Bewerbung - eine Anleitung

14. Februar 2002, 17:01
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Mit der Absendung schriftlicher Bewerbungsunterlagen an ein Unternehmen oder den dazwischengeschalteten Personalberater beginnt die erste Runde eines Verkaufsgesprächs für eine ganz wichtige Ware - die eigene Person. Teil eines Verkaufsgesprächs ist es, sowohl die Vorzüge als auch die Mängel eines Produktes zu besprechen. Man wird zwar versuchen, sich im besten Licht zu zeigen, darf aber die Grenze zur Unwahrheit nicht überschreiten. Sich selbst so zu präsentieren, dass man von der Firma, die einen Mitarbeiter anwerben möchte, angestellt wird, ist gar nicht so schwer. Wenn die fachliche Qualifikation stimmt und man kleine Sünden bei der Bewerbung vermeidet, steht einem positiven Ausgang der "Verhandlungen" nichts mehr im Wege.

Der Arbeitsmarkt - Schriftliche Bewerbung - Aufbau eines Bewerbungsschreibens - Das Deckblatt - Der Lebenslauf - Foto - Zeugniskopien - Die Standard- Bewerbung - Blind- oder Initiativbewerbung - Bewerbung per Telefon - Bewerbung per Internet - Bewerbung per e-mail - Eintragen in Datenbank mit Bewerbungsbögen - das Vorstellungsgespräch - Checkliste - Fallen und Fangfragen

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Der Arbeitsmarkt

Die Jobsuche sollte mit der Definition seines persönlichen Arbeitsmarktes anfangen. Welche Branchen und Unternehmen kommen für mich in Frage? Wo informiere ich mich über offene Stellen? Die Anworten sind die Basis der Bewerbung und können über ihren Erfolg entscheiden.

Drei Sektoren des Arbeitsmarktes

1. Der offene Arbeitsmarkt wird über Personalinserate oder im Arbeitsmarktservice wahrgenommen. Die Unternehmen warten auf Bewerber. Dem Vorteil, dass die offenen Stellen leicht zu erkennen sind, steht der Nachteil gegenüber,dass alle Bewerber über die gleiche Information verfügen.

2. Der verdeckte Arbeitsmarkt besteht aus Jobs, die unternehmensintern ausgeschrieben oder über Mundpropaganda besetzt werden, d.h. nicht offiziell ausgeschrieben werden. Dabei muss man seine Kontakte ins Spiel bringen: Bei Gesprächen mit Bekannten sollte man erwähnen, dass man auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist. Vielleicht wird man über solche internen Ausschreibungen informiert. Die Möglichkeit selbst auf den schwarzen Brettern der Unternehmen nachschauen, ist auch nicht außer Acht zu lassen.

3. Der potentielle Arbeitsmarkt ist die schwierigste Form der Suche nach einer neuen Anstellung. Dabei muss der Job im Unternehmen erst geschaffen werden. Hier punktet der Bewerber nur mit hervorragenden Ideen.

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Schriftliche Bewerbung

Die Grundaussage aller Bewerbungen ist, sich von seinen Mitbewerbern zu unterscheiden und die bessere Eignung für das Unternehmen hervorzuheben. Die Frage ist heute, wie komme ich mit guten Bewerbungsunterlagen über die erste Vorwegselektion zu einem persönlichen Gespräch. Oft wird bereits aufgrund der schriftlichen Unterlagen die Hälfte der Bewerber abgewiesen. Nur selten erfährt man bei einer Absage, woran man gescheitert ist, denn bei der Fülle an Bewerbungen, die in den Personalabteilungen der Unternehmen und bei Headhuntern landen, darf man nicht mehr als ein vorgefertigtes Antwortschreiben erwarten. Bei teilweise 200 Bewerbungen kann nicht jede Absage individuell formuliert werden.

