Internationale Medien ziehen Vergleich zum Fall Kampusch

28. April 2008, 19:46
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ZDF: "Grausiger Verdacht in Österreich" - Spiegel Online: "Schier unfassbarer Fall von inzestuösem Missbrauch"

Wien - Die britische Boulevardzeitung "The Sun" titelte mit "Natascha 2: Wieder eine Frau befreit". Neben der Geschichte wurde ein Foto von Natascha Kampusch platziert, an deren Geschichte "The Sun" erinnert. "Neuer schockierender Fall in Österreich - Tochter 24 Jahre lang eingesperrt und missbraucht", schreibt die "Bild"-Zeitung auf ihrer Webpage und zeigt auch gleich das "mutmaßliche Inzesthaus von Amstetten". Österreich als Land, in dem Frauen in Keller gesperrt werden? Der Fall einer mutmaßlichen inzestuösen Beziehung des Josef F. mit seiner Tochter, die er 24 Jahre lang im Keller eingesperrt haben soll, ist in vielen Online-Ausgaben internationaler Medien prominent vertreten und überall wird auf Frau Kampusch verwiesen.

Die "Bild"-Zeitung zitierte in ihrer Online-Ausgabe den STANDARD: "Seit dem 29. August 1984 wurde die Frau aus Amstetten vermisst. Einen Monat nach ihrem Verschwinden sei ein Schreiben bei den Eltern aufgetaucht, in dem die damals 19-Jährige darum bat, nicht nach ihr zu suchen." Das Thema beschäftigt aber nicht nur den Boulevard, sondern von Neuer Zürcher Zeitung bis CNN auch seriöse Medien. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" heißt es: "Gibt es in Österreich einen weiteren ,Fall Kampusch'? Eine 42 Jahre alte Frau soll von ihrem Vater mehr als 20 Jahre lang in einem Keller festgehalten worden sein. Zudem soll der Mann sechs Kinder mit seiner Tochter gezeugt haben."

Auf "Spiegel Online" steht: "Ein schier unfassbarer Fall von inzestuösem Missbrauch erschüttert Österreich". Die Frankfurter Rundschau bemerkt: "Der Fall von Natascha Kampusch ist anscheinend doch noch an Unfassbarem zu überbieten."

Spektakuläre Fälle

Die "Süddeutsche Zeitung" zeigt in ihrer Online-Ausgabe das Haus der Familie F. in Amstetten: "Schwerer Inzest-Verdacht in Niederösterreich". Auch der deutsche ZDF war am Sonntagnachmittag schon vor Ort: "Grausiger Verdacht in Österreich". Auch französische und spanische Zeitungen berichten. "Le Monde" schreibt: "Österreich hat in den vergangenen Jahren mehrere spektakuläre Kindesraube erlebt, darunter der Fall der jungen Natascha Kampusch, die von einem Mann acht Jahre lang im Keller eines Vorortes von Wien festgehalten wurde, bevor sie fliehen konnte, und jener der drei kleinen Mädchen, die von ihrer psychisch kranken Mutter sieben Jahre lang in der Nähe von Linz eingesperrt wurden."

Der britische Sender BBC brachte die Geschichte über Herrn F., der unter Verdacht steht, seine eigene Tochter missbraucht zu haben, am Sonntag als erste Meldung auf der Europa-Website. Auf CNN landete die Geschichte auf Platz zwei der internationalen Meldungen: "Gefangene Frau hatte sieben Kinder von ihrem Vater".

Deutsche Boulevardzeitungen verwiesen auch auf die Geschichte eines Australiers, der ein Kind mit seiner erwachsenen Tochter zeugte und auf den Fall des Leipziger Geschwisterpaars, die vier gemeinsame Kinder in die Welt setzten und verurteilt wurden. (APA, red, DER STANDARD - Printausgabe, 28. April 2008)

  • Der britische Sender BBC brachte die Geschichte über Herrn F., der unter Verdacht steht, seine eigene Tochter missbraucht zu haben, am Sonntag als erste Meldung auf der Europa-Website.

    Der britische Sender BBC brachte die Geschichte über Herrn F., der unter Verdacht steht, seine eigene Tochter missbraucht zu haben, am Sonntag als erste Meldung auf der Europa-Website.

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