Internet-Bewegung setzt Scientology unter Druck

Mit weltweiten Protestaktionen geht die Online-Bewegung Anonymous immer öfter auch offline gegen die Sekte vor

Die im Internet gegründete Anonymous-Bewegung tritt seit einiger Zeit mit Protestaktionen in Foren oder Chats gegen Scientology auf. Seit Jänner rufen die Gegner der Sekte auch zum "offline" Protest auf. Vergangenen Samstag gingen Anhänger der internationalen Bewegung bereits zum dritten Mal auf die Straße. Einem Bericht auf heise zufolge, demonstrierten weltweit rund 5000 Teilnehmer vor den Niederlassungen der Organisation.

Anonyme Teilnehmer

Bis vor kurzem war die Anonymous-Bewegung noch für spontane Aktionen im Internet bekannt, bei denen etwa Foren oder Chats besetzt und mit Nonsens-Meldungen überflutet wurden. Einen Anführer hat die Bewegung nicht, die Teilnehmer agieren zudem anonym, da sie die berüchtigten Einschüchterungsmethoden der Scientology-Anwälte fürchten.

Projekt Chanology

Unter dem Namen Projekt Chanology gingen die Gegner im Februar erstmals auf die Straße. Die Proteste sollen seither monatlich fortgesetzt werden. Vor der zweiten Aktion am 15. März hatte Scientology ein Video in Umlauf gebracht, in dem die Kritiker als Cyber-Terroristen dargestellt wurden. Zudem enttarnte die Sekte einige Mitglieder der Bewegung und veröffentlichte Fotos, Namen, Wohnort und Nicknamen.

Größte Aktionen in London und LA

Bei der dritten Demonstration am 12. April hätten sich weniger Teilnehmer zu den Protestaktionen eingefunden. Während im März noch bis zu 9600 Personen gegen Scientology demonstriert hätten, sollen es im April nur mehr zwischen 4600 und 5600 Teilnehmer gewesen sein. Die größten Aktionen fanden in London und Los Angeles statt.

Unterstützung von Aussteigern

Die Bewegung kritisiert vor allem die sogenannte "Disconnection Policy", die es ehemaligen Mitgliedern untersagt Kontakt zu Familienangehörigen innerhalb der Sekte aufzunehmen. Anonymous findet Unterstützung von zahlreichen Aussteigern und Gegnern wie der Nichte von Scientology-Chef David Miscavige. Die nächsten Proteste wurden für 10. Mai angekündigt. (red)

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