Analyse: Eine Konferenz als Roadshow

von Redaktion  |  20. Mai 2008, 13:44

Prominente unterstützen eine Anti-Iran-Kampagne – vollinhaltlich?

Wien – Die Sorge wegen des iranischen Atomprogramms ist legitim, und dass sie in Israel stärker ist als anderswo, mehr als logisch – das war sie schon vor den Drohungen von Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad. Und dass man aufgrund der eigenen Geschichte in Österreich und Deutschland auf dem Ohr „Bedrohung Israels“ noch hellhöriger sein sollte als anderswo, ist eine berechtigte Forderung.

So ist es verständlich, dass sich besorgte Personen einer überparteilichen Initiative „Stop the Bomb“ anschließen, wie Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek oder Kammerschauspielerin Elisabeth Orth. Wer könnte anders, als dafür sein, so eine iranische Bombe zu verhindern – die von den Veranstaltern der Iran-Konferenz in Wien am Wochenende, anders als von Experten, bereits als Tatsache gehandelt wird. Und vor allem ihr Zweck, das antiisraelische „Vernichtungsprogramm“. Wer steht da schon auf und fragt: „Gibt es das überhaupt?“ Der Irak ist ja auch schon wieder fünf Jahre her.

Wenn die gleiche Konferenz quasi als Roadshow an zwei Orten, Berlin und Wien, hintereinander veranstaltet wird, dann liegt der Schluss nahe, dass nicht, wie bei Konferenzen üblich, Meinungsaustausch und -findung das Ziel sind, sondern allein die Überzeugung des Publikums. Kampagnen und Lobbying, um Meinungen unter die Leute zu bringen und Interessen durchzusetzen, sind ebenfalls erlaubt. Man kann selbstverständlich auch eine Konferenz in diesem Rahmen „aufführen“.

Den Unterstützern – vor allem einer politischen Partei wie den Grünen, von denen eine Grußbotschaft eines Abgeordneten kam – würde es aber nicht schaden, einmal nachzuprüfen, wofür da geworben wird: für Solidarität mit Israel, gegen den OMV-Deal mit dem Iran. Warum auch nicht? Oder vielleicht für Unterstützung Israels, gleich, was immer es tut, für einen Krieg, einen Angriff auf den Iran?

Und wer betreibt das Lobbying? Gegen Antisemitismus zu kämpfen ist nicht nur legitim, sondern eine Pflicht. Personen für ihre kritischen Meinungen als Feinde Israels zu denunzieren (als „antizionistisch“, was ganz bewusst in einem Atemzug mit antisemitisch genannt wird), wie die Mitveranstalter der Konferenz, die „Scholars for Peace in the Middle East“, das tun: Unterstützen das die Unterstützer der Konferenz ebenfalls? Das ist etwa Gerhard Mangott passiert, einem renommierten Politikwissenschafter in Innsbruck. Wie steht die Universität Wien, der Veranstaltungsort, dazu? (Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2008)

druckenweitersagen:
posten
»Posting 1 bis 25 von 86
1 2 3
Mostbluzza
30.05.2008 14:01
diese tolle veranstaltung

sagte wohl alles darüber, wer den iran auslöschen will; aber nicht warum (diese hirnschwitzer dafür sind).

Von der Osten-Sacken sagte, dass ein großer Teil der iranischen Bevölkerung für die „Befreiung“ sei. Er unterstrich, dass man sich in einem „Ausnahmezustand“ befände. Die Lehre aus Auschwitz bestünde indes darin, dass man „in manchen Situationen, Menschenrechte außer Kraft setzen“ müsse.
http://www.nrhz.de/flyer/bei... p?id=12466

B JK
14.05.2008 20:52
Schande 2

Es wäre natürlcih besser militärische Mittel zu verhindern. Das ist aber nur möglich wenn die Geschäfte mit den Mullahs abgebrochen werden - nicht nur von der OMV. Und die iranische Opposition unterstütz wird, allerdings durchaus mit Bedacht darauf welche Oppositionsgruppen. Die Volksmudschaheddin sollten nicht unterstützt werden

fred bull
11.05.2008 17:20

da hat frau harrer noch viel zu wenig gesagt über den charakter der "konferenz" und ihrer initiatoren, ihre heuchelei,scheinheiligkeit und hetze. und vor allem ihre widersprüche!

David E.G. Meijer   
07.05.2008 18:28
@xx Hour1

auf wen soll sich dieser beitrag von Ihnen beziehen, und warum?
"Ein vorschlag

sie können z.b zu islam konvertieren und palestinenser werden . ?

