
US-Präsidentschaftsbewerber Obama auf Wahlkampf-Tour in Pennsylvania. Dort versucht der Demokrat, auch die "kleinen Leute" von sich zu überzeugen. In den Umfragen führt Hillary Clinton knapp.
Blonde Haare, aufwändig hochgesteckt, die Bluse geblümt, die Füße in Badelatschen, wenn sie nicht kegelt: Das ist Roxanne. 43 Jahre alt, zweifache Mutter, Hausfrau – und seit kurzem berühmt. Das liegt an Barack Obama. Eines Abends kam er hereingeschneit ins "Pleasant Valley Bowl". Roxanne fotografierte drauflos, irgendwann fasste sie sich ein Herz: "Herr Senator, wie wär’s mit einer Kegelpartie?" Prompt bildeten die beiden ein Paar, Bahn 21, Rox und Bar, wie die Tafel anzeigte. Die Tipps, die sie ihm gab, nützten nicht viel, zu oft schob Obama die Kugel in die Rinne. Eine Kegelbahn komme ihm nicht ins Weiße Haus, scherzte er, eher ein Basketballplatz.
Stimmungs-Highlight
Begeistert waren sie trotzdem im "Valley Bowl". "Obama redete wie Average-Joe, wie du und ich", schwärmt Don, Roxannes Ehemann. Die zwei Kegel, auf die der Kandidat mit schwarzem Filzstift freundliche Widmungen schrieb, werden nie wieder aufgestellt, sie bleiben für immer in der Vitrine.
Sie konnten es gut gebrauchen, so ein Highlight. Die Stimmung ist schlecht, die Zeiten sind schwierig. Jean Montgomery, eine Rentnerin, der die Bowlingbahn zur Hälfte gehört, merkt es an der Zahl ihrer Kunden. Vor zwei Jahren war es samstags noch so voll, dass auf allen 32 Bahnen die Kugeln rollten. Heute ist sie froh, wenn die Hälfte belegt ist. "Die Leute wissen kaum noch, wie sie die Tanks ihrer Autos füllen sollen. Da bleibt nichts mehr übrig fürs Vergnügen."
Altoona, das war einmal eine Boomtown. Günstig gelegen zwischen den Stahlschmelzen Pittsburghs und den Häfen der Ostküste, lebte die Stadt von der Eisenbahn. Die Pennsylvania Railroad ließ Lokomotiven bauen und warten, beim Kathedralenbau stand der römische Petersdom Pate. Heute thront der graue Steinriese über einer Fußgängerzone, die zur Hälfte aus leeren Schaufenstern besteht. "Hier gibt es nur noch Kartonjobs", erzählt Don Hart. "Kisten auspacken, Regale einräumen, Wal-Mart, sage ich nur." Als Letzte schloss eine Kugellagerfabrik.
Er selbst hat noch Glück. Seit dreißig Jahren arbeitet er in einem Lager für Arzneimittel, immer am selben Ort. Seine Kinder Danielle und Matthew, ahnt Don, werden wegziehen müssen. "Hast du gehört, was Obama vorschlägt?", schaltet sich Jean Montgomery ein. "Für kleine Leute, die weniger als 75.000 Dollar im Jahr verdienen, will er die Steuern senken." Sie müssen lachen. "Fünfundsiebzigtausend!", ruft Jean, "das kriegt hier keiner von uns". Wer 75.000 Dollar macht, gilt in Altoona als Großverdiener.
Da ist es wieder, das Leitmotiv der Debatten vor der Primary in Pennsylvania. Die Frage, ob der Harvard-Jurist die Arbeiterklasse versteht. Vor Spendern im fernen San Francisco hatte Obama zu erklären versucht, wie es Menschen geht, die ihren Job verlieren. "Es überrascht doch nicht, dass sie bitter werden", dozierte er. "Dass sie sich an Waffen oder an die Religion klammern, dass sie Leute nicht mögen, die nicht sind wie sie – das alles erklärt sich aus ihrem Frust." Seitdem dreht sich die Diskussion darum, ob ihm das die Chancen im Milieu weißer Arbeiter vermasselt. "Ich gehe jeden Sonntag in die Kirche. Aber verbittert? Das bin ich nicht", sagt Roxanne Hart.
Kein Frust, aber Ärger
In der Corner Bar hängt Zigarettenqualm. Aus den Boxen dröhnt Bruce Springsteen, an den Wänden blinkt rot-weiße Harley-Davidson-Werbung. Jim, grauer Bürstenhaarschnitt, Oberarme wie Baumstämme, sitzt vor einem Glas Coors Light. Obamas These, dass sich einer wie Jim frustriert an seine Flinte klammert, entlockt ihm ein Kichern. "Meine Remington gehört zu mir, seit ich denken kann. Mit Frust hat das gar nichts zu tun." Aber verärgert ist er, oh ja.
