Gewerkschaft beschließt unbefristeten Streik bei Deutscher Post

Redaktion
21. April 2008, 07:11

Nachdem die Tarifgespräche zwischen Post und Gewerkschaft ver.di scheiterten, kündigte die Tarifkommission heute Streiks ab dem 2. Mai an

Düsseldorf - Bei der Deutschen Post stehen die Zeichen auf Streik. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen drohte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Samstag in Düsseldorf mit einem unbefristeten Arbeitskampf ab Mai. Ab Freitag soll zunächst eine Urabstimmung beginnen, ab dem 2. Mai soll es dann zu Arbeitsniederlegungen kommen. Verdi-Vorstandsmitglied Andrea Kocsis nannte das Angebot der Arbeitgeber eine "pure Provokation". Knackpunkt bei den in der Nacht zum Samstag abgebrochenen Verhandlungen war die von der Post verlangte Verlängerung der Arbeitszeit, die Verdi strikt ablehnt.

Die Deutsche Post hatte nach eigenen Angaben zuletzt eine Gehaltserhöhung um rund 5,5 Prozent in den kommenden zwei Jahren und eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Juni 2011 angeboten. Im Gegenzug beharrte das Unternehmen auf der Erhöhung der Arbeitszeiten bei den Tarifangestellten. Die 130.000 Mitarbeiter sollten demnach künftig eine halbe Stunde pro Woche länger arbeiten. Die Wochenarbeitszeit der 55.000 Beamten, die seit Anfang April 41 Stunden pro Woche beträgt, soll den Angaben zufolge um eine Stunde zurückgehen. Verdi will die Arbeitszeit allerdings auf 38,5 Stunden pro Woche festschreiben.

Laut Verdi sollen zudem bei Angestellten und Beamten zwei Stunden Pausenzeiten wegfallen. Die Arbeitszeitverlängerung gefährdet nach Ansicht der Gewerkschaft mehr als 12.000 Arbeitsplätze. Nach Berechnungen von Verdi beläuft sich die Tariferhöhung unter anderem durch Nullmonate über einen Zeitraum von 26 Monaten gerechnet im Volumen lediglich auf gut zwei Prozent. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn, einen Kündigungsschutz bis 2011 und den Verzicht auf Arbeitszeitverlängerungen.

Deutsche Post will Streik abwenden Die Deutsche Post ist ungeachtet der Ankündigung der Gewerkschaft Verdi zu weiteren Verhandlungen bereit. "Wir suchen das Gespräch", sagte ein Post-Sprecher. "Wir sollten die Zeit bis zum 02. Mai nutzen, um zu einer Lösung zu kommen", appellierte er an die Gewerkschaft, die dann mit einem unbefristeten Ausstand bei der Post beginnen will. Der Konzern habe ein "sehr gutes und verhandlungsfähiges Angebot" im Streit um Löhne, Arbeitszeiten und Kündigungsschutz vorgelegt. (APA/AFP/Reuters)

  • Berechnen Sie Ihren Brutto- oder Netto-Lohn mit dem Brutto-Netto-Rechner von derStandard.at/Karriere
Share if you care
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Deswegen Mailserver

die streiken nie, und sind Informationsträger frei von Lohnnebenkosten. :)

Wohin will eigentlich der deutschsprachige Raum wenn künftig Robotik mehr zum Thema wird? Diese Gesellschaft muss sich ändern!

Und was machen sie

wenn man plötzlich durch den Streik daraufkommt, man braucht inzwischen, wegen Fax und Internet die Post, gar nicht mehr.

Klar, wo das "papierlose Büro" praktisch schon realisiert ist...

Die viel gelobte Österreichische Sozialpartnerschaft bringt nur halb gare lösungen wo beide seiten unglücklich sind damit.

In Deutschland funktioniert die Arbeitervertretung noch (teilweise zumindest)

jein

sicher soll man nicht daram herummeckern, dass es ein streikrecht gibt, und wenn die postgewerkschafter meinen, da muss mehr drin sein, dann ist streik ein mittel dazu.
die frage ist wohl eher, ist es klug, vorschnell mit großen streiks daherzukommen? denn die von einigen beklagte mangelnde solidarität wird nicht unbedingt erhöht, wenn dauernd die gleichen aus dem umfeld der öffentlichen wirtschaft streiken. man hat nämlich kaum das gefühl, dass postler oder eisenbahner so ein harter job wär und trotzdem oft streik. selten hört man vom krankenpflegerstreik oder vom sozialarbeiterstreik. woran mag das liegen?? vielleicht daran, dass die gewerkschftassolidarität auch nur die eigene abgegrenzte klientel umfasst? dann ist das auch egoismus!!

auf den Ruecken der Kunden ist auch nicht optimal.

Bei der DPWN

geht es schon lange rund Die Gewerkschaft soll aufpassen ob sie nicht mir Ihren Aktionen den tönernen Riesen zu Fall bringt.

jaja, man glaubt es kaum

da sehen die Mitarbeiter, wie sich die Manager jedes Jahr die Gagen gegenseitig im deutlich zweistelligen Prozentbereich erhöhen, und dann wollen Sie selbst auch noch tatsächlich eine Lohnerhöhung, die zumindest die Inflation abfängt...

