CO2 gegen CO2

Redaktion, 5. Mai 2008, 23:05

Oder auch: Klimaanlagen gegen das Klima

Klimaanlagen im Auto sind aus zwei Gründen schlecht für die CO2-Bilanz. Erstens erhöhen sie den Spritverbrauch spürbar und damit auch den CO2-Ausstoß des Autos. Zweitens zirkuliert in Klimaanlagen ein Kältemittel, das 1300-mal klimaschädlicher ist als CO2, nämlich das sogenannte R134a. Wenn da im Laufe der Zeit nur geringe Mengen entweichen, ist das schon schlimm. Doch es gibt eine Lösung: Auch CO2 ist schon lange als Kältemittel bekannt, und das kann man im Auto auch einsetzen, und zwar ohne nennenswerte Nachteile, sogar mit dem kleinen Vorteil, dass die Klimaanlage ihre Kühlwirkung rascher entfaltet.

Deutscher Vorsprung
Allerdings müssen die Klimaanlagen dafür vollkommen neu konstruiert werden. Es genügt nicht, einfach das R134a gegen R744 auszutauschen. Haken an der Geschichte: Das Know-how für CO2-Klimaanlagen ist fest in Händen deutscher Automotive-Entwickler. Der Verband deutscher Automobilhersteller hat deshalb auch beschlossen, ab 2011 nur mehr das umweltfreundlichste Kältemittel R744 einzusetzen.

Der Rest der Welt lässt diese Chance zum Klimaschutz verstreichen. Die EU-Richtlinie sieht nämlich vor, auch Kältemittel bis Klimafaktor 150 zu erlauben, also 150-mal klimaschädlicher als CO2. Dabei kann man eine konventionelle Klimaanlage weiterbetreiben, muss nur das R134a gegen etwas harmlosere fluorierte Treibhausgase austauschen, die aber den Nachteil haben, dass sie brennbar sind und zu einem geringeren Anlagenwirkungsgrad führen.

Warum nicht kompliziert, wenn's auch einfach ginge?
Würde die EU das in fast jeder Hinsicht eindeutig bessere CO2-Kältemittel vorschreiben, würden andere EU-Staaten dies als Bevorzugung der deutschen Autoindustrie sehen. Deutsche Klimaanlagenhersteller müssen also jetzt zweigleisig entwickeln: einerseits, um den Markt mit klassischem Kältemittel zu bedienen, andererseits, um die neue umweltfreundliche Technologie voranzutreiben. (rs)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

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    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

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    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

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    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

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  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

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    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

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  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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