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Teufelberger: In Anbetracht der Rahmenbedingungen: Ja. Es tut halt weh, wenn man sieht, dass wir uns aus der Türkei zurückgezogen haben und der ebenfalls börsennotierte Mitbewerber Sportingbet sagt, wie toll es ihm dort geht. Hätten wir das Türkei-Geschäft nicht aufgegeben, wäre ich mit den Zahlen wirklich zufrieden.
STANDARD: Wie viel hätten Sie denn mehr verdient? Würden Sie die Entscheidung gern rückgängig machen?
Teufelberger: Mindestens 30, wenn nicht 40 Millionen Euro Brutto-Rohertrag. Ich würde schon gerne zurück, aber unsere Anwälte sagen, in der Türkei ist die Rechtslage eindeutig, und wir denken, dass wir nicht Piraterie betreiben sollten. Wir sagen, Europa kämpfen wir aus, da haben wir einen Rechtsrahmen und eine vertretbare Rechtsmeinung. Wir halten uns an die Regeln. Aber es tut natürlich extrem weh, ob das jetzt die Türkei ist oder Amerika.
STANDARD: Glauben Sie, dass das Verbot für Online-Gaming in den USA bald fällt?
Teufelberger: Politiker, die für dieses unselige Gesetz gestimmt haben, haben schon gesagt, dass sie es nicht hätten tun sollen. Denn transparente Unternehmen haben sich zurückgezogen und die intransparenten sind noch drin. Wenn es so weitergeht, macht Pokerstars von Tel Aviv aus in Amerika bald zwei Milliarden Euro, und dann wird der Markt geöffnet, und sie kriegen vielleicht noch eine Lizenz. Dann müssen wir uns dumm fühlen. Auch bei Full Tilt Poker aus Las Vegas klingelt die Kasse.
STANDARD: Was planen Sie 2008?
Teufelberger: Eine Fortsetzung der 2007 eingeschlagenen Strategie des profitablen Wachstums. Wir wachsen zwischen 20 und 30 Prozent, und wir werden die Marketingausgaben, prozentuell am Revenue gemessen, reduzieren. Größtes Investment wird die IT-Plattform sein. Wir werden bis Jahresende noch 150 Leute aufnehmen, dann bei 700 IT-Leuten sein. Das ist aus unserer Sicht notwendig, um gerüstet zu sein, wenn es mit neuen regionalen Regularien losgeht.
STANDARD: Vor einigen Jahren war ihr Ziel, das Unternehmen 2007 verkaufen zu können ...
Teufelberger: Wir haben immer gesagt, 2008 wollen wir der größte Online-Anbieter sein, das haben wir erreicht. Von den Legalen, sage ich mal. Aber verkaufen kann man vergessen, das ist nicht unsere Strategie.
STANDARD: Beim aktuellen Kurs ist es auch uninteressant.
Teufelberger: Es ist nicht nur der Kurs. Man kann ein Produkt nicht halb gebacken verkaufen. Manfred Bodner und ich haben uns gerade nochmals für fünf Jahre verpflichtet. Wir haben vor, das Produkt so weit fertigzumachen, dass die Globalisierung absehbar ist. Es wird davon abhängen, ob wir es schaffen, in Asien eine Lizenz zu kriegen. Wir sind dort in fünf Märkten mit Regierungen im Gespräch, und unsere Asien-Leute sind zuversichtlich, dass wir in zwei Jahren eine Lizenz haben werden.
STANDARD: Was investieren Sie dort?
Teufelberger: Seit zwei Jahren circa drei Millionen jährlich. Da muss dann schon mal was herauskommen.
STANDARD: Und in die Regulierungsfragen?
Teufelberger: Der Aufwand wird immer größer, mittlerweile sind es acht Millionen für Regulatory Affairs.
STANDARD: Bemühen Sie sich in Europa auch um neue Lizenzen?
Teufelberger: Unsere Argumentation ist ja immer, dass wir das nicht brauchen. Aber wenn es eine Lizenz gibt, dann werden wir die lösen. Es wird einen Kompromiss geben, da es in Wirklichkeit ja nur um die Steuern geht. Wir lassen daher gerade von der KPMG für Frankreich und Deutschland Steuermodelle entwickeln.
STANDARD: Wären solche Modelle überhaupt möglich?
Teufelberger: Mit Gesetzesänderungen hie und da ist es möglich. Es ist extrem komplex. Wir denken, es wird über bilaterale Agreements gehen.
STANDARD: Welche Steuerquote stellen Sie sich denn vor?
Teufelberger: In Spanien sind es z. B. zehn Prozent, in England 15 Prozent. Es muss angemessen sein, sonst macht es keinen Sinn. Es wäre natürlich sinnvoller, wenn es in Europa eine Steuerquote x gibt, und die wird eingehoben und den Ländern, aus denen die Kunden kommen, gutgeschrieben.