Das Bewerbungsschreiben bildet den Aufhänger für Ihre Bewerbung. Es ist ein Brief (oder ein Mail), der sich direkt an den Ansprechpartner im Unternehmen bzw. den Personalberater richtet. Mit dem Anschreiben sollten Sie Interesse an Ihrer Person wecken und Argumente aufführen, die dafür sprechen, Ihnen die ausgeschriebene Stelle anzubieten. Nur wenn dieses Schreiben ansprechend gestaltet ist, wird sich der Leser die Mühe machen und auch die weiteren Unterlagen durchsehen. Wenige Sekunden reichen dem Personalberater bei der ersten Durchsicht einer Bewerbungsmappe aus, um zu entscheiden: Der Kandidat wird eingeladen oder abgelehnt. Der erste Eindruck ist von immenser Bedeutung: Kommen die Unterlagen sauber und ordentlich oder etwa verknickt und mit Flecken an? Welche Präsentationsform wurde gewählt? Wie sieht es mit Grammatik und Rechtschreibung aus? Und schließlich zählen inhaltliche Aspekte: Kommt der Bewerber im Anschreiben schnell auf den Punkt? Ist er glaubwürdig? Welche Qualifikationen und Interessen hat er zu bieten?

Um erfolgreich durch das Bewerbungsverfahren zu gelangen, müssen zuallererst die Unterlagen vollständig sein.

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Aufbau eines Bewerbungsschreibens

Eigener Name und Anschrift, Telefonnummer, e-mail

Ort und Datum

Name und Anschrift des Unternehmens

Betreffzeile (ohne das Wort 'Betreff', z.B.: Bewerbung auf die Position xyz mit der Kennummer 1234)

Anrede

Text

Grußformel (nicht zu demütig, z.B.: Mit freundlichen Grüßen)

Unterschrift

Anlagen

Dieses Schreiben wird nicht in die Bewerbungsmappe geheftet, sondern separat beigelegt. Ziel des Anschreibens ist es, kurz und präzise zu erklären, weshalb Sie der oder die Richtige für das jeweilige Unternehmen bzw. die jeweilige Position sind. Betreiben Sie überzeugende Werbung in eigener Sache, indem Sie sich ab dem ersten Satz positiv abzuheben versuchen. Machen Sie es dem Leser Ihrer Unterlagen plausibel, weshalb Sie so gut zu eben jener Firma passen.

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Eigenschaften, die ein erfolgreicher Bewerber haben sollte

- Leistungsbereitschaft und Engagement - Auffassungsvermögen und Lernbereitschaft - Flexibilität und Vielseitigkeit - Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen - Teamfähigkeit und Verlässlichkeit - Fähigkeit, mit Stress und Konflikten umzugehen

Das Deckblatt

Sie können vor dem Lebenslauf, als erste Seite Ihrer Bewerbungsmappe, ein Deckblatt einheften, das sozusagen zu dem weiteren Inhalt hinführt und vor allem einen schönen Rahmen für die folgenden Seiten bildet. Kleben Sie ein Foto von sich darauf und schreiben Sie Ihren Namen und sämtliche Kommunikationsadressen dazu.

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Nachfrage

Seien Sie nicht ungeduldig, fragen Sie allerdings nach zwei Wochen nach, wie der aktuelle Stand Ihrer Bewerbung ist und ob die Chance auf ein Bewerbungsgespräch besteht.

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Der Lebenslauf

Der Lebenslauf oder CV (curriculum vitae) stellt eine kurzgefasste Übersicht der persönlichen und beruflichen Daten eines Bewerbers dar. Er ist ein Marketinginstrument in eigener Sache und sollte daher aus der Masse der anderen Bewerber herausragen. Dabei spielen optische wie inhaltliche Faktoren eine wichtige Rolle. Um einen Eindruck Ihres bisherigen Wirkens und Schaffens zu vermitteln, muss der Lebenslauf Informationen zu Ihrer Person, Ihrer Ausbildung und den erbrachten Leistungen, Zusatzqualifikationen und auch besonderer Interessen vermitteln Verfassen Sie einen tabellarischen und übersichtlichen CV, durch den sich ein roter Faden zieht. Lassen Sie nichts aus, Lücken im Lebenslauf führen zu ungeanhnten Spekulationen von Seiten des Personalberaters oder Personalchefs.

