Ex-"Armen-Bischof" wird neuer Präsident

Redaktion, 21. April 2008, 17:45
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Fernando Lugo hat nach seinem Wahlsieg der Korruption den Kampf angesagt - Befreiungs­theologe stellte auch Agrar- und Gesundheits­reform in Aussicht

Asunción/Caracas – Paraguay wird von einem ehemaligen Bischof regiert werden. Fernando Lugo siegte bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag mit 40 Prozent der Stimmen und beendet damit die 61-jährige Herrschaft der Colorado-Partei, die schon unter Diktator Alfredo Strössner (1954–1989) das Land regierte. Die Kandidatin der Colorados, die ehemalige Bildungsministerin Blanca Ovelar, kam nach Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmen auf 30 Prozent und gestand noch am Abend ihre Niederlage ein. Die Wahlbeteiligung lag bei 65 Prozent.

In der Hauptstadt Asunción feierten tausende Sympathisanten die Nacht über frenetisch mit Hupkonzerten und Feuerwerkskörpern. Der 56-jährige Befreiungstheologe hat eine Agrar- und Gesundheitsreform in Aussicht gestellt sowie die Bekämpfung der grassierenden Korruption versprochen. Damit wird nach Venezuela, Bolivien, Argentinien, Ecuador, Chile, Brasilien und Uruguay ein weiteres südamerikanisches Land von der Linken regiert werden.

Abenteuer der Kleinen

In einer ersten Reaktion am Sitz seines Wahlkampfkommandos in Asunción dankte Lugo mit bewegter Stimme seinen Helfern, die „dieses Abenteuer der kleinen, einfachen Menschen von Anfang an unterstützt haben“. „Heute beginnt eine neue Ära. In Zukunft soll Paraguay nicht mehr im Ruf eines korrupten Armenhauses stehen, sondern bekannt werden für seine Transparenz und Aufrichtigkeit“, sagte er. Paraguay zählt laut transparency international mit Venezuela, Haiti und Ecuador zu den korruptesten Ländern Lateinamerikas. Unterstützt wurde Lugo im Wahlkampf von einer bunten „Patriotischen Allianz für den Wandel“, der neben der traditionellen Liberalen Partei auch Gewerkschaften, Bauernbewegungen und linke Jungparteien angehören.

Experten prognostizieren dem vom Vatikan suspendierten Bischof, der sein Amt am 15. August antreten wird, keine einfachen Zeiten. Macht- und Flügelkämpfe innerhalb der ideologisch sehr heterogenen Allianz sind ebenso wahrscheinlich wie eine Blockadepolitik der Colorados im Kongress. Außerdem droht ein Konflikt mit den Nachbarländern Argentinien und Brasilien, da der Ex-Bischof die Nutzungsverträge der beiden binationalen Staudämme neu aushandeln will.

Das Agrarland Paraguay nutzt nur einen Bruchteil der ihm zustehenden Energie, der Rest wird zu lächerlich niedrigen Preisen in die beiden unter Energieknappheit leidenden Nachbarländer exportiert. Makroökonomisch steht das Land dank der boomenden Sojaexporte mit einem Wachstum von sechs Prozent zwar gut da, doch 35 Prozent der sechs Millionen Einwohner sind arm, ein Fünftel hat keinen Anschluss an Trinkwasser oder die Kanalisation, 35 Prozent sind arbeitslos oder unterbeschäftigt. Knapp eine Million Paraguayer ist mangels Perspektiven ins Ausland abgewandert. (Sandra Weiss/DER STANDARD, Printausgabe, 22.4.2008)

Kommentar posten
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Yomellamo Hansito Retro-Holger3
 
50
22.4.2008, 18:45
Bitte nach Kuba auswandern, Herz-Jesu-Marxist!

_fritz
03
22.4.2008, 21:14
bitte ins krone-forum auswandern

avalon2008
02
22.4.2008, 21:00
Dieses Posting ist zum kotzen

Ich hoffe daß Leute die eine Weltanschauung wie Sie haben bald den Lokus der Weltgeschichte verschwinden.
Für Sie ist schon ein Christsozialer schon ein Marxist. Die Neoliberalen finden hoffentlich bald eine Menschenlehre Insel auf der Sie sich gegenseitig auffressen können.

increible
00
23.4.2008, 05:19

Lies mal den Wikipedia-Artikel zum Thema: "Troll".
Trolle soll man nicht füttern.

Titeuf
 
05
22.4.2008, 14:44
Leicht wird er es wahrlich nicht haben,

aber auch die weiteste Reise beginnt mit dem ersten Schritt und zumindest kann Paraguay wieder Hoffnung schöpfen, was dem Land Jahrzehnte lang verwehrt blieb.

Alles Gute Fernando!!

²ur des °es
71
22.4.2008, 08:22
Kleine, einfache Menschen haben nicht das Potenzial ein Land zu regieren.

Mal schauen ob es die Südamerikaner überleben werden - die Afrikaner leider nicht.

ernesto perez
16
22.4.2008, 14:30

das ist wie mit dem Gehirn,sie scheinen ein grosses zu besitzen,aber das sagt nichts,aber auch nichts über den Inhalt aus,es könnte auch nur Wasser und blaue Luft sein.

