Nachlese: Spekulationen zu Fluchtloch

Josef F. könnte Vorsorge getroffen haben für den Fall, dass ihm etwas zustößt - Sohn soll Schlüssel zu Keller gehabt haben - Oberst Franz Polzer: Ohne Vorwissen hätte man das Verlies nicht finden können

Wien - Die Aufarbeitung des Inzest-Falles in einem Haus in Amstetten könnte noch "ein halbes Jahr" dauern, sagte Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich am Dienstagabend in einem Interview mit dem ORF.

Angesprochen auf einen Bericht der deutschen Zeitschrift "Brigitte", dass einer der nicht gefangenen Söhne einen Schlüssel für den Keller gehabt habe, meinte Polzer, dass dies theoretisch denkbar wäre. Der Keller sei allerdings so weit verzweigt gewesen, dass ein Auffinden der versteckten Eingangstüre ohne Vorwissen nur schwer möglich gewesen wäre.

Rätsel um anonymen Hinweis

Zum angeblichen anonymen Hinweis, der zur Verhaftung des Verdächtigen führte, hüllte sich der Krininalist in der ZIB2 in Schweigen. Der Kriminalist schloss jedoch weiterhin aus, dass es in der Causa Mittäter oder Mitwisser gegeben hat. "100 Prozent sicher kann man aber nicht sein", so Polzer.

Vorsorge

Immer mehr Details deuten jedoch zur Zeit darauf hin, dass Josef F. für den Fall dass ihm etwas zustößt, eine Fluchtmöglichkeit für Personen im Keller vorgesehen haben könnte. Über die elektronische Sperrvorrichtung an dem Eingang zum Verlies gab es am Dienstag eine Mutmaßung. Polzer deutete gegenüber der Sendung "Report" an, dass die Türe mit einem Mechanismus versehen gewesen sein könnte, der nach einer gewissen Zeit die Türe freigegeben hätte. Ob dies tatsächlich so gewesen ist, wird derzeit von Experten des Bundeskriminalamtes untersucht. (APA)

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