Kommen als nächsten die Forderungen nach Einsatz von Schusswaffen bei Streikenden, oder wie?

Man merkt ja eh schon tag täglich, wohin die mangelnde Solidarität in unserer Gesellschaft führt: Zu immer mehr armen Menschen.

PS: Mutig, richtig und zum nachmachen sind genau solche Menschen, die sich wehren uns sich nicht alles gefallen lassen.

Machen die da oben Tag für Tag so.

Warum man dieses Recht einfachen Arbeitern absprechen will, ist mir absolut unverständlich.

Na gut...

warum denn nicht. Im Grunde ist es eh egal, ob der tönerne Riese durch die Manager oder durch die Gewerkschaft fällt.

Ach ja, draufzahlen werden die Reichen nicht, en nur wieder die kleinen Angestellt und Arbeiter. Aber Hauptsache die Gewerkschaft war moralisch im Recht.

äh

draufzahlen werden nur die arbeiter?

ich dachte bisher immer, die manager tragen so enorm viel verantwortung, die sie im ernstfall auch wahrnehmen müssen?

oder war das nur eine fadenscheinige begründung für extrem hohe gehälter, bonis,...

wenn ja: warum verdienen die dann so viel ?

Das mit der Verantwortung ist tatsächlich Chuzpe..

aber warum die soviel verdienen

Weil zigtausende Angestellte auf einen Topmanager kommen. Mangelware halt.

zwei verhandler mit zwei unterschiedlichen zielen. anstatt eines kompromisses fuehlt sich eine seite provoziert und streikt.
das kann doch nicht die zukunft sein...

deutschland wird bald so sein wie frankreich und irgendwann schwappt die welle auf oesterreich ueber. streikkultur... aeh... ja... hat fuer mich nichts mit erwachsenen menschen zu tun. erinnert eher an die trotzphase von kleinkinder.

Leider sind Sie

in dieser Hinsicht kein Einzelstück, der gelernte Österreicher steht ja nicht einmal auf und rebelliert gegen solch verlogenes Pack wenn es ihm die Kehle zuschnürt. Das "Angebot" der deutschen Pest unterscheidet sich von einem Fausthieb nur durch die salbungsvolle Formulierung. Eigentlich gehört viel mehr gestreikt. Nämlich bei den Marktbegleitern TNT und der Axel Springer Bude die mit ihren modern slaves den Markt ruinieren dürfen.

die verdi entwickelt sich zum komiker-verein

die legen an allen ecken brände.

wie gut dass unser hundsdorfer keinen streifonds (mehr) hat.

5,5% ist verrückt. Lohn-Preis-Spirale, anyone?

2,75 pro jahr ist "verrückt" bei 2,5 inflation?

Der geneigneten Leserschaft soll noch gesagt sein...

Dass die Post in Deutschland eh schon den höchsten Mindestlohntarif hat! Und ich frage mich ernsthaft, warum sich diejenigen, die schon die höchsten Lohnzuwächse bekommen, immer wieder zum Zug kommen und diejenigen, wie z.B. im sozialen Sektor, kaum? Es ergibt sich wohl eine schiefe Optik, wenn gewisse Gewerkschaften aus einem Selbstzweck heraus sich echauffieren und andere müssen sich ducken, weil nur die großen an den Futtertrog kommen.

Langsam finde ich diese Streikerei der Post in Deutschland nur noch lächerlich.

mfg

Tja! Europa verliert mehr und mehr an Stabilität!

Als kleine Firma in Thailand versenden wir sehr viel nach Deutschland. Normalerweise ca. 5-9 Tage. Jetzt gibts ein paar Sendungen die Ende Maerz abgeschickt wurden, in Deutschland sind aber nicht mehr gefunden werden. Da herrscht volles Chaos.

ach wo

ich krieg ständig post aus deutschland. Das funktioniert in 99 fällen tadellos. im unterschied zu den privaten paketzustellern . Da hab ich ständig ( in etwa 30 prozent der fälle!!!) schwierigleiten und muss meine sendungen nachforschen lassen. Da herrscht wirlich chaos und offensichtlich leidet da die qualität des zustellungsservice unter den sich gegenseitig unterbietenden dumpingpreisen und wohl auch dumpinglöhnen.

ich stimme zu bis Anfang April, jetzt gibts Schwierigkeiten.

was hat das mit dem artikel zu tun?

gute entscheidung, solche entschlossenheit würde man sich bei den österreichischen gewerkschaften auch wünschen!

Streiken um Privilegien behalten zu können?

Das kanns ja wohl nicht sein!!

Neue Definition: Solidarität ist, wenn alle auf das Geld verzichten, das sie mehr verdienen als der Allerärmste.

So stellt sich die Wirtschaft die ideale Arbeitnehmersolidarität vor.
Aber daß keiner jetzt zum "Konsumverweigern" anfängt!

Posting 1 bis 25 von 42
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.