Apparat

Redaktion, 22. April 2008, 16:53

Metaphorisch verwendete Geräte

Während einer Unterhaltung zum Thema Gemüse schilderte mir unlängst ein Bekannter, dass er im Vorjahr einen riesengroßen Zucchino geerntet habe, nämlich (ausladende Handbewegung) "einen solchen Apparat". Nun weiß natürlich jedermann, dass ein Zucchino kein "Apparat" im eigentlichen Sinne ist (Definition laut "Österreichischem Wörterbuch": "Vorrichtung", "Gerät"), sondern ein wohlschmeckender kleiner Speisekürbis. Im konkreten Sprach-Falle berechtigt uns das also zur Feststellung, dass wir es mit einer metaphorischen Verwendung des "Apparates" zu tun haben. Große, sperrige, unhandliche und unförmige Gegenstände wie Kästen, Pianos, Seemannskoffer, Regentonnen und ähnliches mehr werden ja im Volksmund gern als "Apparate" (oder gar als "Mordsapparate") bezeichnet, wobei manche Zeitgenossen auch nicht davor zurückscheuen, auch menschliche Wesen – vor allem beleibte menschliche Wesen - als "Apparate" zu titulieren. Das ist natürlich eine recht saloppe, ja sogar giftige Ausdruckweise, und wer etwa sagen wollte, "Der neue Freund von Frau X ist ein ordentlicher Apparat", der sollte dies nur im ungezwungenen Rahmen tun, nicht aber bei feierlichen Anlässen wie Botschaftsempfängen oder Galadiners. Aber möglicherweise haben die p.t. Leser auch die eine oder andere Mitteilung zu ihrem persönlichen Umgang mit Apparaten beizusteuern.

Noch eine paar kleine belehrende Anmerkungen zum Thema "Zucchino": Im österreichischen Wörterbuch heißt das Wort "die Zucchini", ich habe aber auch schon gehört: "Gib mir den Zucchini", also einen maskulinen Zucchini. Die Schweizer sagen Zucchetti zu dem Ding, im Italienischen heißt es, so scheint mir, in der Einzahl "Zucchino" und in der Mehrzahl "Zucchini". Im Deutschen (Österreichischen) hieße es wohl "Zucchinis" (pl.)(Christoph Winder, derStandard.at/15.04.2008)

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
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Ich bin hier - neudeutsch - off topic, ...

...aber ich musste andernorts schon wieder lesen, etwas sei "ganz großes Tennis". Oder auch "großes Kino". Ich kann's nicht mehr sehen! Es ist nicht mehr originell, wirklich! Grrrr!

Ich frage: woher kommen diese Phrasen und vor allem, wann gehen sie endlich wieder?

Auch: "Ganz große Oper".

Hier im Standard passiert ganz grosses Woerterbuch. In den letzten beiden Jahren sind die Beitraege explodiert.

hm also meine beiträge sind noch ganz

in der steiermark gehört: "a sou a weiggn" (so ein wecken) - für groß gewachsene oder beleibte menschen

Wecken

in Stmk. sonst:
keilförmiges längliches Brot,
(Hart)Holzkeil oder Eisen zum Holzspalten,
Holzkeil, welcher an der Haue ober dem Eisenring in den Holzstiel eingetrieben wird

a schejna wejckn!

im britischen

englisch fand ich da einen ebenso schöngeistigen wie eindrucksvollen terminus, der zwar weniger für besonders ausladende, aber doch für mengenmäßig außerordentlich überbordende dinge verwendbar ist: "shitload". warum sich mit "lots of chocolate" begnügen, wenn man doch eine "shitload of chocolate" oder - noch gaumenfreundlicher - "shitloads of chocolate" haben kann.

Jetzt müsst man in England nur noch gute Schokolade kaufen können ohne dass man verarmt ;-) Aber Quantität zählt oft mehr als Qualität ^^

Paradox

wie man hierzulande zu sprechen pflegt, kann auch die Illustration der beachtlichen Größe durch einen Diminuitiv betonen:
A soo ein Apparatl !

apparadox

Oder auch

Ein schönes Trümmerl ...

diesen Ausspruch

kenn ich bisher aber nur von den Hundefreunden

Na, das war

das Murz-Trümmerl. Aber nur wenn der Wuffi Murz heißt. :D

Also ein Murztrumm von einem Truemmerl.
Das muss dann wohl ein http://derstandard.at/?url=/?id... 6_range=13
-wuffi oder gar ein http://derstandard.at/?url=/?id... 6_range=13
-wuffi, bestimmt aber keine http://derstandard.at/?url=/?id... 26_range=6

... und am liebsten in der Mur-Mürz-Furche herumtollt.

Ah, hätt ich doch weiterlesen sollen ...
Das Thema scheint schon ausgelutscht zu sein.

Ja, wer dort herumtollt, ist ein Murz- Lulatsch!

.. ein ausgelulatschter.

Ein Wurzwuffi also.

Na geeeh, das haett Murzwuffi heissen sollen!

Wurzmuffi wär auch schön. Das ist so ein kleiner, schwarzer Fellhaufen mit Loch mittendurch, zum Händewärmen im Winter. *rofl* Aber nur wenns nicht grad wurzt :)

wenn der Murz wurzt

dann kommt das Produkt ohne Diminutiv aus.

Und ohne U-Dipferl. Womit wir wieder zum ursprünglichen Begriff zurückgefunden hätten.

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