Burgtheater-Direktion: Stantejsky folgt auf Drozda

28. April 2008, 11:48
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Kaufmännische Geschäftsführerin ab 1. September

Wien – Silvia Stantejsky wurde am Freitag mit Zustimmung von Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) zur kaufmännischen Geschäftsführerin des Burgtheaters bestellt. Sie folgt Thomas Drozda nach, der mit 1. Juli die Generaldirektion der Vereinigten Bühnen Wien (Theater an der Wien, Ronacher, Raimundtheater) übernimmt, aber noch für den Geschäftsabschluss der laufenden Saison verantwortlich zeichnen wird. Der Vertrag von Stantejsky beginnt am 1. September (zeitgleich mit dem neuen Geschäftsjahr) und läuft zwei Jahre mit Option auf eine Verlängerung um drei weitere Jahre. Man entschloss sich zu dieser Lösung, weil im kommenden Sommer ein Direktionswechsel ansteht: Auf Klaus Bachler, der nach München geht, folgt Matthias Hartmann (derzeit Zürich).

Stantejsky, 1955 in Wien geboren, kennt "die Burg" wie kaum jemand anderer und erlebte nahezu jede denkbare Extremsituation in einem Theater mit: Die Betriebswirtin, die nebenbei auch Theaterwissenschaft studierte, war von 1980 an Leiterin des administrativen Betriebsbüros unter den Direktoren Achim Benning und Claus Peymann. Seit der Ausgliederung 1999 in eine GmbH ist sie Prokuristin und Stellvertreterin von Thomas Drozda (zuständig für Personal-, Rechts- und Vertragsangelegenheiten, Bilanzen, Produktionsfinanzierung, Organisation, Strukturänderungen innerhalb der Technik).

Ein Jahrzehnt lang war die Basisabgeltung (43,7 Millionen Euro) gedeckelt. Für die laufende Saison bekam man aus einer Sondertranche für die Bundestheater 2,2 Millionen Euro zusätzlich. Doch dieser Betrag reicht nicht aus: Im Gespräch mit dem STANDARD beziffert Stantejsky – die nicht ohne Grund als Hobby neben Ballett und Reisen das "Interesse an verrückten Menschen" nennt – den zusätzlichen Finanzbedarf für das Burgtheater mit 3 bis 3,5 Millionen Euro. Zudem müsse die Inflation abgegolten werden: "Dann kommen wir auf lange Sicht aus. Wenn nicht, bleibt es Jahr für Jahr eine Zitterpartie" – mit der Gefahr des Verlusts an künstlerischem Niveau. (Thomas Trenkler, DER STANDARD/Printausgabe, 19/20.04.2008)

  • Kennt das Burgtheater wie kaum jemand anderer: Silvia Stantejsky leitete von 1980 bis 1999 das Betriebsbüro und ist seither Prokuristin.
    foto: georg soulek

    Kennt das Burgtheater wie kaum jemand anderer: Silvia Stantejsky leitete von 1980 bis 1999 das Betriebsbüro und ist seither Prokuristin.

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