"Läufer sind ein ziemlich komisches Volk"

27. April 2008, 22:06
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Hobby-Läufer Herbert Christian rennt heuer zum 25. Mal beim Marathon mit

Die Sinnfrage, sagt Herbert Christian, stelle man sich beim Laufen ständig. "Eigentlich ununterbrochen", sagt der 61-Jährige, der heuer zum 25. Mal beim Vienna City Marathon mitläuft. "Wenn man dann aber ins Ziel kommt, merkt man erst, wie viel im Kopf passiert. Die Schmerzen sind in der Sekunde, in der man über den Heldenplatz läuft, vorbei."

Christian ist einer jener 15 Hobbysportler, die seit dem allerersten Wien-Marathon 1984 keinen einzigen versäumt haben. Als "klassischen Läufer" sieht sich Christian trotzdem nicht. "Die sind zum Teil schon ein komisches Volk. Ich könnte niemals das ganze Jahr hindurch drei- bis viermal die Woche laufen gehen. Da müsste ich ja das ganze Leben dem Laufen unterordnen."

Hat sich der Pensionist erst einmal gemeinsam mit 30.000 anderen Läufern 42,195 Kilometer quer durch Wien gequält, gönnt er sich eine längere Verschnaufpause: Die Laufschuhe kommen erst wieder an die frische Luft, wenn der nächste Marathon ansteht. "Die Kollegen, die das ganze Jahr hindurch trainieren, wissen schon, dass bald wieder Marathon ist, wenn sie mich auf der Hauptallee treffen." Drei Monate vor dem großen Tag beginnt Christian zu trainieren, dann legt er pro Woche 60 Kilometer zurück. Derzeit bewältigt der gelernte Galvaniseur die 42 Kilometer in dreieinhalb Stunden. "Meine persönliche Bestzeit liegt bei 2 Stunden 46 Minuten. Das ist allerdings schon länger her. Stolz bin ich aber jedes Mal, wenn ich's ins Ziel geschafft habe." (Martina Stemmer/DER STANDARD-Printausgabe, 26./27.4.2008)

  • Hobbysportler Christian: "Ich bin kein klassischer Läufer."
    foto: christian fischer

    Hobbysportler Christian: "Ich bin kein klassischer Läufer."

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