Lärmbelastung im Großraumbüro

16. April 2008, 13:58
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Weltlärmtag: 40 Prozent klagen über Lärm am Arbeitsplatz - gesundheitlichen Folgen sind Leistungsabfall und Schlafstörungen

Graz - Auch in Büros - besonders im Großraumbüros - nimmt der Lärmpegel immer größere Ausmaße an und wirkt sich negativ auf die Belegschaft aus. Diese Ergebnisse präsentierte heute die "Gewerkschaft der Privatangestellten Druck-Journalismus-Papier" anlässlich des "Weltlärmtages".

 

Auf die Lärmbremse treten

Bei einer steiermarkweiten Umfrage in Zusammenarbeit mit der "Arge Zuhören" gaben nur 11,7 Prozent der Befragten an, vom Lärm bei der Arbeit nicht gestört zu werden. 39,8 Prozent fühlen sich dagegen intensiv vom Lärm belästigt. "In den meisten Büros ist es viel zu laut, wir müssen dringend auf die Lärmbremse treten", sagte Verena Nussbaum, stellvertretende GPA-DJP-Geschäftsführerin der Steiermark.

Telefongespräche von Kollegen

Der größte Problemfaktor seien Kollegen, die mit Hilfe technischer Geräte wie Festnetz- oder Mobiltelefonen zu viel Lärm erzeugen - ein Thema, das aufgrund des am Mittwoch eingeführten Handyverbots in den Grazer Öffis zur Zeit ohnehin heiß diskutiert wird. "Auch in kleinen Büros ist der Lärmpegel enorm, weil die lautstarken technischen Geräte wie Drucker und Faxgeräte auf engem Raum zusammenstehen", fügte Kommunikationsexperte Bernd Chibici hinzu.

Leistungsabfall und Schlafstörungen

Besonders in Büros, in denen geistige Arbeit verrichtet werden muss, kommt es durch zu hohe Geräuschkulisse zu Leistungsabfall, Schlafstörungen und Stresssituationen. "Gesprächslärm ist besonders anstrengender Lärm, da man ständig hinhören möchte. Es ist purer kognitiver Stress", so Chibici. Nussbaum möchte einen Lautstärke-Grenzwert von 50 Dezibel in Büros, in denen geistige Arbeit verrichtet wird, durchsetzen. "Möglichkeiten für Lärmverringerung sind z.B. leisere Telefone, Lärmsensoren oder Seminare für die Betriebsräte", so Nussbaum. (APA)

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    foto: photdisc
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