Wenn die forderung ihnen so hart scheint,sie können auch Christlich werden."

superloser 
07.05.2008 11:30
inter
06.05.2008 13:05
Stellungnahme von stopthebomb!

http://www.stopthebomb.net/de/statement.php

coober pedy
05.05.2008 23:12
Ölpreis

Nymex Crude Future 120.05 +3.73 +3.21% 16:23 (NY)

die Märkte nehmen bestimmte Entwicklungen (auch in Nahost) vorweg...

tiuri 
05.05.2008 18:49
was für eine doppelmoral! der kommentar von gudrun harrer ist gewohnt überzeugend, allerdings hätte sie hierzu auch härtere worte finden können.

meiner meinung ist die berichterstattung zu iran-usa/europa/israel-konflikt, vor allem die themenauswahl inkl. ihrer behandlung mehr als einseitig. einen riesenaufschrei, ganz zu recht, gibt es, wenn ahmedinedjad von der auslöschung israels spricht. doch wenn clinton von der vernichtung des irans im wahlkampf redet, oder wenn israelische historiker für einen atomschlag gegen den iran plädieren, wird darauf sogar noch mit verständnis geworben. ICH HABE DIESES VERSTÄNDNIS NICHT!

die israelischen rechten, die herrschenden us-/eu-kriegstreiber sind keinen deut besser als ihr pendant im iran. nur mit dem unterschied, dass jene auch die militärische und wirtschaftliche kraft haben, den iran zu vernichten.

GEGEN KRIEG!

David E.G. Meijer   
07.05.2008 11:13
unsinn

der unterschied sollte klar sein. wer auch immer von krieg gegen den iran rede tut dies als letztesmittel der selbstverteidigung vor der vernichtung.

wer von der vernichtugn israels redet tut dies als herbeizusehnende vision

Mostbluzza
30.05.2008 14:04
schwachsinn,

bei über 200 atombomben die israel hat ...

superloser 
05.05.2008 15:45

Selten so einen unsouveränen Beitrag gelesen.
Frau Harrer sollte lieber mal die österreichische Politik fragen, wieso Frauen aus dem Iran, denen dort "Ehebruch" vorgeworfen wird - was heißt, dass sie vergewaltigt wurden und ihnen die Steinigung droht - hier mit Verweis auf die dortige Rechtslage kein Asyl erhalten.
Frau Harrer sollte auch lieber fragen, wieso es die ach so friedliebenden Europäer nicht auf die Reihe bekommen, wirklich vernünftige Sanktionen gegen den Iran zu verhängen, welche ein friedliches Ende des Konfliktes um das Atomprogramm einleiten könnten.
Aber nein, ein paar hiesige "Freaks" stehen in der Kritik, weil sie sich Sorgen um Israel machen.

sicklikejosef 
05.05.2008 14:51
Dass Antizionismus etwas anderes ist, als Antisemitismus mag durchaus sein

aber es ist in erster Linie das Problem des Antizionisten, dass Personen, die sich so nennen oder das als Gesinnungsladen vor sich hertragen, so gut wie kein Problem damit haben, dass Antisemitismus aus allen Winkeln quillt, wenn sie mal unter sich sind. Das problem ist nicht gegen Israel zu sein, (im Nahostkonflikt) NUR gegen Israel zu sein, und jede Untat gutzuheißen, solange sie gegen Israel, die "Zionisten" oder schlichtweg gegen Juden überall begangen wird. Oder ständig zu behaupten, eine zionistische Lobby sitze von Washington bis Brüssel und würde jede Kritik an Israel abwehren, wo gleichzeitig zumindest die halbe UN, und der halbe Sicherheitsrat (China, Russland) jede Bedrohung von Teheran fernhalten, und Darfurhilfe verweigert wird

MIRROR
06.05.2008 10:26
ehmm...Mr serroris...ehmmm

mal langsam mit den jungen pferden!

Es gibt zig millionen Juden die sich als Juden orten und nicht als zionist und wen sie sich mal mit denen an einen tisch setzten wuerden anstatt die ganze zeit einen auf super inteligent zu machen wuerden sie sehen das diese Juden sich sehr entfernt von zionismus sehen den zionismus in deren augen (Juden) ist was komplet falsches auf der welt und sollte gar nicht exestieren. Das Judentum ist fuer frieden und zusammen leben.

Jetzt zeigen sie mir mal wie viele Israelis die den zionistischen staat dienen fuer frieden sind und wie viele von denen fuer eine ausloeschung der araber (palistinenzer) und der Iraner (Perser) sind.

So viel zur ihrer these von Judentum und Zionsismus!

B JK
14.05.2008 20:42

So ein unsinn. Es gibt etwa 13 Millionen Juden Weltweit, wie sollen davon zig Millionen gegen den Zionismus sein.
Sie haben den Beitrag ihres Vorposters gar nicht gelesen sondern nur gelabert. Nicht jeder Jude ist ein Zionist sondern viele Antisemiten behaupten "nur" Antizionisten zu sein, weil sie wissen, dass sogar taube und blinde wie Sie sonst merken würden was Sache sind.
Wer ist bitte für die Auslöschung der Araber und Perser?
An den Aktivitäten des Bündnisses "Stop the Bomb" sind viele iranische Oppositionsgruppen beteiligt.