STANDARD: Technisch ist das kein Problem, die Kunden zuzuordnen?
Teufelberger: Das ist leicht machbar. Nie zu 100 Prozent, aol-Kunden kann man z. B. nicht zuordnen, aber den Großteil sehe ich natürlich. Die Behörden können auch jederzeit live auf unser System schauen. Wir haben ja nichts zu verstecken. Da gibt es schon jetzt technologisch die Möglichkeit, das ordentlich zu machen. Und wenn eine Regierung etwas auditen will, kann sie das auch machen.
STANDARD: Werden Sie sich auch in Österreich um eine Lizenz bewerben?
Teufelberger: Wenn es sinnvoll ist. Aber um eine Monopollizenz sicher nicht.In Spanien haben wir gerade zwei Lizenzansuchen - für einen Test-Shop in Madrid, den wir in einem Joint Venture mit Betbull betreiben wollen, eine Art Flagship Store und für eine online-Lizenz.
STANDARD: Was sind Ihre Pläne mit der E-Money-Lizenz, die Sie von der Financial Services Authority (FSA) gerade in England bekommen haben?
Teufelberger: Die FSA hat für uns schon um das Passporting, also die Ausweitung der Lizenz auf ganz Europa angesucht. Wir wollen mit einer Prepaid Card starten und denken in Richtung Kreditkarte.
STANDARD: Wie geht es mit der Marktkonsolidierung weiter? Und was wollen Sie für ihre Aktie machen, deren Kurs schon lange dahindümpelt?
Teufelberger: Wir glauben, dass innerhalb des nächsten Jahres die Konsolidierung beginnen wird. Sobald sich das amerikanische Department of Justice mit 888, Sporting Bet und Party Gaming einigt, werden unserer Meinung nach zwei der drei Unternehmen verkauft. Wir wollen zwar lieber organisch wachsen, aber um überhaupt theoretisch in der Lage zu sein, eines der Unternehmen zu kaufen, brauchen wir einen höheren Kurs, denn wenn man so eine Akquisition macht, macht es nur mit einem Aktientausch Sinn. Wir werden daher wieder verstärkt rausgehen und unsere Geschichte erzählen. Im Herbst haben wir wahrscheinlich so viel Fleisch in der Suppe, dass es Sinn macht. Es wird eine Guidance geben, und es werden strategische Partnerschaften kommen, die wir dann schon beschreiben können. (Gabriele Kolar, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 21.04.2008)
dass Verbote eher die organisierte Kriminalität fördern, das Problem aber nicht beseitigen.
Daher sollte man durch präventiv durch Aufklärung und Erziehung die Menschen so fit bekommen, dass sie nicht spielsüchtig werden, bereits erkrankten Menschen sollte man flächendeckend Hilfe anbieten.
Durch höhere Abgaben auf privates Glücksspiel könnte man die notwendige Prävention und Therapie finanzieren.
Ziel sollte es sein, die Selbstverantwortung des Einzelnen so zu stärken, dass er gegen krank machende Einflüsse immunisiert wird. Das wäre dann die Lösung einer offenen und freien Gesellschaft. Pathologische Formen des Konsums haben mit einem "freien" Markt nichts zu tun.
Selbstverständlich muss Glücksspiel das die öffentliche Hand kontrolliert betreibt gestattet werden, sonst hätte man ähnliche Zustände wie in den USA zu Zeiten der Prohibition. Für Geschäftemacherei durch Private, ersehe ich aber in Ihren Ausführungen nicht das geringste Argument.
menschen in eine spielabhängigkeit zu bringen und sie finanziell auszunehmen wie weihnachtsgänse. natürlich wird moralisch auf dem klavier gespielt, dass ja jeder mensch die eigene entscheidung trifft, ob er/sie sich vor so einem geldfressenden automaten hinsetzt oder auf irgend etwas wettet. mich wundert, dass menschen, die in diesem gewerbe in verantwortlicher position sitzen überhaupt ruhig schlafen können......
Der Umsatz muss nur brav versteuert werden. Es gibt ja auch die Casinos.
Glücksspiel gehört verboten. Grade mal Lotto und Toto finde ich noch in Ordnung. Ein paar Glückslose vielleicht. Aber keine Glücksspiele mit Mindesteinsatz, bei denen auf einem Schlag ein Vermögen weg sein kann.
Sicher sind solche Menschen auch selbst schuld, aber man muss die Schwächen anderer Leute nicht gleich ausnützen um sich zu bereichern und so tun, als wäre man nur Geschäftsmann, der Unterhaltung bietet.
Das beim Glücksspiel die Bank am besten davonkommt, ist doch von vornherein klar. Wer reich werden möchte, bietet Glücksspiele an und ist auf der sicheren Seite.
Der Typ ist ne R.a.t.t.e!
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