Ungarn will "Krawattensteuer"

24. April 2008, 15:55
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Geht es nach den Sozialisten, sollen Kleidungsstücke, die kulturelle Werte ver­körpern, jährlich drei Millionen Euro einbringen

Budapest - Die Einführung einer sogenannten "Krawatten-Steuer" in Ungarn hat der sozialistische Parlamentsabgeordnete Janos Schiffer aufs Tapet gebracht. Das berichtete die Zeitung "Napi Gazdasag". Demnach soll auf Krawatten, Fliegen, Anzüge, Kostüme und ähnliche Erzeugnisse eine 0,8-prozentige "Kultur-Steuer" aufgeschlagen werden. Mit dieser Maßnahme soll offenbar die angedachte Internetsteuer kompensiert werden, die keine Unterstützung findet.

Die Staatssekretärin im Kultusministerium, Marta Schneider bestätigte, dass die Regierung den Vorschlag unterstützen wolle - verkörperten die Kleidungsstücke ja "wahre kulturelle Werte".

Durch die Besteuerung der Kleidungsstücke verspricht sich der Nationale Kulturfonds (NKA) jährliche Zusatzeinnahmen von 700 bis 800 Millionen Forint (2,78 Mio. Euro bis 3,18 Mio. Euro). Der Fonds verfügt über ein Budget von acht Milliarden Forint im Jahr. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen Kulturprojekte gefördert werden. Die rechtskonservative Oppositionspartei FIDESZ-Ungarischer Bürgerverband bezeichnete den Vorschlag als "Tragikomödie", der ein "getreues Bild" über den Zustand der Regierung zeichnen würde. (APA)

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    foto: derstandard.at/schersch
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