Religionsamt erlaubt Übertritt vom Islam

Redaktion
2. Mai 2008, 08:40

Staatliche Behörde veröffentlichte "Fatwa" - "Keine weltliche Strafe vorgesehen"

Das staatliche Religionsamt der Türkei ("Diyanet"/"Anstalt für Religion") hat nach Angaben von Kathpress Übertritte vom Islam zu anderen Religionen offiziell für erlaubt erklärt. Neben der göttlichen Strafe sehe der Islam keine weltliche Strafe für den Abfall vom Glauben vor, heißt es in einer am Freitag in der Monatszeitschrift der Behörde veröffentlichten "Fatwa", einem islamischen Rechtsgutachten. Die "Fatwa" könnte die Lage der Christen im Land erheblich erleichtern.

"Der Prophet (Mohammed) hat niemandem seinen Glauben aufgezwungen; er hat gegen Andersgläubige nie Gewalt angewendet", heißt es in dem Gutachten. Davon gebe es "keinerlei Ausnahmen, auch nicht für Konvertiten vom Islam". Das Religionsamt tritt in der Türkei als oberster Glaubenshüter des Islam auf.

Erinnerung an Christen-Morde

Christen, die vom Islam übergetreten sind, werden in der türkischen Öffentlichkeit oft angefeindet oder bedroht. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder tätliche Angriffe auf Christen, denen Missionstätigkeit vorgeworfen wurde. Unter anderem wurden im vergangenen Jahr im osttürkischen Malatya drei Protestanten brutal ermordet. Die protestantischen Kirchen in der Türkei forderten daher seit langem eine öffentliche Erklärung des Religionsamtes, dass Mission und Konversion nicht verboten sind.

Die "Fatwa" des Religionsamtes beschäftigt sich insbesondere mit Vers 137 der Nisa-Sure im Koran. "Siehe, diejenigen, welche glauben und hernach ungläubig werden, dann wieder glauben und dann noch zunehmen an Unglauben, denen verzeiht Allah nicht, und nicht leitet Er sie des Weges", heißt es dort. Die verbreitete Annahme, dass der Koran eine Todesstrafe für den Abfall vom Glauben vorsehe, werde damit klar widerlegt, so das Rechtsgutachten. Ansonsten wäre es ja unmöglich, dass jemand zum Glauben zurückkehrt und ein zweites Mal davon abfällt, wie in dem Vers beschrieben. (APA)

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24 Postings

"Der Prophet (Mohammed) hat niemandem seinen Glauben aufgezwungen; er hat gegen Andersgläubige nie Gewalt angewendet"

Da sollte wer aber mal die Biographie des Herrn Kaufmannsgehilfen besser studieren.

Gab es da nicht einen Vorfall, wo man alle mosaisch gläubigen Menschen ermordete, weil sich diese weigerten zu konvertieren??

Sollte ich da etwas verwechseln, bitte richtig stellen..

Danke

da gab es viele fälle

"hüben wie drüben"

stimmt...

ich meine das mit dem biographielesen...

Biographien über Märchenfiguren... na ja...

wer weiss, wie grün sich die offizielle Türkei und die anderen islamischen Gesellschaften sind bzw was für einen Stellenwert die Araber, speziell Saoudis, als direkte Nachkommenschaft des Propheten in der Religionsfortbildung haben, bzw dass alle renommierten islamischen Universitäten mit den als angesehenst wahrgenommenen Auslegungen arabisch sind, der kann sich ausrechnen, wen ein türkisches Gutachten kratzt. Aber immerhin...

Mediendebilität

In der Türkei hat eine "Fatwa" soviel Bedeutung wie in Österreich in Hintertupfing die Tante Mitzi zB zur katholischen Lithurgie etwas zu sagen hat.
Der Artikel ist von oben bis unten mit Unkenntnissen bewaldet und grenzt schon an eine, mit Verlaub, verbrecherische Hetzpropaganda.
Weder ist im Islam eine Registrierung von Moslems Usus, noch eine amtliche Erlaubnis oder ein Verbot zum Austritt.
Offenbar leiden auch Medien an eiffrömmlerischer Debilität.

"Weder ist im Islam eine Registrierung von Moslems Usus"


Nicht ganz. Offiziell gibt es von Seiten orthodoxer Moslems keine Möglichkeit vom Islam "auszutreten". Apostasie wurde einst, und heute noch in besonders islamischen Staaten mit der Scharia als Gesetzbuch, mit dem Tod geahndet.