Jim verlegt Pflastersteine. Die Aufträge tröpfeln nur noch, keiner gibt mehr Geld aus. "Schuld ist dieser Analphabet im Weißen Haus." Für George W. Bush hat sich Jim Strafen ausgedacht, die man druckreif nicht wiedergeben kann. Bill Clinton, den fand er gut, unter dem brummte der Wirtschaftsmotor. Daher tendiert er zu Hillary, wenn auch halbherzig. "All diesen Politikern müsste man groß ins Gebetbuch schreiben: Kümmert euch zuerst um Amerika. Hier habt ihr jede Menge Konflikte zu lösen." (Frank Herrmann aus Washington/DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2008)
derStandard.at berichtet live: Spannender Kampf um Schlüsselstaaten - Mit dem Sieg in Ohio wendete sich das Blatt für Obama
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kann die Live-Berichterstattung schon ab 1.00 Uhr in der Nacht mitverfolgen. Die letzten Wahllokale schließen um 2:00, zusammen mit den CNN Exit Polls.
Ich geh mal von folgendem Resultat aus:
Clinton - 56.4% - 1.24 Mio. Stimmen
Obama - 43.0% - 0.95 Mio. Stimmen
Andere - 0.6% - 0.01 Mio. Stimmen
Clinton 86 Delegierte, Obama 72 Delegierte.
alle bitte einmal genau auf das photo schauen - wer glaubt wirklich ernsthaft, dass die amerikaner (besonders die frustrierten weißen) ihren nächsten präsidenten sehen? wer glaubt, dass sie einen schuljungen sehen, der von seinem hassprediger hochgezüchtet wurde?
http://de.youtube.com/watch?v=DXum_-8I1TA
Denounce? Reject?
http://www.msnbc.msn.com/id/211345... 2#24246110
gegen mitte/ende diskutieren pat buchanan und joe scarborough (beides republikaner) darüber wie gut mccains chancen im november gegen obama wären. und beide republikaner kommen zum schluss dass die dems dieses jahr ziemlich sicher gewinnen werden da das turnout für die dems in jedem state ein besorgniserregender faktor für die republikaner sein muss...
haben Sie die wahlbeteiligung bei den primaries gesehen (mit der ausnahme michigan, und zum teil florida)? vergleichen Sie die wahlbeteiligung der demokratischen primary mit der der republikanischen primary... (und zumindest am beginn war das republikanische rennen so offen wie das demokratische). wenn ich ein rep wäre, dann würde mir das riesige sorgen machen... die dems schaffens zu mobilisieren, nicht nur obama, sondern auch clinton. mccain schafft sowas nicht. er ist nicht so dynamisch, und womöglich auch zu alt dafür.
Unsicherheitsfaktoren für McCain:
Sein Alter, seine emotionale(n) Aussagen/ Unberechenbarkeit. McCain müsste theoretisch gegen Obama haushoch gewinnen, aber die Praxis sieht anders aus. Ich tippe auf Obama (gefühlsmäßig). Obama hat gegenüber McCain zudem Siegchancen, Clinton hingegen nicht: Sie wirkt zu verbissen, zu berechnend, zu 10-Punkte orientiert. Das wollen die Amerikaner nicht. McCain würde gegen Sie haushoch gewinnen. Obama wirds. Ich würde sogar einen kleinen Betrag darauf verwetten. Einziges Problem: Terroranschlag und Brennpunkt irgendwo auf der Welt, das würde McCain in die Hände spielen. Trotzdem setze ich auf Obama. Sollte mir auch einmal seine Rede anhören, die fantastisch sein soll. Gruß, d.u.
Das waren auch nur Gerüchte, die nie von offizieller Seite bestätigt wurden und außerdem hat es nie geheißen sie würden bereits nach Texas veröffentlicht werden. Außerdem aus strategischen Gründen, sollte es diese tatsächlich geben, ist es wesentlich sinnvoller diese nach einem eventuellen knappen Ergebnis in Pennsylvania zu veröffentlichen. Sozusagen als endgültiger Knock Out für die Clinton Campaign. Aber wie gesagt alles nur Gerüchte
... wie das heute Nacht ausgehen mag.
Ich würde sagen innerhalb einer Spanne von 5 bis 15 Punkten zu Hillarys Vorteil ist alles möglich - und ich rechne mit einem 10-Punkte-Sieg von ihr.
Obama hat nur eine Chance möglichst nahe an Hillary ranzukommen, wenn es eine enorme Mobilisierung seiner Wähler im Raum Philadelphia und Umgebung gibt.
Er muss hoffen, dass Hillarys Klientel aufgrund ihres Negativwahlkampfs die Schnauze voll hat - und deswegen zu Hause bleibt.
Und er darf natürlich hoffen, dass der Großteil der neuregistrierten Wähler sich auf seine Seite stellt, so wie es erwartet wird.
Es wird sicher einer aufregende Nacht werden - und Hillary hat eigentlich viel mehr zu verlieren als Obama, von daher bin ich guter Dinge für Obama.
Zur Information
http://ministryvalues.com/index.php... Itemid=127
Morales schimpft darüber, und Clinton will ausbauen!
die polls schliessen um 8pm lokaler zeit, was, wenn ihc richtig gerechnet habe, 2am mesz ist. möglicherweise kommen die resultate relativ schnell rein.
wohl jeder tv-sender in den us wird eine berichterstattung haben, auch online. die werden wohl auch exit polls haben, deren zuverlässigkeit aber oft zu wünschen übrig lässt.
persönlich mag ich die site von demconwatch sehr. unabhängig, informativ, und mit aktuellen links zu auszählungen.
ab ca. 2:00 kommen die ersten ergebnisse rein..
www.msnbc.com
www.cnn.com
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