Einigung zur neuen Mittelschule in Wien

25. April 2008, 14:36
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Die VP hat dem Modell, das der Stadtschulrat ausgearbeitet hat, nach fünf Monaten zugestimmt - Das Konzept ist noch geheim

Wien - Der Wiener Version der neuen Mittelschule steht offenbar nichts mehr im Wege: Die Wiener Volkspartei hat am Mittwochabend intern dem Konzept zugestimmt, das der Wiener Stadtschulrat (SSR) schon im vergangenen Jahr erstellt hatte. Dem Vernehmen nach sollen die Parteiobmänner, Bürgermeister Michael Häupl (SP) und Minister Johannes Hahn (VP), kommende Woche Details zu Konzept und Durchführung vorstellen. Weder Häupl noch Hahn wollten am Donnerstag zur weiteren Vorgehensweise einen Kommentar abgeben.

An dem Wiener Konzept zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, das im Schuljahr 2009/10 starten soll, haben Experten des Stadtschulrates, bestehend aus den Abteilungsleitern, Lehrer- und Elternvertretern beider Coleurs 2007 gearbeitet, seit Dezember versuchten sich die Politiker im Rathaus auf einen gemeinsamen Weg zu einigen.

Der Inhalt des Schulmodells für Hauptschüler und Gymnasiasten wird noch unter Verschluss gehalten, doch einige Eckpunkte sind nach Standard-Informationen gewiss: Durch ein Kurssystem soll die individuelle Förderung - Schwache fördern, Starke fordern - besser funktionieren. Dafür soll zusätzliches Lehrpersonal zur Verfügung stehen. Durchfallen sei trotzdem möglich, sei jedoch durch individuelle Förderung der Schüler unwahrscheinlich.

Auch mehrsprachigen Unterricht soll es geben. Die Leistungen der Schüler sollen zusätzlich durch eine "externe Lernstandsüberprüfung" im ersten Semester der 7. und 8. Schulstufe erfolgen. Speziell ausgebildete Lehrer sollen den Schülern die Übergänge von der Volksschule in die Mittelschule und daraufhin in die Oberstufenform erleichtern. Der Versuch, der in Wien an bis zu acht Hauptschulen und Gymnasien laufen soll, wird vom Bildungs- und Forschungsinstitut evaluiert. Welche Schulen zu neuen Mittelschulen werden, steht noch nicht fest. Vize-Stadtschulratspräsident Walter Strobl (VP) nennt zwei mögliche Kandidaten: die AHS in der Anton-Krieger-Gasse und jene in der Theodor-Kramer-Straße. Die SPÖ wusste am Donnerstag offiziell nichts von der VP-internen Einigung. Schulsprecherin Katharina Cortolezis-Schlager (VP) ist nicht zufrieden mit dem Ergebnis: "Wir hätten mehr Widerstand leisten sollen", sagt sie. Die VP wollte eigene Vorschläge durchsetzen. Es gebe jetzt aber kaum Abweichungen vom SSR-Konzept, sagte ein VP-Insider. (Marijana Miljkovic/DER STANDARD-Printausgabe, 24. April 2008)

  • Die neue Mittelschule soll in Wien ab 2009 starten. Die Pläne sind noch geheim.
    foto: standard/newald

    Die neue Mittelschule soll in Wien ab 2009 starten. Die Pläne sind noch geheim.

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