Der Mythos vom fehlenden Linux-Treiber

28. April 2008, 14:37
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Novell-Entwickler: Linux unterstützt mehr Geräte als jedes andere Betriebssystem

"Viele Geräte werden unter Linux nicht unterstützt." Eine Urban Legend aus dem Reich der Betriebssysteme? Novell-Entwickler Greg Kroah-Hartman erklärte im Interview mit Golem, dass Linux eigentlich mehr Geräte als andere Betriebssysteme unterstütze. Nur die allgemeine Wahrnehmung sei eine andere.

Linux Driver Project

Kroah-Hartman betreut unter anderem das USB- und Hotplug-Subsystem im Linux-Kernel und gründete Anfang 2007 das "Linux Driver Project". Im Rahmen des Projekts bietet der Entwickler Firmen an, Treiber zu schreiben, sofern diese die nötigen Spezifikationen zur Verfügung stellen. Viele Unternehmen gebe es allerdings nicht, die dieses Angebot bislang genutzt haben, denn die meiste Hardware laufe bereits unter Linux. Der Großteil der Arbeit des Linux Driver Projects bestehe darin, die Treiber der Firmen zu bereinigen und in den Kernel zu bringen. Komplett neu entwickelt habe das Team bislang aber nur etwa fünf Treiber.

Weniger Treiber für mehr Geräte

Es sei nicht so, dass es unter Linux mehr Treiber gebe. Es würden tatsächlich weniger Treiber existieren, aber jeder einzelne unterstütze mehrere Geräte. Dass die meisten Geräte unter Linux nicht funktionieren, sei also nur ein Mythos. Immerhin würden HP, IBM, Lenovo und Dell bereits Systeme mit Linux ausliefern.

Probleme mit Grafikhardware

Grund sich nun zurückzulehnen gebe es allerdings nicht. Man müsse weiter daran arbeiten, neue Treiber zu entwickeln, damit neue Hardware unter Linux funktioniere. Zudem gebe es Probleme mit Grafikhardware und WLAN-Treibern. Einige Hersteller wie Nvidia und Broadcom hätten bis jetzt noch keine Spezifikationen freigegeben. Viele Treiber für Video-Hardware würden noch außerhalb des Kernels entwickelt werden. Es gebe jedoch einen Standard für USB-Videogeräte und der passende Treiber soll bald in den Kernel integriert werden. Dann würde auch jedes neue Gerät funktioniere. Im Bereich der WLAN-Hardware seien in die aktuellen Kernel-Versionen zudem viele zusätzliche Treiber aufgenommen worden. (red)

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    foto: nvidia
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