Westenthaler im Interview: "Wir sind der Systemfeind Nummer eins"

von Redaktion  |  25. Juni 2008, 13:58
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    Peter Westenthaler, BZÖ-Chef

BZÖ-Chef: "Mir schlägt eine Welle der Sympathie entgegen"

Drei Jahre hat das BZÖ nun schon überlebt. Zum Jubiläum erklärt Parteichef Peter Westenthaler, warum er beliebter, liberaler und erfolgreicher ist als die allgemeine Öffentlichkeit glaubt. Von Gerald John.

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STANDARD: Sie sind der unbeliebteste Politiker Österreichs. Kränkt Sie das? Oder spornt Sie Widerspruch an?

Westenthaler: Woher haben Sie das? Ich nenne den Standard ja auch nicht die unbeliebteste Zeitung, nur weil er die wenigsten Leser hat.

STANDARD: Weil’s ja auch nicht stimmt. Sie hingegen sind in Umfragen regelmäßig jener Politiker, dem die Leute am wenigsten vertrauen.

Westenthaler: Mir ist egal, was irgendein Meinungsforscher sagt. Das ist oft Lügerei bis zum Gehtnichtmehr. Meine tägliche Vertrauensabstimmung findet auf der Straße statt. Dort schlägt mir eine Welle der Sympathie entgegen. Aber das wollen die Medien ja nicht wissen.

STANDARD: Selbst bei Ihrem Herzensverein Austria Wien haben die Fans schon gegen Sie mobilisiert.

Westenthaler: Lieber ein Politiker, der polarisiert, als einer, der wurscht ist. Ich bin den Leuten nicht egal, und das ist die beste Voraussetzung. Siehe Umberto Bossi, siehe Silvio Berlusconi. Das sind auch keine lauwarmen Politiker.

STANDARD: Viele Leute haben eher das Gefühl, Sie tischen ihnen ständig etwas auf, das Sie selbst nicht glauben.

Westenthaler: Wenn das zutrifft, dann ist das ein Problem aller Parteien. Die Politik hat massiv an Glaubwürdigkeit verloren. Vergangenen Sommer habe ich mir erlaubt, über diese Imagegosse zu reflektieren.

STANDARD: Das ist ja gerade Ihr Problem. Dass ausgerechnet Sie den schlechten Stil in der Politik beklagen, nimmt Ihnen doch niemand ab.

Westenthaler: Im Gegenteil. Gerade weil ich es war, haben das viele ernstgenommen. Das war eine Initialzündung, darüber nachzudenken. Ich nehme mich vom Imageproblem nicht aus, versuche aber, es besser zu machen. Ob ich dabei ankomme, bewerten die Wähler. Und in den Umfragen liegen wir sehr stabil.

STANDARD: Jetzt glauben Sie ja doch den Meinungsforschern.

Westenthaler: Nein, aber mittlerweile beurteilen uns sogar jene nicht ganz schlecht, die uns sonst im Nirwana sehen. Es ist uns gelungen, Profil zu entwickeln.

STANDARD: Welches?

Westenthaler: Wir sind die bürgerlich-liberale Kraft rechts der Mitte.

STANDARD: Das sagt die ÖVP auch. Haben Sie nichts Unverwechselbares?

Westenthaler: Unverwechselbar ist, dass wir Politik aus einem Pragmatismus heraus machen. Ich halte nicht in rauchgeschwängerten Hinterhöfen Ideologiekurse ab. Wir haben ja auch keine gewachsene Tradition, auf die wir uns berufen können.

STANDARD: Kein Mensch glaubt Ihnen, dass Sie ein Liberaler sind. Warum schmücken Sie sich mit dem Etikett?

Westenthaler: Warum sollen wir keine rechts-liberale Partei sein? Gesellschaftspolitisch sind wir offen ...

STANDARD: 300.000 Ausländer abschieben zu wollen ist nicht liberal.

