Tabaklobby am Pranger

22. April 2008, 19:34
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Im Fokus steht ein spektakulärer Fall, die so genannte Rylander-Affäre

Die Tabakindustrie und ihre angeblich manipulierten Daten zur Schädlichkeit des Rauchens bzw. Passivrauchens stellen die Schweizer Journalisten Marco Gregori und Sophie Malka an den Pranger.

Im Fokus steht ein spektakulärer Fall, die so genannte Rylander-Affäre. Medizinprofessor Ragnar Rylander soll mehr als 30 Jahre lang im Dienste des Tabakkonzerns Philip Morris Studien publiziert haben, welche die Schädlichkeit vor allem des Passivrauchens negierten.

Die Vorwürfe der Manipulation von wissenschaftlichen Daten und den Einfluss der Tabakindustrie auf seine Forschungsarbeit wies Rylander strikt zurück. Er strengte einen Prozess wegen Diffamierung gegen zwei Vertreter der Vereinigung zum Nichtraucherschutz an, Pascal Diethelm und Jean-Charles Riellewelcher. Die Verhandlung fand von 2001 bis 2003 in Genf statt. Die Autoren berichten aus dem Gerichtssaal, bringen Protokolle und Zeugenaussagen, Berichte aus den Medien. Die Angeklagten werden schließlich vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen.

Die Tabaklobby kommt schlecht weg: Schließlich finanzierten das Schweizer Bundesamt für Gesundheit und die Vereinigung für den Kampf gegen Tabakkonsum in Genf das Buch. (Barbara Forstner/DER STANDARD-Printausgabe, 23.4.2008)

Gregori, Malka
"Vernebelung.. Wie die Tabakindustrie die Wissenschaft kauft.
Orell Füssli Verlag,
Zürich 2008
207 S., 20,90 Euro
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