Urheberrechte an der Natur

13. April 2008, 19:22
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"Die Biopiraten" von Michael Frein und Hartmut Meyer

Mit einem Problem, für das es nur ungenügende und ineffiziente internationale Schutzmechanismen gibt, befasst sich dieses Buch: Je größer das Interesse der Industrie an biotechnischen oder genetischen Informationen in der Natur wird, desto häufiger greift sie auf Pflanzen zurück, die oft jahrhundertelang Bestandteil des traditionellen Heilwissens von Naturvölkern ist.

Dieses Problem schildern die Autoren am Beispiel der Hoodia, einer Sukkulente, die im südlichen Afrika wächst und deren Kräfte - der Saft kann Hungergefühle unterdrücken - schon lange bekannt ist.

Nun gibt es zwar eine Art "Patentschutz" oder "Urheberrecht" auf Pflanzen, das dem ursprünglichen Eigentümer eine Abgeltung dafür sichert, wenn ein Pharma-, Chemie- oder Kosmetikkonzern einen Wirkstoff isoliert und in großer Menge als Arznei weiterverkaufen kann. Die Realität aber zeigt, dass die Einheimischen in der Regel wenig bis gar nichts davon haben, wenn ihre Kulturpflanze industriell verwertet wird. Den vielschichtigen Problemen rund um unbekannte, möglicherweise wertvolle Substanzen geht das Buch nach.

Leider verzweigt es sich in zu viele Details, sodass der Leser die große Linie und damit mögliche Lösungswege aus den Augen verliert. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.4.2008)

  • Michael Frein/Hartmut Meyer.
Die Biopiraten.
Econ Verlag, 2007.
Preis: 17,40 Euro

    Michael Frein/Hartmut Meyer.
    Die Biopiraten.
    Econ Verlag, 2007.
    Preis: 17,40 Euro

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