Westenthaler: Das hat mit Gesellschaftspolitik nichts zu tun. Und in der Sicherheitspolitik stehen wir ja zu einer restriktiven Linie. Gleichzeitig wollen wir stark die Integration fördern. Aber das berichten die Medien auch nie.

STANDARD: Warum haben Sie ein so schwieriges Verhältnis zu Medien?

Westenthaler: Hab ich gar nicht. Es gibt bloß Medien, die ein schwieriges Verhältnis zu mir haben. Der Kurier etwa ist ein Kampfblatt, das einen klaren politischen Auftrag verfolgt. Über das BZÖ steht dort kaum etwas drinnen, und wenn, dann nur Negatives – dafür liest man Lobhudeleien über die ÖVP. Und der Kurier ist nicht die einzige Zeitung. Schon bei den letzten Wahlen wollte man uns aus der Demokratie schreiben.

STANDARD: Warum sollen das die Medien wollen?

Westenthaler: Wir sind der Systemfeind Nummer eins, das einzige Korrektiv. Würden wir nicht existieren, gäbe es wohl eine Mehrheit für Rot-Grün oder Schwarz-Blau. Ich krieche nicht den Roten und Schwarzen in den Allerwertesten, so wie das der Herr Strache tut. Der ist ja nur mehr ein Filialleiter der SPÖ.

STANDARD: Als EU-Gegner hätte ich mich von der FPÖ aber besser vertreten gefühlt. Der BZÖ-Abgeordnete Scheibner hat im Nationalrat ein Plädoyer pro EU gehalten und dann gegen den Reformvertrag gestimmt. Wer soll das verstehen?

Westenthaler: Scheibner hat ganz klar seine Ablehnung der übereilten Ratifizierung argumentiert. Richtig ist aber, dass das BZÖ im Gegensatz zur FPÖ eine differenzierte Meinung zu Europa hat. Wir beten nicht jede Angstmache nach, sondern üben sachliche Kritik. Viele unserer Vorschläge werden ja auch von der Regierung übernommen: Monatelang hat das BZÖ Kanzler Gusenbauer penetriert, ehe er auch eine Inflationsabgeltung in Erwägung gezogen hat.

STANDARD: Wer alles und jedes fordert, trifft irgendwann ins Schwarze.

Westenthaler: Ideenwettbewerb ist ja nicht unanständig.

STANDARD: Aber nicht realistisch, wenn man regelmäßig das Blaue vom Himmel verspricht.

Westenthaler: Wir haben in drei Jahren Ideen zu 110 Themen aufbereitet. Sie werden keine einzige finden, die nicht finanzierbar ist.

STANDARD: Nehmen Sie den Hut, wenn Sie in der Prügelaffäre wegen falscher Zeugenaussage verurteilt werden?

Westenthaler: Nein. Niemand braucht glauben, dass ich deshalb die Politik verlasse. (DER STANDARD, Printausgabe, 17.4.20089

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GnackWatschn 
12.06.2008 16:00
Mir schlägt eine Welle der Sympathie entgegen...

...Der soll einmal am späten Abend ohne seine Bodyguards in Wien spazieren gehen, dann wird er sehen, wie weh die Sympathie tun kann, wenn sie einem entgegenschlägt.

Franz Stefan
11.06.2008 22:01
Der glaubt wirklich, die Leute hätten Angst vor ihm.

Angst vor ihm haben nur jene, die meinen, dass Dummheit ansteckend ist.

In Acht nehmen muß man sich allenfalls vor Westi's Bodyguards.

Wozu braucht der überhaupt einen Bodyguard?
Am oberen Ende der Wirbelsäule gibts ja nicht viel zu schützen.

Senna4ever
11.06.2008 12:20
Hojac bringt einen immer wieder zum Lachen

Placebo
12.05.2008 22:30
Hojac! Ihr SEID das System, welches bekämpft gehört. Ihr seid des Volkes Feind.

unkrautvagetnix
09.05.2008 16:40
"Wir sind der Systemfeind Nummer eins"

Ihr seit so klein und unbedeutend euch nimmt das System ja garnicht erst war.

