
Good Cop, Bad Cop – das Aufeinandertreffen der "getarnten" Rumänen mit einer Zivilstreife endete mit tödlichen Schüssen
Wien – Die Prüfung sei "routinemäßig", eine "konkrete Verdachtslage" gebe es nicht. Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, war am Mittwoch hörbar bemüht, die Wogen rund um den Schusswaffengebrauch im Kriminalfall um die falschen Polizisten, die am vergangenen Wochenende auf einem Parkplatz der S1 (Wiener Außenring-Schnellstraße) gestellt worden waren, zu glätten.
Klar nach Vorschrift" gehandelt
Die drei Rumänen wollten ein Auto "kontrollieren" und die Insassen ausrauben. Die Männer gerieten dabei aber an echte Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich (LK NÖ). Diese griffen schließlich zur Dienstwaffe, einer der mutmaßlichen Räuber starb, zwei wurden verletzt. Das Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) prüft derzeit den heiklen Waffeneinsatz. Für Franz Polzer, Leiter der Kriminalabteilung Niederösterreich, haben die Beamten "klar nach Vorschrift" gehandelt und auch der Waffengebrauch sei "gerechtfertigt" gewesen.
Situation war bedrohlich
"Die Situation war bedrohlich: 2,05 Meter große Rumänen, im Hintergrund Blaulicht und ein dubioser Polizeiausweis", schildert Polzer im Standard-Gespräch. Außerdem sei den Schüssen ein "körperlicher Angriff" vorausgegangen. Auch sei nicht gezielt auf die Personen geschossen worden. "Soweit mir bekannt, wurde die Schüsse auf das Fahrzeug abgegeben." Problematisch sei gewesen, dass der Alfa Romeo der Täter "tiefergelegt" war, so Polzer.
"Waren nicht bewaffnet"
Nicht gut zu sprechen ist der Kriminalist derzeit auf die Kollegen der Sicherheitsdirektion Niederösterreich. "Ich frage mich ehrlich, was die veranlasst hat zu sagen, es hätte einen Schusswechsel gegeben. Es war immer klar, dass die Täter nicht bewaffnet waren", ärgert sich Polzer.
Legitimiert wird der Waffeneinsatz im Waffengebrauchsgesetz. Demnach ist der mit "Lebensgefährdung verbundene Gebrauch einer Waffe" unter anderem zulässig:
Ausdrücklich hingewiesen wird darauf, dass der Waffengebrauch "zeitlich unmittelbar vorangehend und deutlich wahrnehmbar anzudrohen" ist. (Markus Rohrhofer/ DER STANDARD Printausgabe 24.4.2008)
die eben veröffentlichten sicherheitsstatistiken weisen auf das gegenteil hin.
seit schengenöffnung im osten ging die kriminalitiät in ö zurück.
was stieg, ist die paranoia.
instrumentalisiert man diese "geschickt", dann kann man ganze ölkriege als notwehrmaßnahme verkaufen.
Unbewaffneten trifft - nicht vergessen: nachher ist man immer klüger als im Moment der Gefahr. Oder worauf hätten die Polizisten warten sollen? Bis sich die Kerle doch nicht als "unbewaffnet" herausstellen und selber schießen?
Oder worauf wollen Sie warten? Dass Sie selbst von einem "falschen Polizisten" oder sonst einem Verbrecher niedergenkallt werden? - ICH NICHT!
Solange die Leute nicht festgenommen und durchsucht sind kann ja keiner wissen ob sie unbewaffnet sind.
Wenn also einer eines schweren Verbrechens verdächtigt wird und bei der Festnahme Widerstand leistet, warum soll man dann nicht von der Schusswaffe gebrauch machen?
Die Typen hätten ja einfach aufgeben können.
"Auf keinen Fall will ich, daß die Polizei
auf Unbewaffnete schiesst, nicht auf Autobahnen und auch sonst nirgends... "
DIESEN rahmen gibt es nicht. versuch vielleicht, dich an deine eigenen aussagen zu erinnern bevor du auf kritik antwortest.
den gesetzlichen Rahmen bildet das Waffengebrauchsgesetz!
Zum Nachlesen: www.ris2.bka.gv.at
meine forderung: den artikel, zu dem man postet, lesen und verstehen.
wenn du mit der interpretation nicht einverstanden bist, kannst ja eine juristische diskussion über das waffengebrauchsgesetz beginnen. aber was bitte hat das mit lesen können zu tun??
Das Problem ist, daß sich die Polizei selbst nicht an die Gesetze hält. Das ist denen auch bewusst, sonst würden sie nicht nach Ausreden wie 2,05 Meter und tiefergelegten Alfa suchen. Das ist es, was mir nicht passt...
Wenn Sie meinen, der Rechtsstaat dürfe die selben Methoden mit den selben Konsquenzen anwenden wie die Kriminellen, dann erübrigt sich jede Diskussion, weil sie dem Handeln der Exekutive in dem Augenblick jede Legitimierung entziehen.
Sie können Verbrecher hundertmal in Versalien und von mir aus auch noch fett schreiben, die Menschenrechte sind nicht teilbar und gelten natürlich auch für Kriminelle.
Ob die sich ihrerseits daran halten hat damit ebensowenig zu tun wie Ihr persönliches Bedürfnis nach Gerechtigkeit.
Aber keine Angst, Sie befinden sich in guter Gesellschaft, der Rechtsstaat wie er im 20.Jhdt proklamiert wurde ist ohnehin bald Geschichte. Die Polizei wird bald alles dürfen, seien Sie beruhigt...
gut bewandert...
Sie haben Recht: so erübrigt sich jede Diskussion - weil Sie offensichtlich nicht situationsadäquat denken wollen bzw. mit aller Gewalt die Polizei als von Grund auf böse und schießwütig und gefährlich darstellen. Und gleich den Teufel an die Wand malen.
Naja, wenn´s Ihnen dann besser geht - von mir aus.
Mir ist das - die Notwendigkeit vorausgesetzt - manchmal sehr recht.
Die Männer waren Verbrecher, so wie es ausschaut Wiederholungstäter. Bei Verbrechern muss man davon ausgehen, dass sie bewaffnet sind, vor allem im vorliegenden Fall.
Es ist ja nicht so, dass die Polizei in die Fußgängerzone geht und dort aus Jux und Tollerei auf "Unbewaffnete" schießt...
Sondern? ein fairer Faustkampf?
Die sind quasi überfallen worden und wenn die sich nicht freundlicherweise anstandslos festnehmen lassen, muss dafür gesorgt werden, dass sie auf andere Art und Weise "entfernt" werden.
Das waren ja keine Lercherl, die von alleine umfallen, nur weil sie einen echten Polizisten sehen...
Also Finger weg von Eibach & Co. - sonst wird scharf geschossen :)
Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Spaß beiseite - die Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs zu beurteilen, ist Sache der Rechtssprechung. Die mediale Verbreitung von Halbwahrheiten halte ich für eher bedenklich.
aber dieses krampfhaften versuche, die polizei als eine bande von gewaltbereiten rambos hinzustellen, irritiert mich schon einigermaßen.
bei allem realitätssinn (nämlich, dass in der polizei einige schwarze schafe blöken, die für diesen schweren, unterbezahlten und verantwortungsvollen beruf sowohl intellektuell als auch charakterlich ungeeignet sind) habe ich vertrauen zu diesem verein.
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