelson Brewery Hotel in der Kent Street Ecke Argyle Street.

Das Meer, die Buchten und die Halbinseln lassen die Metropole am Feierabend zu einem gigantischen Freizeitabenteuer werden, meint Esther Mitterstieler.
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