Kernel 2.6.25 veröffentlicht

17. April 2008, 18:27
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Weiter verbesserter WLAN-Support, Neues bei Ext4, Konkurrenz für SELinux und vieles mehr

Nach knapp drei Monaten Entwicklungszeit hat Kernel Maintainer Linus Torvalds eine neue Version der zentralen Linux-Software zum Download gegeben. Kernel 2.6.25 bringt dabei wieder eine Fülle von Verbesserungen gegenüber der letzten Release.

WLAN

So hat man einmal mehr die WLAN-Unterstützung von Linux weiter verbessert: Mit dem neuen Kernel wurde der Ath5k-Treiber in die Software aufgenommen, der sich die verbreiteten Atheros-Chipsets unterstützt. Bei Ath5k handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Madwifi-Projekts, das im Gegensatz zu diesem aber ohne proprietären Kern auskommt. Ebenfalls neu sind Treiber für die Realtek-Chips RTL8180 und RTL8185 sowie der rndis_wlan-Treiber, der unter anderem für den Broadcom 4320-Chipsatz eingesetzt werden kann.

Scheduler

Weiter Optimierungen gab es am mit Kernel 2.6.23 eingeführten Completely Fair Scheduler, dazu gehört etwa ein besserer Umgang mit Realtime-Tasks. Zur Performanceoptimierung gehören auch die nötigen Anbindungen, um feststellen zu können, wo denn eigentlich die Probleme genau liegen. Der neue Kernel bietet nun die notwendigen Informationen für das User-Space-Tool LatencyTop. Mit diesem lässt sich feststellen warum es in einzelnen Situationen zu Performanceproblemen kommt, etwa beim Abspielen einer Audio-Datei Aussetzer auftreten.

Dateisystem

Mit Kernel 2.6.25 macht auch das Dateisystem ext4 einen deutlichen Schritt nach voran: Das On-Disk-Format soll nun soweit fix sein und keine größeren Änderungen mehr erfahren. Zusätzlich hat man in einigen Bereichen die Performance verbessert. Trotzdem rät man noch immer vom Alltagseinsatz ab.

Smack

Weiter vorangetrieben wurde die Zusammenlegung der 32- und 64-Bit x86-Architekture. Zusätzlich hat man mit der "proportional set size" und der "unique set size" zwei neue Statistiken für den Speicherverbrauch einer Anwendung eingeführt. Mit dem neuen Kernel erhält auch das Sicherheits-Framework SELinux Konkurrenz: Der Simplified Mandatory Access Control Kernel (Smack) soll vor allem einfacher zu benutzen sein, verzichtet im Gegenzug aber auf einige der fortgeschrittenen Features vom SELinux.

Download

Kernel 2.6.25 kann ab sofort von der Seite des Projekts in Form des Source Codes heruntergeladen werden. Detaillierte Informationen zur neuen Release finden sich in einem Eintrag bei KernelNewbies. Für die kommenden Release steht unter anderem wieder die Aufnahme eines Kernel Debuggers zur Diskussion, auch im Bereich WLAN sollte es wieder einige Verbesserungen geben. (apo)

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