Nowotila
14
22.4.2008, 12:24
Es lebe die Sklaverei. Die Sklaven sind zu blöd um alleine zu überleben,

sie brauchen den Sklavenherren - meinen die Sklavenhalter.

Walter Angelli
41
22.4.2008, 07:32
Schön, ein Kirchenfürst als Staatsoberhaupt.

Das wäre doch auch mal wieder etwas für Österreich.

Ich erinnnere an BK Prälat Dr. Ignaz Seipl.

links kritik
 
00
22.4.2008, 13:07
in tibet fühlt sich sogar ein mönch als staatsoberhaupt

lugo ist wenigstens ein ex. bischof

Stifter
02
22.4.2008, 09:32

@ Angelli:

Lugo ist KEIN "Kirchenfürst". Er hat sein Bischofsamt schon vor 2 Jahren zurückgelegt und ist vom Vatikan in den Laienstand zurückversetzt worden. Daher ist er jetzt ein ganz "normaler" Bürger mit allen staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten. Und wenn er von der paraguayischen Bevölkerung zum Präsidenten gewählt wird, so ist das vollkommen ok und hat nichts mit Vermischung von Staat und Kirche zu tun.

GarciaLorca
16
21.4.2008, 22:12
VIVA PARAGUAY!!!

Leider ist dieses ehemals schöne Land ökologisch schon vollkommen zerstört worden unter den traurigen Jahrzehnten der Colorados. Der Wald ist fast zu Gänze verschwunden und die Großgrundbesitzer sitzen auf ihren Soja- und Rinderfarmen, während 100.000e Bauern gar nichts haben...
Er wird es nicht leicht haben, aber es ist mal ein Anfang!

Horst Holger
142
21.4.2008, 21:47
schön Sieg für Paraguay

bleibt nur zu hoffen, daß sich Lugo nicht wie andere Präsidenten durch Chavez "fernsteuern" läßt

aron lei
01
22.4.2008, 17:26

ferngesteuert?Das sollten sie ihm überlassen,glaube kaum das er in ihren Anzug springen will oser möchte.Halt der feine Unterschied.

moribundo
24
22.4.2008, 00:27

Ein letztes mal

Holger bitte bleibt im Venezuela forum.

sonst kann deine tiraden echt keiner gebrauchen!!

GG22
27
21.4.2008, 23:36
Herr Holger,

die Glückwünsche nimmt Ihnen keiner ab, der Ihre Postings kennt.

Die Fernsteuerung durch die USA, die Paraguay so viel Elend brachte, haben Sie nie befürchtet.

boa vista
30
21.4.2008, 20:24

sehr, sehr erfreulich!! hoffentlich folgt bald die abwahl der rechten regierungen in kolumbien, mexiko und el salvador ... und der sturz der kommunistischen diktatur in kuba.
alles in allem demokratiepolitisch sehr erfreuliche tendenzen in lateinamerika!

moribundo
05
22.4.2008, 00:27

El Salvador wird 2009 sicher fallen.

Que viva Funes!

Ava Tar
24
21.4.2008, 20:35
Die rechte Regierung in Mexiko WURDE bereits abgewählt.

Man sagt es wurde nur nach Florida-Art ausgezählt

increible
00
23.4.2008, 05:27

Für dich noch mal: AMLO hat die Wahl verloren. Auf der Strasse "voto por voto" die nochmalige Auszählung aller Stimmen verlangen, aber beeinsprucht wurde von der PRD nur ein kleiner Teil der Ergebnisse der Wahllokale, wo es einen begründeten Einspruch gab, wurde nachgezählt. In den Wahllokalen saßen Vertreter aller Parteien, auch von der PRD, die dann die Listen mit den Resultaten unterschreiben mussten.
Lügen werden durch permanentes wiederholen nicht wahrer.

Ava Tar
01
21.4.2008, 19:33
Una gran esperanza para los Paraguayos !

avalon2008
04
21.4.2008, 17:59
Das war ein grosser Sieg für die Demokratie und Gerechtigkeit in Südamerika

Es ist herzerfrischend daß gerade in Lateinamerika wo jahrzehntelang faschistische Diktatoren an der Macht waren jetzt die Demokratie in Verbindung mit dem Versuch soziale Gerechtigkeit für die so lange unterdrückten Menschen dieser Länder herzustellen. Die wahre Demokratie kann es nur mit sozialer Gerechtigkeit geben.

Hurra Deutschland!
00
21.4.2008, 20:06

Schon, aber der Standard schrieb doch erst kürzlich, die Wahl werde vermutlich gefälscht. Was ist denn nun damit?

dr. kokos
 
03
21.4.2008, 21:25

wurde ja genügend gefälscht. wie hätte die gegnerin sonst 30% erreicht? mehr war einfach nicht mehr drin.

_fritz
115
21.4.2008, 17:51
kollateralschaden im "krieg gegen den terror" - enmal andersrum


wir können seit jahren eine entwicklung südamerikas beobachten, die nur deshalb möglich war und ist, weil die usa ihre kräfte (geheimdienst, armee, us-hilfsprogramme) im "kampf gegen den terror" gebunden haben und deshalb kaum noch ressourcen für die früher üblichen schweinereien in süd-/mittelamerika haben.

chavez, evo & co, und jetzt auch lugo dürften dieser schwäche der usa verdanken, dass sie noch am leben sind





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