Ex-Elternvereins- Obmann soll 58.000 Euro veruntreut haben

21. April 2008, 13:58
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Möglicherweise wurden 24.000 Euro als Handgeld verbucht - Mit dem Fall beschäftigt sich nun die Staatsanwaltschaft

Wien - Knapp 58.000 Euro soll der ehemalige Obmann des Elternvereins AHS Franklinstraße 21 in Wien-Floridsdorf veruntreut haben, bestätigte Behördensprecher Gerhard Jarosch am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Kurier". Der ehemalige Vereinsobmann soll rund 24.000 Euro als Handgeld verbucht haben, wie ein Vorstandsmitglied laut der Zeitung ausgeforscht haben will. Überdies sollen einige Belege fehlen, sagte der neue Obmann, Wilhelm Kastner, zur APA. Im Februar erstattete der Ex-Obmann laut Jarosch Selbstanzeige, am 31. März erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Belege fehlten

Bei einer Hauptversammlung im Mai 2007 habe der Obmann zwar einen Kassenbericht vorgelegt, jedoch haben viele Belege gefehlt, berichtete der Kurier. Als es im Dezember immer noch keinen ordentlichen Kassenabschluss gab, soll ein Vorstandsmitglied mit Nachforschungen begonnen haben. Der Ex-Obmann soll rund 24.000 Euro als Handgeld verbucht haben, habe diese aber nie auf ein Konto einbezahlt. Überdies soll es mehrere Vereinskonten gegeben haben, für die nur der ehemalige Obmann eine Einzelvollmacht gehabt habe und von denen sonst niemand gewusst habe, sagte ein Vorstandsmitglied dem Kurier. Jarosch konnte darüber keine Auskunft geben. Bei einer neuerlichen Sitzung im Dezember 2007 sei der Ex-Obmann aufgefordert worden, die fehlenden Belege nachzureichen und das Handgeld auf das Vereinskonto zu überweisen. Obwohl der Ex-Obmann diese Vereinbarung unterschrieben haben soll, bleibt das Geld weiterhin verschwunden, hieß es in dem Zeitungsbericht. Am 14. Februar 2008 erstattete der Ex-Obmann schließlich auf Drängen des Vorstand Selbstanzeige bei der Polizei, bestätigte Jarosch. Vorher sei er anonym angezeigt worden. Am 31. März erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Veruntreuung.

Transparenz und Ehrlichkeit Der Vorstand des Elternvereins "neu", der am 19. Februar in einer außerordentlichen Hauptversammlung gewählt wurde, setzt indes auf Transparenz und Ehrlichkeit. "Deshalb haben wir auch sofort alle Eltern über die finanzielle Lage des Vereins informiert", sagte Kastner. Der Ex-Obmann soll laut Kastner unter anderem einen Mietvertrag über Kopiergeräte, ohne Unterschrift des Kassiers, abgeschlossen haben. Das entspreche nicht den Statuten des Elternvereins. Dies konnte Jarosch nicht bestätigen. Der Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. (APA)

  • Über seine Finanzgebahrung ließ ein Elternvereinsobmann die Vereinsmitglieder im Unklaren.
    foto: derstandard.at

    Über seine Finanzgebahrung ließ ein Elternvereinsobmann die Vereinsmitglieder im Unklaren.

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