Ziel ist ein möglichst realitätsnahes Bild, das vor allem die spezifischen beruflichen Erfahrungen genau darstellt. Oft ist diese Zusammenstellung der Erfahrungen in verschiedenen Funktionen aussagekräftiger als die reine Aufzählung der Firmen, bei denen man gearbeitet hat. Die Intensität der Beschreibung sollte allerdings mit der Dauer der Beschäftigung übereinstimmen. Bei internationalen Unternehmen ist die Chronologie des beruflichen Werdeganges umzudrehen - das letzte Dienstverhältnis kommt zuerst. Beruflich relevante Dinge, wie Ferialpraktika, Auslandsaufenthalte und die Durchführung besonderer Projekte, sollten hervorgehoben werden, um die Fähigkeiten des Bewerbers zu charakterisieren und eine Differenzierungsmöglichkeit gegenüber den Mitbewerbern zu schaffen. Nicht zu vernachlässigen ist hier das Thema Hobbys: Nur Joggen oder Schifahren sagt wenig aus, konsequentes Betreiben eines Ausdauer- oder Teamsportes lassen auf Konstitution und mentale Stärke schließen.

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Aufbau

Persönliche Daten: Name, Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum und -ort, Familienstand Schulausbildung: Schultypen und -abschluss Heeres- bzw. Zivildienst Hochschulstudium: Fächer, Schwerpunkte Berufstätigkeit/ Ausbildung: Berufliche Stationen Praktika Weiterbildung Besondere Kenntnisse (Fremdsprachen, Computer-Kenntnisse) Hobbys und Interessen Datum, Ort und Unterschrift

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Foto

Ein Foto prägt den ersten Eindruck und ist ein ganz persönlicher Teil Ihrer Bewerbung. Wählen Sie ein qualitativ überzeugendes Bild und legen Sie es in Passbildgröße bei oder kleben es auf das Deckblatt. Notieren Sie Ihren Namen auf der Rückseite des Bildes, damit es bei unabsichtlicher Trennung von Ihren Unterlagen wieder zugeordnet werden kann.

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Zeugniskopien

Legen Sie nach dem Lebenslauf Kopien Ihrer Zeugnisse in Ihre Bewerbungsmappe. Das aktuellste Zeugnis soll dabei an erster Stelle liegen. Beglaubigungen sind nicht notwendig. Im Anschluss daran legen Sie Zeugnisse von Kursen, Praktika oder Empfehlungsschreiben.

Qualifizierte Dienstzeugnisse haben einen umfassenden Aussagewert, auch wenn rechtlich vorgeschrieben ist, dass keine Bewertungen in den Text aufgenommen werden dürfen, die das berufliche Fortkommen des Dienstnehmers erschweren. Hier gibt es eine Art Geheimsprache von Personalisten, die diese gesetzliche Vorschrift umgeht. So kann zum Beispiel durch Überbetonung von Verhaltensweisen das Gegenteil des vordergründig Gesagten ausgedrückt werden. Auch das Weglassen relevanter Aspekte kann dabei Verunsicherung erzeugen. Generell sollte ein Dienstzeugnis die wichtigsten Aufgaben wiedergeben und auch in einer der Realität entsprechender Art formuliert werden. Es ist dann gut, wenn sich ein Außenstehender ein klares Bild der Position und der dabei erbrachten Leistungen machen kann. Zu den Zeugnissen, die in Kopie als Anlage mitgeschickt werden sollen, können auch solche über wichtige Kurse oder Seminare hinzugefügt werden, wenn sie eine Beziehung zur ausgeschriebenen Stelle haben. Auch persönlichkeitsbildende Kurse können mit Zeugnis oder Teilnahmebestätigung belegt werden. Natürlich sollte man die Auflistung von Seminaren nicht übertreiben, da sich sonst die Frage stellen könnte, wann denn der Bewerber überhaupt Zeit zum Arbeiten gehabt habe.

