Österreichs Schuldenquote sinkt

18. April 2008, 13:24
107 Postings

Das heimische Budget­defizit lag 2007 bei 0,5 Prozent und damit unter dem Schnitt der EU, Ungarn ist traurige Spitze mit 5,5 Prozent

Brüssel/Luxemburg - Das gesamtstaatliche Budgetdefizit Österreichs betrug 2007 0,5 Prozent, lag also unter den von der Bundesregierung prognostizierten 0,7 Prozent. Dies geht aus den jüngsten Defizitdaten des EU-Statistikamts Eurostat hervor, die am Freitag publiziert wurden. Demnach betrug die durchschnittliche Neuverschuldung in den 15 Ländern der Eurozone im Vorjahr 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukt, in der gesamten EU machte das Defizit im Schnitt 0,9 Prozent aus.

Ein öffentlicher Überschuss wurde 2007 in Finnland (+5,3 Prozent, Dänemark (+4,4 Prozent), Schweden (+3,5 Prozent), Bulgarien (+3,4 Prozent), Zypern (+3,3 Prozent), Luxemburg (+2,9 Prozent), Estland (+2,8 Prozent), Spanien (+2,2 Prozent), den Niederlanden (+0,4 Prozent) und Irland (+0,3 Prozent) erzielt. Deutschland wies mit 0,0 Prozent einen ausgeglichenen Haushalt auf.

Ungarn vor Großbritannien

Die höchsten öffentlichen Defizite wurden 2007 in Ungarn (-5,5 Prozent), Großbritannien, (-2,9 Prozent), Griechenland (-2,8 Prozent), Frankreich (-2,7 Prozent) und Portugal (-2,6 Prozent) verzeichnet. Laut Eurostat haben 17 EU-Staaten ihre Finanzierungssaldos im Verhältnis zum BIP im Jahr 2007 gegenüber 2006 verbessert, in zehn EU-Staaten kam es zu einer Verschlechterung. 2006 hatte Österreich noch ein Budgetdefizit von 1,5 Prozent nach Brüssel gemeldet.

Mit 59,1 Prozent verzeichnete Österreich im Vorjahr auch eine niedrigere Schuldenquote. Erstmals seit 1992 ging sie unter die Maastricht-Zielmarke von 60 Prozent des BIP zurück. In der Eurozone fiel der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP von 68,4 Prozent im Jahr 2006 auf 66,3 Prozent 2007, in der gesamten EU ging er von durchschnittlich 61,2 Prozent auf 58,7 Prozent zurück.

Am höchsten ist die Verschuldung in Italien (104,0 Prozent), Griechenland (94,5 Prozent), Belgien (84,9 Prozent), Ungarn (66,0 Prozent), Deutschland (65,0 Prozent), Frankreich (64,2 Prozent), Portugal (63,6 Prozent) und Malta (62,6 Prozent). Die niedrigsten Quoten verzeichneten dagegen Estland (3,4 Prozent), Luxemburg (6,8 Prozent), Lettland (9,7 Prozent) und Rumänien (13,0 Prozent).

Slowakei nimmt weitere Hürde

Mit der Einhaltung des Maastrichter Defizitkriteriums hat die Slowakei eine weitere Hürde auf dem Weg zum gewünschten Beitritt zur Eurozone genommen. Wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte, fiel das Staatsdefizit 2007 deutlich auf 2,2 Prozent nach 3,6 Prozent im Vorjahr. Nach den Regeln darf die Neuverschuldung 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht überschreiten.

Es sind nun die Voraussetzungen gegeben, dass die EU-Kommission das noch laufende Defizit-Strafverfahren gegen Bratislava im Mai einstellt. Die Slowakei, die auch ihre Inflation im Griff hat, will zum 1. Jänner kommenden Jahres ihre Krone gegen die Gemeinschaftswährung tauschen. (APA)

  • Die durchschnittliche Neuverschuldung in den 15 Ländern der Eurozone machte im Vorjahr 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.
    foto: derstandard.at

    Die durchschnittliche Neuverschuldung in den 15 Ländern der Eurozone machte im Vorjahr 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.