Moritz: Psychiatrie-Koordination fehlt

Redaktion, 2. Mai 2008, 10:26

Die Chefin der Gesundheit Österreichs GmbH lobt die Wiener Psychiatrie - mit einer Ausnahme

Was die Anzahl der Ärzte an der psychiatrischen Abteilung des Otto-Wagner-Spitals (OWS) betrifft, so liege man mit 0,14 Ärzten und 0,57 diplomierten Pflegern pro Bett über dem österreichischen Schnitt (0,13 Ärzte und 0,44 Pfleger). Das sagte Michaela Moritz, Chefin der Gesundheit Österreichs GmbH, in der gemeinderätlichen Untersuchungskommission zur Wiener Psychiatrie am Mittwoch. "Wien liegt auf sehr guter Seite. Probleme können von der quantitativen Seite, von den Zahlen her, nicht begründet werden", sagt Moritz.

Generell lobt Moritz die Wiener Psychiatrie, mit einer Ausnahme: Wien sei zwar 1979 bei der Psychiatrieplanung Vorreiter gewesen. Doch eines habe man hier versäumt: Die Psychiatrie-Koordination sei noch nicht umgesetzt worden: "Ich würde das bei der Vielfalt der Angebote sehr gut finden", sagt Moritz. Zur zwangsweisen Unterbringung von Psychiatriepatienten gab Hans Joachim Salize vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim Auskunft. Es gebe keinen EU-weiten Bann bestimmter Maßnahmen, sagt der Psychiatrie-Epidemologe, der sich auf die westeuropäischen EU-15 bezog. Er listete Maßnahmen vom Netzbett - dessen Einsatz dem OWS viel Kritik eingebracht hat - über verschiedene Formen der Fixierung, das "weiche" oder "feste" Zimmer bis zur medikamentösen Sedierung auf. Die Gretchenfrage drehe sich um das Ausmaß sowie den adäquaten Einsatz der Maßnahmen, sagte er. Bis vor kurzem habe er angenommen, dass Netzbetten in Österreich nicht mehr zum Einsatz kämen.

Die Wiener Grünen und die Volkspartei hatten die U-Kommission beantragt, um vermeintliche Missstände in der Wiener Psychiatrie zu klären. Die beiden Parteien wollen auch Patienten zu Wort kommen lassen, was die SPÖ und die FPÖ ablehnen. (APA, mil/DER STANDARD-Printausgabe, 2.5.2008)

    Kuldip K.
     
    02
    elemetarster Widerstand gegen eine Psychiatrie-Koordination...

    ...kam 1979 von seiten des Bundes Sozialistischer AkademikerInnen, zumal sie dem Erbhofpächter der Hohen Schule der Wiener Psychiatrie (dr.gross) samt seinen zig tausenden Gefälligkeitsgutachten für "gestrauchelte Sozialisten" und seinen netten Engelköpfen im Einmachglas samt anderer morbider NS-Relikte zutiefst sich verpflcihtet fühlte. Intransparenz war geboten. Jede "Koordination" hätte den grossschen Psychiatriemissbrauch fürs rote Wien aufgedeckt!

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