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Die Standard- Bewerbung

Wenn Sie wissen, dass vonseiten eines Unternehmens Bedarf an Neuzugängen besteht, handeln Sie rasch, die Konkurrenz schläft nicht! Dazu ist es sinnvoll, vollständige schriftliche Bewerbungsunterlagen griffbereit in der Schublade zu haben, um diese nur mehr passend auf die jeweilige Stelle zuschneidern zu müssen. Vergessen Sie nie, den Bezug zum jeweiligen Inserat anzugeben. Diese simple Handlungsweise allein erspart der Firma Bearbeitungs- und Ihnen Wartezeit. Lesen Sie weiters genau durch, welche Anforderungen an den Job gestellt werden und was das Unternehmen über sich selbst preisgibt. Stimmen gravierende Punkte nicht mit dem erwünschten Profil überein, lohnt sich eine Bewerbung meist nicht. Wer sich dennoch sicher ist, gewisse "Skills" rasch aneignen zu können, sollte es auf einen Versuch ankommen lassen.

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Blind- oder Initiativbewerbung

Wenn Sie ein Unternehmen oder einen Personalberater per Telefon, auf dem herkömmlichen Postweg oder per e-mail kontaktieren, ohne zu wissen, ob gerade Personal gesucht wird, spricht man von der Blind- oder Initiativbewerbung. Hier deponiert man klar das Interesse an einem Job. Das Risiko, die Bewerbungsunterlagen umsonst zu verschicken, ist relativ hoch, doch birgt diese Art der Stellensuche auch ungeahntes Erfolgs-Potenzial. Im Falle einer noch nicht publizierten Vakanz, ist man seinen Mitbewerbern einen Schritt voraus.

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Bewerbung per Telefon

Jedes Unternehmen, jeden Personalberater, auf den Sie aufmerksam geworden sind, können Sie auch telefonisch kontaktieren. Aber auch dieses Gespräch erfordert ein wenig Vorbereitung im Sinne eines Vorstellungsgespräches, da es durchaus passieren kann, dass das Telefonat in einem Vorab-Auswahlgespräch mit einem Personal-Entscheidungsträger endet. Wenn Sie dazu aufgefordert werden, schriftliche Unterlagen zu übersenden, zögern Sie nicht, dies zu tun.

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Bewerbung per Internet

Bewerbung per e-mail

Sich per elektronischer Post zu bewerben, bietet viele Vorteile, der eklatanteste besteht wohl sicher in der Geschwindigkeit. Gerade wenn Sie sich für einen Beruf in der IT-Branche interessieren, sollten Sie sich mit diesem Medium und seinen Möglichkeiten näher auseinandersetzen. Informieren Sie sich auf der Homepage genau über die Firma. Drucken Sie Stellenbeschreibungen und Formulare aus und studieren Sie diese offline. Prüfen Sie die Antwortmöglichkeiten: Ist eine Online-Bewerbung überhaupt erwünscht? Wird auf der Homepage nur eine Postadresse angegeben, ist klar eine schriftliche Bewerbung gewünscht. Auch wenn im Internet eher lockere Sitten herrschen, in der Bewerbung bringen Sie nur ein höflicher Umgangston und Sorgfältigkeit weiter. Es gilt die Devise: So ausführlich wie nötig, so präzise und knapp wie möglich. Lange Texte lesen sich schlecht auf dem Bildschirm, dennoch sollte die Bewerbung ein in groben Zügen aussagekräftiges Ausbildungs- und Erfahrungsprofil vermitteln. Wer wiederum allzu knapp schreibt, verursacht unnötiges Nachfragen. Drucken Sie ausgefüllte Formulare vor dem Versenden aus. Auf dem Papier sehen Sie Fehler, die Ihnen am Bildschirm nicht auffallen. Wenn Sie eigene Dokumente mitsenden, unbedingt gebräuchliche Formate verwenden. Nicht schon bei der ersten Kontaktaufnahme Zeugnisse mitschicken (außer es wird ausdrücklich verlangt. Vorsicht mit Umlauten, manche Programme können diese nicht darstellen. Die Quelle der Ausschreibung muss in jedem Fall genannt sein. Manche Unternehmungen geben hierzu Kennnummern bekannt, die bei der elektronischen Bewerbung nicht fehlen sollten. Nicht alle Personalfachleute sind schon auf elektronische Bewerbungen vorbereitet. Die beste Online-Bewerbung nützt nichts, wenn die Verantwortlichen die Mails nicht lesen oder Attachments nicht öffnen können. Wer mehr als eine Woche keine Rückmeldung erhält sollte deshalb unbedingt telefonisch nachfragen.

