Burghauptmann: Niedrige Miete gerechtfertigt, da Bau nach 67 Jahren an Bund zurückfällt
Wien - Der Wiener Burghauptmann Wolfgang Beer weist die Vorwürfe der Grünen an den Bund rund um die geplante Sängerknaben-Konzerthalle am Augarten-Spitz zurück: '"Die Mietkonditionen sind für den Bund ein gutes Geschäft", sagte Beer am Montag zur APA. Die Tatsache, dass das Gebäude mit Vertragsende nach 67 Jahren an den Bund zurückfällt, rechtfertige die im Vergleich niedrige Jahresmiete von 10.000 Euro, hieß es.
Laut Beer werden lediglich 1.744 Quadratmeter des betreffenden, bundeseigenen Standorts an die Sängerknaben vermietet. Knapp 1.300 Quadratmeter entfielen dabei auf verbaute Fläche, der Rest bleibe frei. Der Grüne Kultursprecher im Nationalrat, Wolfgang Zinggl, hatte von einem 12.000 Quadratmeter großen Areal gesprochen - öffentlicher Raum, der angesichts des niedrigen Mietpreises verschenkt würde.
"Möglich, dass der gesamte Spitz so groß ist. Alles über die besagten 1.744 Quadratmeter hinaus ist jedenfalls nach derzeitiger Flächenwidmung nicht bebaubar", so Beer. Von Verlustgeschäften könne nicht die Rede sein. Schließlich hätten die Sängerknaben die Erlaubnis, auf der betreffenden Fläche ein sogenanntes Superedifikat zu bauen. Dies bedeute, dass diese sowohl für die Errichtung (zwölf Mio. Euro) als auch für die Erhaltung des Baus bzw. die laufenden Kosten aufzukommen haben. Weiters bleibe der Konzertsaal nur für die Laufzeit des Vertrages (67 Jahre) im Besitz der Sängerknaben. Danach fällt die Immobilie zurück an den Bund.
Dividiere man die Errichtungskosten durch die Vertragslaufzeit, entspreche der Mietbeitrag einer jährlichen Summe von rund 180.000 Euro plus die bereits jetzt fixierten 10.000 Euro, rechnete Beer vor. Schließlich wies der Burghauptmann darauf hin, dass es sich bei dem Areal nicht um reine Grundfläche handle, wodurch ein Vergleich mit Preisen für Büro- oder Wohnflächen in dieser Lage nicht zulässig sei. (APA)