Vom Feinsten

Redaktion, 2. Mai 2008, 08:47
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    foto: petr blaha

    Besonders hinreißend: die Smaragd-Rieslinge Offenberg

Johann Donabaum hat eine fulminante Riesling-Serie 2007, die beim Wachauer Weinfrühling am 3. und 4. Mai vorgestellt werden

Johann Donabaum zeigt schon seit einigen Jahren kontinuierlich was er kann. Die 2006-er Serie war höchst überzeugend (wie an dieser Stelle auch bejubelt wurde) und 2007 steht dem in Nichts nach. Besonders hinreißend sind im Moment die Smaragd-Rieslinge Offenberg und Setzberg, vielschichtig, brillant, mineralisch und mit langem Nachhall, dass es eine Freude ist, während die die Veltliner noch zurückhalten. Erfreulich ist, dass Donaubaum seine Eigenflächen im Spitzer Graben von fünfeinhalb Hektar auf sechseinhalb aufgestockt hat, (und das heißt vor allem einmal mehr Wein von dem Mann).

2007: Ein Rieslingjahr

Johann Donabaum bezeichnet 2007 als Rieslingjahr: "Die viele Arbeit im Weingarten hat beim Riesling stärker gefruchtet als beim Grünen Veltliner", meint er. Dem ist vielleicht nur entgegenzuhalten, dass Donabaums Rieslinge heuer früher als die Veltliner antrinkbar waren. Dass auch die zum Verkostungszeitpunkt noch etwas "unrunden" Veltliner zur Hochform auflaufen werden, steht (wenigstens für mich) außer Zweifel.

Mit dem Riesling Bergterrassen Federspiel bekommt man viel Riesling für sein Geld, mit feiner lebendiger Säure, Aromen nach Zitrus und weißen Pfirsich, deutlicher Mineralität und frischem Nachhall. Riesling Offenberg Smaragd breitet vor allem am Gaumen alles aus, was sich für einen Riesling der Smaragd-Oberliga gehört - super mineralisch, süßerer Frucht und guter Balance - er muss aber durchaus nicht gleich getrunken werden. Beim Riesling Smaragad Setzberg dominiert die Mineralität über die Frucht, dicht, kompakt und eine richtige Zeitbombe, dessen volles Potenzial vermutlich ab Herbst zu genießen sein wird.

Riesling-Freak

Donabaum hat seine Federspiele weitgehend Botrytisfrei gelesen (ohne Edelfäule, die eine zarte süße Honignote einbringt), was sich in glasklaren Aromen ausdrückt. Bei den Smaragden ist ein Anteil dabei. Der Federspiel und Smaragd-Anteil bei Johann Donabaum ist etwa gleich hoch. "Ich orientiere mich da ein bisschen an der Philosophie F.X. Pichlers. Dort hab ich auch mein Praktikum gemacht." Die Alkoholgradationen, die vergangenes Jahr wegen des schönen Herbstes doch etwas angezogen haben, bewegen sich heuer wieder im Normalbereich. Steinfedern gibt es bei Johann Donabaum dennoch nicht: "Ich trinke selbst am liebsten kräftige Weine. Daher mache ich auch, was ich trinken möchte." Donabaum bezeichnet sich als "Riesling-Freak", was sich noch verstärkt hat, seit er sich intensiver mit deutschen Rieslingen befasst.

Wie auch 2006 hat Donabaum ein paar Reserve-Weine in der Serie, die aufgrund ihres Restzucker-Säure-Verhältnisses nicht in das Vinea-Wachau-Schema der Steinfedern (neu bis 11,5 Prozent Alkohol), Federspiele (11,5 bis 12,5 Prozent) und Smaragde (ab 12,5 Prozent aufwärts) passen. (Details dazu unter www.vinea-wachau.at - Codex Wachau). Riesling Offenberg gibt es auch in einer lieblichen Reserve-Variante, den Donabaum im Zuge der spontanen Vergärung "bewusst so werden ließ, wie er wollte, und nicht mit Gewalt auf trocken hingetrimmt" wurde.

Enge Vinea-Richtlinien

Dass die Vinea-Richtlinien relativ eng gefasst sind, hält er auch angesichts seiner eigenen "Abweichungen" (Biologischer Säureabbau BSA, der eine mildere Säure bewirkt und in den Vinea-Weinen nicht vorgesehen ist, Süße-Säure-Verhältnis) für gut. "Aber man sollte es sich als Winzer nicht versagen, etwas Neues zu probieren. Und Reserve-Weine sind nicht über dem Smaragd zu sehen, sondern eine neue Dimension und eine Erweiterung des Spektrums eines Einzelbetriebes."

Gelegenheit auch Weine anderer Wachauer Winzer zu probieren gibt es übrigens dieses Wochenende am 3. und 4. Mai beim Wachauer Weinfrühling 2008, sozusagen Tag der offenen Kellertür bei zahlreichen Wachauer Winzern (Information www.vinea-wachau.at). Gekoppelt ist der Wachauer Weinfrühling an die Tour de Vin der Traditionsweingüter im Krems-, Kamptal und Wagram (www.traditionsweingueter.at).(Luzia Schrampf)

Riesling Bergterrassen Federspiel 9 € Riesling Offenberg Smaragd 18 € Riesling Setzberg Smaragd 19,50 € (Ab Hof; alle Jahrgang 2007) Weingut Johann Donabaum
Laaben 15, A-3620 Spitz/Donau
Tel. 02713 / 24 88
www.weingut-donabaum.at
Guido Gänsefuss
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da fehlt bezahlte anzeige drunter

Goffredo
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Trotzdem ....

...ein sehr guter Tipp!!

euerurpokal
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Spitz a.d.Donau braucht Aufwind.

Menander
20
BSA

Bund sozialistischer Akademiker
ehrlichere Abkürzung als
"biologischer Säureabbau"!
Wenn man "bio" schon hört,
ist ein Schwindel dahinter.

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