Buchtipp: Christofer Frank/Roland Metzger: "Bewerben im Internet", Falken Verlag.

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Eintragen in Datenbank mit Bewerbungsbögen

Sie füllen einen vordefinierten Bewerbungsbogen aus, der in einer Datenbank landet. Unsere Berater durchforsten täglich die Datenbank nach vielversprechenden Neuzugängen. Dabei bleiben Ihre Daten anonym, erst bei Interesse stellen Sie Kontakt her.

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Das Vorstellungsgespräch

Die Königsdisziplin der Jobsuche ist das Bewerbungsgespräch, das meist erst nach genauer Überprüfung der Unterlagen vom künftigen Dienstgeber angesetzt wird. Schon im Wort selbst steckt, dass es sich um Werbung in eigener Sache und um ein Gespräch handelt: Je weniger Interviewcharakter es hat, desto besser ist es, und je ausgeglichener es ist, desto mehr Nutzen können beide Gesprächspartner daraus ziehen. Ziel ist der Austausch wichtiger Informationen, das Kennenlernen des anderen und die Analyse der wahren Motive. Stärken und Schwächen gehören ebenso dazu wie die kurze Darstellung des Lebensweges und die Vorstellung künftiger Aufgaben und Projekte. Das Gespräch ist umfassend und sollte die Aspekte, die auf das künftige Dienstverhältnis Einfluss haben, beleuchten.

Mit einer dem Anlass entsprechenden Kleidung und guter Vorbereitung kommen Sie zu Ihrem Vorstellungstermin. Das passende Auftreten ist selbstbewusst, offen und (nicht übertrieben) höflich: Geben Sie sich wie Sie sind. Vermeiden Sie Selbstüber-, aber auch Selbstunterschätzung. Kommen Sie zu einem Vorstellungstermin pünktlich. Zu spät zu kommen ist schlimm, aber um vieles zu früh da zu sein, ist auch nicht gut. Bringen Sie zum persönlichen Vorstellungsgespräch Ihre Zeugnisse unbedingt auch in Kopie mit, die Sie Ihrem Gesprächspartner dann überreichen können. Schöne Mappen mit Originalen, alle beidseitig in Folien geschlichtet, die man erst extra kopieren muss, verursachen Verzögerungen, die auf Kosten Ihrer Gesprächszeit gehen.

Bereiten Sie sich auf Ihren Termin vor, indem Sie Fragen wie "Erzählen Sie mir etwas von sich selbst" oder "Was sind Ihre Stärken?" schon im Kopf einmal durchgehen. Überlegen Sie sich auch, was Sie von dem zukünftigen Arbeitgeber oder über die vakanten Position wissen wollen. Falls das Unternehmen bekannt ist, suchen Sie zB. im Internet nach Informationen darüber und bekunden so Ihr Interesse. Gehen Sie während des Gesprächs auf Ihr Gegenüber ein, erzählen Sie, wenn Sie dazu aufgefordert werden, hören Sie aber auch zu, wenn die Position oder das Unternehmen beschrieben werden.

Im Gespräch macht es immer einen guten Eindruck, wenn der Personalberater oder -chef Ihnen nicht die komplette Firmenhistorie herunterleiern muss. Vielmehr sollte bereits ein anregendes Gespräch über das Unternehmen selbst oder andere branchespezifische Themen zustande kommen. Dies beweist, dass Sie sich gut vorbereitet haben und auch tatsächlich Interesse am Unternehmen zeigen. Besuchen Sie zur Informationssammlung die WebSite des Unternehmens und versuchen Sie den Geschäftsbericht, Zahlen, Fakten Produkte und Firmenphilosophie herauszufinden. Ausdrücke wie "Teamleading", "flache Hierarchie" oder "Management by open doors" sollten bekannt sein und können ins Gespräch einfließen. Neben der Recherche sammeln Sie gute Gründe, warum gerade Sie der geeignetste Mitarbeiter für die ausgeschriebene Stelle wären.