Saddams Onkel 
05.05.2008 12:37
Schön, dass sich der Standard einen atomar bewaffneten Iran wünscht

was anderes kann ich aus dem obigen Kommentar nicht schließen!!!

August Hoffmann 
05.05.2008 21:23

Nicht ganz richtig:

Der Standard (in diesem Fall Frau Harrer) wünscht sich Frieden um jeden Preis - und arbeitet damit den größenwahnsinnigen Herrschern in Teheran in die Tasche...

Com Pirx
08.05.2008 22:37

Es gibt Einrichtungen für Leute, die gerne freiwilligen Kriegsdienst leisten: z.B. die Fremdenlegion.

isidor vom billa
05.05.2008 14:39
Die Polemiker

wechseln schon vom Irak-Forum herüber, na bravo! Hoffentlich werden wir hier niemals gegeneinander argumentieren müssen, nachdem Folgendes passiert ist: Israel bombardiert zunächst erfolglos iranische Atomreaktoren konventionell, dann setzt es einen atomaren Präventivschlag und zwar mit von Mrs. Clinton gelieferten Baby-Nukes, die die Neocons schon lange ausprobieren wollten. Ach ja, Gordon Brown hat zuvor eine 48-Stunden-Bedrohung für London festgestellt. Schuld sind aber die Kontinental-Europäer, die das iranische Erdöl wollen. Und die IranerInnen .......!!!

David E.G. Meijer   
05.05.2008 12:05
distanzierung

wer in europa WIRKLICH auf seiten israels steht, und nicht nur in sonntagsreden das selbsterverteidigungsrecht regelmäßig mit dem großen "ABER" garniert, ist ein exot, den man irgendwie nicht ernstnehmen muß. als broder garantieren sie aufregung, als berlusconi oder sarkozy amüsement.
es ist hoch an der zeit, eine plattform zu errichten, die nicht die kooperation mit dem regime anstrebt, welches die shoah leugnet um die nächste, diesmal nukleare, vorzubereiten.
ob es sich um politikerinnen und politiker von bundeskanzler abwärts, OMV oder journalistinnen und journalisten handelt, appeasement, verharmlosung oder gar kooperation mit dem menschenrechtsverbrecherischen iranischen regime ist gerade hierzulande historisch unverantwortbar.

coober pedy
05.05.2008 19:51
ist aber klar

Österreich ist ein neutrales Land!
und nicht ein Verbündeter irgend eines Landes im Nahen Osten.

David E.G. Meijer   
05.05.2008 21:51
nicht?

nun, neutralität zwischen täter und opfer ist ein unanständiges konzept.

dummerweise wirkt es so, als wäre österreich reichlich iran-freundlich.

coober pedy
05.05.2008 22:41
welche Opfer?

die in Gaza oder i. Westjordanland?

was soll da ein neutrales Land machen? sich stark machen für den Bombenangriff auf den Iran? das kann's ja wohl auch nicht sein!

David E.G. Meijer   
06.05.2008 11:31
egal

jegliche opfer ungerechtfertigter gewalt.

staaten sollten nicht neutral sein.

man sollte sich stark machen gegen das unrecht und für das recht.
ich hoffe, daß man israel vor der vernichtung bewahren kann, ohne krieg zu führen. aber wer den unschuldigen absichtlich ermorden will ist ein legitimes ziel von selbstverteidigung.

bei der konferenz wurde von niemanden ein krieg gewollt. wir wollten einen freien iran, der seien umgebung nicht bedroht. und wir hoffen, daß die europäische politik diese notwendigkeit erkennt und dementsprechend handelt: sanktionen, distanzierung, verurteilung. nicht appeasement, nicht kooperation.
das kann sogar ein "neutrales land" machen

August Hoffmann 
05.05.2008 21:30

Eh kloar.

In Sachen Neutralität (oder sollte ich eher sagen "Zuschauen"?) gibt es leider eine lange, leidvolle Tradition hier in Europa...

xx Hour1 
05.05.2008 15:48

Bravo, Großartig posting
Sie verstehen langsam daß Schwindler wie merkel, Berlusconi oder Sarkozy können Israel nicht retten.
sie sprechen sehe viel über solidarität,
Vesprechungen über Sicherheit und sonstige Bla-Blah
wenn es hart and hart kommt dann ziehen sie sich zurück.

die einzige die Israel retten kann ist die Friede mit Nachbarn Palestinenser und Syrien

posten
»Posting 1 bis 25 von 86

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.