PC-Hersteller wollen XP länger anbieten

29. April 2008, 18:37
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Die PC-Hersteller haben Methoden gefunden, wie sie Windows XP auch nach dem offiziellen Ende am 30. Juni weiterhin anbieten können

Angesichts des Verkaufsstopps von Windows XP am 30. Juni suchen die Computerhersteller nach Möglichkeiten, wie sie das beliebte Betriebssystem weiterhin anbieten können. Die größten Hersteller wie HP und Dell legen dabei einige Kreativität an den Tag, wie Cnet berichtet. Basierend auf dem Recht zum Downgrade auf XP in der Vista-Lizenz planen die Unternehmen, Rechner mit vorinstalliertem XP auch nach dem 30. Juni weiterzuverkaufen.

Bezahlte Upgrade-Möglichkeit

Technisch gesehen werden die Hersteller Vista Business oder Ultimate-Rechner verkaufen, die (zumindest theoretisch) auf Wunsch des Kunden auf XP downgegraded wurden. Praktisch seien es jedoch XP-Rechner, bei der ein mögliches Upgrade auf Vista bereits bezahlt wurde. HP will Desktops, Workstations und Notebooks mit XP-Downgrade bis zum 30. Juli 2009 anbieten. Dell will ähnlich verfahren und derartige Modelle möglichst lange anbieten. Laut dem Bericht überlegen auch andere Hersteller, wie sie den Verkauf von Computer mit vorinstalliertem XP auch nach dem 30. Juni weiterführen können. Lenovo will mit seinen Rechnern zumindest eine XP Recovery CD bis Jänner 2009 anbieten.

Downgrade-Option nicht für Fachhandel

Die Idee von HP und Dell mag kreativ sein, ist jedoch nur mit Vista Business und Ultimate möglich, da nur diese Editionen den Downgrade-Zusatz in den Lizenzen beinhalten. Rechner mit Consumer-Versionen von Vista können demnach nicht einfach auf XP zurückgeschraubt werden. Zudem sei ein Downgrade zwar für Online-Shops eine Lösung, für den Fachhandel sei der "Etiketten-Schwindel" jedoch nicht ohne weiteres möglich. Denn die Lizenz-Bestimmungen von Microsoft besagen, dass der Kunde das Downgrade verlangen muss. Und das ist bei Rechnern, die bereits im Geschäft mit vorinstalliertem XP angeboten werden, nicht der Fall.

Keine Verlängerung nötig

Die Bemühungen der Hersteller, XP auf ihren Rechnern auch auf umständlichen Wegen weiterhin anbieten zu wollen, zeigt die ungebrochene Nachfrage nach Betriebssystem. Für Microsoft ist das aber scheinbar dennoch nicht Grund genug, den offiziellen Verkauf von XP zu verlängern. Die Downgrade-Option sei ausreichend, um XP für einige wenige Unternehmen, die mit dem Umstieg auf Vista noch länger warten wollen, weiterhin anzubieten, erklärte der Konzern gegenüber Cnet.

Hintertürchen offen gelassen

Aber Microsoft hat sich ein Hintertürchen offen gelassen. So hat CEO Steve Ballmer erst kürzlich erklärt, wenn sich die Nachfrage ändere, könne man den Verkauf von XP auch verlängern, im Moment zeichne sich dies aber nicht ab. (red)

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