Das gute Bewerbungsgespräch ist eine Kunst, die geübt und wie eine echte Gesprächskultur gepflegt werden sollte, wobei für beide Seiten Entscheidungsgrundlagen herauszuarbeiten, Fragen zu formulieren und übereinstimmende Werte zu überprüfen sind.

Falls das Bewerbungsgespräch zu einer Anstellung geführt hat: Gratulation! Falls nicht, nehmen Sie sich die Absage nicht zu sehr zu Herzen. Die Entscheidung eines Vorgesetzten, Sie zu engagieren oder nicht, ist oft von Kriterien abhängig, die Sie nicht beeinflussen konnten. Vielleicht waren Sie zu gut, zu teuer oder zu erfahren, dass man Angst hatte, die künftige Position würde Sie bald nicht mehr befriedigen. Oder es waren Mitbewerber im Spiel, die für das Unternehmen so ideal gepasst haben, dass Sie chancenlos waren. Und nicht zuletzt spielt auch die Chemie zu den zu erwartenden Vorgesetzten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn die nicht stimmt, wäre eine Zusammenarbeit auch für Sie nicht zum Traumjob geworden. Nutzen Sie die Kompetenz des Personalberaters, indem Sie fragen: "Was könnte ich nach Ihrer professionellen Meinung besser machen" und dann konzentrieren Sie sich einfach auf die nächste Bewerbung.

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Checkliste

1. Ich habe den Vorstellungstermin bestätigt. Unangemeldet ist unprofessionell!

2. Die Anreise wurde sorgfältig geplant Es gibt nichts Unhöflicheres als Unpünktlichkeit.

3. Ich kenne die wichtigsten Informationen über das Unternehmen.

4. Ich habe die Bewerbungsunterlagen nochmals studiert und weiß, was ich geschrieben habe.

5. Ich kann gute Gründe nennen, warum ich eingestellt werden sollte.

6. Ich habe mir Fragen überlegt, die ich dem Personalisten stellen könnte.

7. Ich bin fit und ausgeruht und kann dies nach außen verkörpern.

8. Schreibzeug, Block und Terminkalender trage ich für Notizen bei mir.

9. Ich habe das Einladungsschreiben parat und weiß, wer mein Ansprechpartner ist.

Fallen und Fangfragen im Vorstellungsgespräch

1. Die Wartenummer

Manche Personalchefs lassen Kandidaten mit Absicht warten. Dann heißt es ruhig bleiben. Die Unhöflichkeit ist ein Reaktionstest. Später wird die Sekretärin nach ihrer Einschätzung gefragt. Ebenfalls gern praktiziert: Unterbrechungen während des Gesprächs. Bei Dauertelefonaten sollte man anbieten, zu einem späteren Termin wiederzukommen.

2. Das Verhör

Zwei Gesprächspartner sind problematisch. Vor allem bei der Verhör-Taktik. Der eine Interviewer ist nett, der andere mimt den Provokateur. Wichtig: Immer freundlich bleiben, nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das ist ein Stress-Test.

3. Der Alkoholikertest

Drinks und Zigaretten sind tabu. Kaffee und Kekse sind zwar unverdächtig, aber nicht ungefährlich: Mit vollem Mund wirkt man wenig überzeugend.

4. Die Fangfragen

"Warum sollte ich Sie einstellen?", wird am besten mit einer Gegenfrage pariert: "Sie kennen meinen Lebenslauf. Auf welche Punkte soll ich näher eingehen?". "Wo liegen denn Ihre Schwächen?", ist ähnlich beliebt. Private Antworten will da keiner hören. Besser: "Ich bin schon sehr perfektionistisch" oder : "Bei mir muß alles sehr schnell gehen".

5. Die Babyfalle

Kinder gehen niemanden etwas an. Selbst wer schwanger ist, muß das nur bei befristeten oder gesundheitsgefährdenden Jobs offenbaren. Und sonst heißt die Antwort: "Im Moment will ich diesen Job, kein Kind."

Buchtipps

Andreas Spannring: "Jobsuche in Österreich"

Gabriele Mörth/ Lore Sander: "Erfolgreich Arbeit suchen"

"Career '99"-Handbuch (für Studenten und Jung-Akademiker)

Die zwei Seiten der Jobsuche

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