Basisfinanzierung für Forschung kommt nicht

25. April 2008, 17:07
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Wissenschaftsminister Hahn beurteilt die Forderung nach einer Basisfinanzierung für die FH-Forschung abschlägig

2007 war für die FHs ein enttäuschendes Jahr, wenn man die Finanzierung betrachtet. Nachdem immer wieder die Valorisierung der studienplatzbezogenen Bundesförderung als höchste Notwendigkeit gehandelt worden war – es wäre die erste Wertanpassung seit 1994 die ersten FH-Studiengänge gestartet wurden –, zeigten sich die FH-Leiter Anfang April des Vorjahrs „schockiert“ über die staatlichen Budgetpläne. Zumindest Werner Jungwirth, Präsident der FH-Konferenz, drückte es so aus. Mit 163,6 Millionen Euro gestand man den FHs um 3,5 Millionen Euro weniger zu, als nach dem Voranschlag 2006 zu hoffen gewesen war. Der Sektor würde „zu Tode gestreichelt“, sagte Jungwirth der APA wütend.

Im Vergleich mit dem tatsächlichen Budget 2006 gab es zwar ein Plus, dies machte aber weniger als ein Prozent aus und stünde, so die FH-Konferenz, in keiner Relation zum Anstieg der vom Bund zu finanzierenden Studierenden um zehn Prozent in diesem Zeitraum.

Zudem lag das Budget deutlich unter den 181,12 Millionen Euro, die im „Fachhochschul-Entwicklungs- und -Finanzierungsplan III“ versprochen wurden, der die Vorhaben für den FH-Sektor 2005 bis 2010 festschreibt. „Wo bleibt die Rechtssicherheit?“, fragten die FH-Betreiber laut.

Erweiterte Aufgaben

Ein Jahr später sieht die Situation wenig besser aus. Die Dotierung der nicht valorisierten Studienplätze liege 47 Prozent unter dem Wertniveau 1994, kritisiert FHK-Generalsekretär Kurt Koleznik. Zugleich hätten sich die Aufgaben der FHs seither vervielfacht. Tatsachen wie die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master sowie das Ausmaß der nötigen Internationalisierungs- und Qualitätssicherungsbestrebungen seien damals „kein Thema“ gewesen. Heute stellen sie die nicht zu leugnende Wirklichkeit dar.

Kolezniks Wunsch:„Wir fordern ein Bekenntnis zu den Fachhochschulen in Form der Finanzierung dieser Aufgaben.“ Die notwendige Geldspritze würde „die nachhaltige Autonomie der Hochschulen garantieren“.

Mit der Valorisierung der Normkosten für die einzelnen Studienplätze, die der Bund zu 90 Prozent trägt – das sind je nach Studienrichtung die 1994 festgeschriebenen 5813,83 bis 6903,92 Euro pro Studierendenkopf und Jahr –, sei es aber noch nicht getan. Wenn der Betrieb einmal gesichert ist, gehe es erst an die FH-Forschungsarbeit, die zusätzliche Mittel erfordere. Zuletzt erhielten die FHs von den 1,3 Forschungsmilliarden für die Hochschulen nur 26 Millionen, so Koleznik.

„Bei 13 Prozent der Studierenden bekommen wir gerade einmal zwei Prozent vom Forschungsbudget“, streicht er die Benachteiligung gegenüber den Unis hervor und schließt sich der Forderung nach einer Basisfinanzierung für die Forschung an, die der Rat für Forschung und Technologieentwicklung bei 40 Prozent des – insgesamt zu erhöhenden – Budgets ansetzt. Im Klartext hieße das, dass die FHs entsprechend ihrer Studierendenanzahl einen Fixanteil am Forschungsbudget erhielten. Die restlichen 60 Prozent verblieben im Topf und würden wie bisher über konkrete Projektanträge ausgeschüttet werden.

Was sagt nun die Politik? „Die Aufgaben der FHs liegen nicht primär in der Forschung, sondern bei der Durchführung von Studiengängen“, ist Wissenschaftsminister Johannes Hahn sicher, der schon im Frühjahr 2007 „Zweifel“ an der Idee der Basisfinanzierung für die Forschung äußerte. „Dass manche sich eine Angleichung des FH-Profils an die Universitäten wünschen“, könne er nicht nachvollziehen. Beide seien „gleichwertig, aber nicht gleichartig“. Forschungsgelder „sind wie bisher über spezielle Förderprogramme zu bekommen“.

Zur Studienplatzfinanzierung sagt Hahn, „dass der Bund 1994, um den nachhaltigen Ausbau zu ermöglichen, diese mit einer Art ‚Vorschuss‘ ausgestattet hat, um die kostenintensive Aufbauphase zu erleichtern.“ Auch sei die Situation der Fachhochschulen durch die Einführung der Studienbeiträge entschärft worden.

Dennoch bemühe sich Hahn „in intensiven Verhandlungen mit dem Finanzministerium“ um eine Erhöhung der Finanzierungsbeiträge für 2009. „Wir stehen kurz vor Abschluss der Gespräche.“ Fakt sei aber: „Verhandelt ist dann, wenn alles paraphiert ist.“ (Bernhard Madlener/DER STANDARD-Printausgabe, 26./27. April 2008)

  • Die FHs sind mit ihrer finanziellen Lage momentan nicht sehr glücklich.
    foto: crobis

    Die FHs sind mit ihrer finanziellen Lage momentan nicht sehr glücklich.

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