Oracle weitet Klage gegen SAP im Industriespionage-Streit aus

29. April 2008, 10:07
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US-Konzern wirft deutschem Softwareunternehmen weitere Patentrechtsverletzungen vor - Außergerichtliche Einigung im Rechtsstreit wird unwahrscheinlicher

Der Industriespionagestreit zwischen den Softwarehäusern SAP und Oracle verschärft sich. Der amerikanische Datenbanken- und Softwarekonzern wirft dem deutschen DAX-Unternehmen in einer aktualisierten Klageschrift weitere Patentrechtsverletzungen vor, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Damit wird eine von SAP angestrebte außergerichtliche Einigung in dem Rechtsstreit unwahrscheinlicher.

Unerlaubter Zugang

Oracle-Chef Larry Ellison beschuldigt Europas größten Softwarehersteller, sich über die amerikanische Tochtergesellschaft TomorrowNow wiederholt unerlaubt Zugang zu einer Oracle-Webseite für die Kundenbetreuung verschafft und von dort Software sowie Dokumentation heruntergeladen zu haben. SAP-Vorstandschef Henning Kagermann hatte den unerlaubten Zugang zu Oracle-Datenbanken eingeräumt, streitet aber die Industriespionagevorwürfe ab.

Teil eines "illegalen Geschäftsmodells"

Oracle wirft dem Erzrivalen nun vor, diese Downloads seien nur ein Teil eines "illegalen Geschäftsmodells" bei TomorrowNow. SAP habe von diesen Praktiken gewusst und sie nicht beendet. Die neuen Vorwürfe könnten die Beweisaufnahme im Patentrechtverfahren erheblich in die Länge ziehen. Laut Oracle müssten Daten bei Hunderten von dritten Parteien eingesehen sowie tausende Computer und zehntausende Downloads gesichtet werden.

Vor Gericht

Am 24. April treffen sich die beiden Kontrahenten vor dem Bezirksgericht in San Francisco, um mit der Richterin Phyllis Hamilton über den Fortgang des Verfahrens zu sprechen. (APA)

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