Alles was die Welt nie wissen wollte
30.04.2008 12:11
Irgendwie...

tut mir westi sogar leid. Meine mama hat immer gesagt, daß man auf einen, am boden liegenden, nicht noch zusätzlich eintreten soll.

manner sind die besten
10.05.2008 13:52
Sie sind ein Mensch.

Mir tut er nicht leid.
Gerade seinesgleichen treten auch auf am Boden liegende mit Stiefeln.

www.weicheier.com  
29.04.2008 21:36
Sympathie?

eine Welle? Nein, ein echter Tsunami: Ausgehend von der Nationalzeitung...

derpradler
29.04.2008 18:01
nicht Systemfeind

sondern FEIND der EHRLICHKEIT und ANSTÄNDIGKEIT!

Call me 'X' 
29.04.2008 16:09
BZÖ-Chef: "Mir schlägt eine Welle der Watschen entgegen"

Das passt besser!

Alexander Reiter
14.05.2008 19:26

Westenthaler ist übrigens ein Anagramm von "Slawe entehrt" oder auch "waehlten Rest" ...

wunderwuzzi25
29.04.2008 14:47

präpotenz hat einen namen. westenthaler. bzw den den er vor seiner namensänderung hatte

santamonica
25.04.2008 23:26
die rethorik aus dem "stürmer"

milieubedingte äusserung 
25.04.2008 17:39
systemfehler nr. 1

wäre richtiger.

Zentrumpartei Austria Infos zum Powerposten
25.04.2008 10:26

- da braucht sich das System nicht zu fürchten, wenn der Systemfeind Nr 1 die Kandidatur zur Tiroler Landtagswahl nicht schafft.

silenus
23.04.2008 19:21
Alle achtung.

Diese perle eines interviews war mir bisher verborgen geblieben? Schade, ich hätte bereits vor tagen so lachen können.

Ich verstehe damit aber auch die haidersche "tiefe sehnsucht" besser. Scheinbar kann er seine eigenen leute nicht mehr ernst nehmen.

little tiny farts 
23.04.2008 16:25
mit der fpö zusammen eher der menschenrechtsfeind nummer eins.

nur mal schnell gepostet

Ich bin der Meinung...
21.04.2008 23:54
Der Meineid-Peter

ist doch kein Zugpferd, sondern nur ein Lastesel. Zum Staatsfeind ist er

a.) Zu ungefährlich
b.) Zu ohnmächtig
c.) Zu unbedeutend

aber VerfolgungsWAHN heisst ja nicht ganz umsonst so wie es heißt.

roland-p 
22.04.2008 14:44

Ist das Interview wirklich echt?

Das liest sich ja fast so wie Rainer Nikowitz' Satireseite im PROFIL!

F F
22.04.2008 16:30

Richtig erkannt es ist Rainer Nikowitz

screen shot 
20.04.2008 00:09
"Dort schlägt mir eine Welle der Sympathie entgegen. "

kein problem. ein westi schlägt jederzeit zurück.

amélie poulain 
18.04.2008 16:06
danke dem standard...

...für dieses interview. nicht, dass es meine augen geöffnet hätte. die waren in der hinsicht schon offen.
aber das ist doch wirklich... anschaulich. ich hoffe, es klingelt nicht nur bei mir! ;-)

amélie poulain 
18.04.2008 16:04
wahre worte...

"Wir sind der Systemfeind Nummer eins".

mitgefühl 
17.04.2008 20:45
ich hoff der typ hört nicht den verbalrabauken bushido

ein lied von dem heißt ja "ich bin der Staatsfeind Nr. 1"

würd aber vieles erklären, wenn west. bushido-fan wäre...

Hr. Posrautschniger
17.04.2008 19:25
Hojac, setzen, nicht genügend !!!!!!!!!

Es ist wirklich unglaublich welchen Stiefel dieser Mensch von sich gibt.

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