Filmgalerie Krems: "Kino im Kopf"

24. April 2008, 15:57
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"Emotional durchrütteln" will die Ausstellung in der Österreichischen Filmgalerie Krems - Ab Samstag: "Träume, Triebe und Täter im Film"

Krems - Warum lachen oder weinen wir im Kino? Die Österreichische Filmgalerie in Krems widmet sich in der Ausstellung "Kino im Kopf. Träume, Triebe und Täter im Film" dem Spannungsfeld zwischen Film und Psychologie. Die Schau wird am Samstag eröffnet und ist bis 26. Oktober zu sehen. Kuratorin Kristina Jaspers beim Pressegespräch heute, Donnerstag: "Wir hoffen, dass die Besucher emotional etwas durchgerüttelt aus der Ausstellung herauskommen."

Die Schau ist in drei Abschnitte gegliedert. Der "Prolog" stellt entlang biografischer Stationen um Leben Sigmund Freuds, der dem Film eher skeptisch gegenüber stand, erste Berührungspunkte von Kinematographie und Psychoanalyse vor. Die vielschichtigen "Beziehungen" zwischen Analytiker und Patient, Profiler und Psychopath sowie Leinwand und Zuschauer bestimmen das zweite Kapitel. Im dritten Bereich geht es um psychische Phänomene wie Verdrängung, Erinnerung, Rausch, Schaulust und Voyeurismus.

Eine rote Couch soll zum Nachempfinden der Analyse-Situation anregen, ein "Tränenkabinett" mit Ausschnitten aus Hollywood-Melodramen sowie Traum- und Rauschsequenzen hingegen zum Eintauchen in seelische (Un-)Tiefen. Mehr als fünf Stunden Filmmaterial fanden Eingang in die Ausstellung, dazu Dokumente, Drehbuchauszüge, Set-Fotos, Fotografien, Plakate sowie Exponate von Leihgebern aus Wien, Berlin und Los Angeles, darunter archäologische Kleinplastiken aus Freuds Nachlass. Als Kooperationspartner fungieren die Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen (Berlin) sowie die Sigmund-Freud-Museen in Wien und London.

Eine begleitende Filmschau ist mit Streifen wie Hitchcocks "Psycho", Allens "Stadtneurotiker", Lynchs "Lost Highway", Hoppers "Easy Rider, Youngers "Couchgeflüster" oder Hanekes "Klavierspielerin" programmiert. Für September ist ein dreitägiges Symposion zum Thema geplant, Details sind ab Mitte Mai auf der Homepage der Filmgalerie abrufbar. Für 2009 kündigte Christa Auderlitzky, Leiterin der Österreichischen Filmgalerie, einen Romy-Schneider-Schwerpunkt an. (APA)

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    foto: deutsche kinemathek
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