Auch im hanifitischen Islam der in der Türkei "usus" ist, gibt es keinen Abfall vom Glauben, da hier eine praktische Funktion eingebaut wurde. Es ist nicht Pflicht komplett nach allen islamischen Regeln (Scharia) zu leben, aber auch die abgeschwächte Form gilt als Ausübung und Zugehörigkeit zum Islam. Auch hier war es nie vorgesehen, dem einfachen Bürger die Möglichkeit zu geben, sich ganz offiziell vom Islam abzuwenden. Wenn schon, dann so, dass man offiziell noch als Moslem gilt, hiess es immer.

Stichwort: IMAN

ERLAUBNIS????

schon "erlaubniss geben" ist ja pervers..
wer erlaubt wem?welche befugnis hat wer über wem?
eine diyanet hat nichts zu sagen übe übertritte oder freisprüche von glaubensrichtungen! ABER ODER DOCH? im islam ist der übertritt von der mohammedanischen religion zu einer anderen, etwa der christlichen ein unverzeihbarer delikt, das aufs schaerfste bestraft werden muss!
ES WERDEN SICH LEIDER IMMER HAUFEN VON DUNKLEN ORGANISATIONEN UND MENSCHEN FINDEN, DIE SOLCHE BESTRAFUNGSVORGEHEN - AUS RELIGIÖSER ÜBERZEUGUNG UND-ODER GESELLSCHAFTLICHEM ZWANG DURCHFÜHREN WERDEN.MAN ERRINNERE SICH NUR DIE STEINIGUNG ZUM TODE (REJM) IM SAUDI UND IRAN-SEI ES AUCH NUR FÜR FRAUEN DIE MAL GEBUHLT HABEN.WENN FÜRS BUHLEN DIE REJM GIBT - WAS GIBTS FÜRS ÜBERTRETEN??!!

Was meinen Sie mit "buhlen"?

Mit buhlen meint er wohl ganz simples flirten. Hier bei uns ganz normal und nichts verwerfliches, in anderen Ländern eine Todesursache...

Die Religionsbehörde hat da nur bedingt Einfluss

Gesellschaftlich ändern wird sich da nichts so schnell...

Da wäre ich mir nicht so sicher. Nun kann sich JEDE andere Glaubensausrichtung mit Berufung auf diese Fatwa nach dem Gott seiner Wünsche umdrehen.

Ihre "Fatwas" sind genau so wenig wert, wie

die Meinung der al Azhar Gelehrten - schließlich bestimmen ihre weltlichen Herren, was "die" Religion zu sagen/denken/handeln hat...

@TimuDschinn: Bestimmen nicht auch die Kemalisten wer wann was und wie zu denken hat? Was ist daran besser? Moderner hat dieser Zwang die Türkei nie gemacht, sondern die Islamisten gestärkt wie noch nie...(Trotzreaktion)

Na, da scheint wem

eine Fatwa auf den Magen geschlagen zu sein...

wär nicht das erste Mal ;)

Normalerweise betrifft es ja nur die Opfer und nicht die perfiden Ausrufer....

Meinen Sie jetzt die Fatwa gegen Rushdie

oder die aus Ägypten, wonach sich eine Frau nur das Büro mit einem männl. Kollegen teilen darf, wenn sie ihm vorher die Brust gegeben hat?

Ich versteh ja das Prinzip nicht, dass sich

"die" Muslime völlig abhängig machen von irgendwelchen "Gutachten" und ich kommentiere ja nicht die Haltung der Fatwa (in diesem Fall), sondern ihr Zustandekommen .

Wer sich mit Ägypten (als Beispiel) auskennt, der weiß, dass die offizielle Ulama (wie in der Türkei auch) als Systempfeiler/-stütze missbraucht wird und das ist einfach schon mal grundlegend doof ;)

Die Ulema wird nicht "missbraucht", sondern hat sich die absolute Macht über die Religionsauslegung und das öffentliche Leben errungen in den ersten Jahrhunderten nach d Tod des Propheten.
Der Islam ist eine Gesetzesreligion geworden, und die Ulema die oberste Gesetzeshüterin und Auslegerin.
Samt allen Privilegien und Manipulationsmöglichkeiten, wie sonst wäre es möglich dass manche Hadithen jahrhundertelang zitiert werden, und plötzlich kommt man(n) drauf, dass der Hadith "unbestätigt" oder "unglaubwürdig" ist?
zu bemitleiden sind sie für ihre Allmacht wahrlich nicht... sie haben sich ihr Bett selbst gemacht.

na ja, schlimmer als das,was die religiösen Herren zu sagen haben,kann es eh nicht mehr werden...

& bald gibts die fatwa zur fatwa über die fatw... was?

nun die fundis werden sich "bestimmt" an diese interpretation der "kemalisten"halten... sicher! -im nächsten leben...

Die Deutung einer Deutung, die widerum nur eine Detung der Deutung war. Immer anders und alles angeblich EXAKT Gottes Wort welches für alle Zeiten gilt ;)

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