Mit Büchern gegen die Sinnkrise

28. April 2008, 16:07
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Ein Meer von Entscheidungen eröffnet sich vor MaturantInnen - derStandard.at testete Berufs- und Studienratgeber

Die Matura ist geschafft, aber das Fragezeichen im Bauch quält? Viele SchulabsolventInnen sind mit der Fülle an Entscheidungen, wie es weitergehen soll, überfordert. Um sich die eigenen Stärken und Schwächen noch einmal vor Augen zu führen und die Studienrichtungen und Berufsmöglichkeiten zu vergleichen, können Bücher hilfreich sein. Aktuelle Literatur im derStandard.at-Büchercheck.

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"Obwohl wir es vielleicht gar nicht gemerkt haben, treibt unser Segelboot auf einmal im offenen Meer. Die Küste ist kaum noch sichtbar, und wir brauchen jetzt zum ersten Mal unsere Navigationsinstrumente." Das Bild von dem/der MaturantIn als kleines Segelboot, das über das große Meer von Entscheidungen treibt, benützt Carl Schroebler in seinem Ratgeber "14-24.com - Studien- und Berufswahl leicht gemacht". Schroebler will den MaturantInnen mit seinem Buch die Angst vor der Entscheidung nehmen, denn "ob eine Wahl gut oder schlecht ist, stellt sich immer erst in der Zukunft heraus."

Der Autor behandelt nahezu alle Fragen, die sich einem jungen Menschen im Laufe der Entscheidungsphase stellen könnten und liefert kleine Beispiele aus der Berufspraxis verschiedener Menschen. Auf humorvolle Art versucht er dazu anzuregen, selbst herauszufinden, welche Fähigkeiten und Wünsche man hat. Am Schluss bietet das Buch einen Berufswahltest, der aber "nicht allzu ernst" genommen werden sollte, wie Schroebler versichert. Gesundes Selbstvertrauen sei das Wichtigste.

Fazit: Humor kann bei schwierigen Entscheidungen nicht schaden. Unverkrampft geht alles besser.

  • Für Informationssüchtige

    Grundlegend für eine gute Entscheidung ist es, so viele Informationen wie möglich zusammen zu tragen. Dieter Herrmann und Angela Verse-Herrmann tun das in "Studieren, aber was?" und zählen alle Möglichkeiten auf, die SchulabsolventInnen offen stehen. Von der Berufsakademie, über die Fachhochschule bis hin zu Privatuniversität und Studieren im Ausland wird alles detailliert erklärt. Ein Studium wird immer komplizierter, oft können die Stundenpläne sehr frei zusammengestellt werden. Daher listen Herrmann und Verse Hintergrundinformationen wie etwa Dauer der Studien, Kombinationsmöglichkeiten oder Sinn und Unsinn eines Doppelstudiums auf.

    Das theoretische Hintergrundwissen sei ja recht nützlich, aber die AutorInnen geben trotzdem den Tipp, Interesse und Begabung zu folgen: "Niemand weiß genau, welche Studienfächer in fünf oder zehn Jahren gefragt sind, wie die Verdienstmöglichkeiten sind und welche beruflichen Möglichkeiten die einzelnen Fächer dann eröffnen werden. Es gibt handfest Gründe, sich nicht nach diesen Kriterien zu orientieren."

    Fazit: Gerade die Kapitel zu Finanzierung und Studienfächer können für AnfängerInnen sehr hilfreich sein.

  • Für SelbsttesterInnen

    Von oben genannten AutorInnen und Joachim Edler stammt "Der große Berufswahltest". Jeder kennt in seinem Umfeld Menschen, die lieber einem anderen Beruf nachgehen würden oder sollten. Die Entscheidung wird dadurch nicht einfacher, der Druck steigt. Der Berufswahltest bietet einen sachlichen und gut strukturierten Überblick, welche Studienmöglichkeiten es gibt und bietet einen Überblick über zahlreiche Berufe.

    Ein mehrstufiges Testverfahren soll schließlich eine bessere Selbsteinschätzung erleichtern. Damit wollen die Autoren verhindern, dass Stärken und Schwächen falsch eingeschätzt werden. Denn viele StudienanfängerInnen hätten heute den Eindruck, dass es keine Wahlmöglichkeit mehr gebe. "Viele glauben, sofort zugreifen zu müssen, wenn sich eine Ausbildungsmöglichkeit eröffnet, auch wenn diese in Anbetracht der eigenen Interessen und Fähigkeiten nur einen unbefriedigenden Kompromiss darstellt."

    Fazit: Sachlicher und detaillierter Ratgeber – hier bleiben keine Fragen offen. (red, derStandard.at, 27. April 2008)

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