der schönste Tag der Woche: Rrrwwwkkkrrr!

11. April 2008, 14:55
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Auf den Amerikanischen Jungferninseln kennt sie jeder, bei uns ist sie leider nicht so bekannt: Anne Abernathy

Auf den Amerikanischen Jungferninseln kennt sie jeder, bei uns ist sie leider nicht so bekannt: Anne Abernathy, die älteste Sportlerin, die jemals an Olympischen Winterspielen teilgenommen hat. Als "Grandma Luge" – was so viel heißt wie "Rodel-Oma" – am 12. Februar 2006 in der Nähe von Turin mit ihrem Schlitten das letzte Mal wettkampfmäßig einen Hang hinunterfuhr, war die Frau immerhin schon 52 Jahre und 10 Monate alt. O. k., gewonnen hat Frau Abernathy beim Rodeln nie etwas, aber das haben die wenigsten von uns, obwohl wir nicht auf einer subtropischen Insel leben. Das soll uns aber nicht davon abhalten, aus Anlass von Mrs. Abernathys 55. Geburtstag am 12. April das eine oder andere Glas Rum auf die Sportlerin zu leeren.

Wer lieber Wodka trinkt, der kann das auch gerne tun und dabei an Juri Gagarin denken, der am 12. April 1961 als erster Mensch ins All flog. Auch wenn sein Flug nur eine Stunde und 48 Minuten dauerte, hatte er damit Geschichte geschrieben, was die DDR zum Anlass nahm, den 12. April zum "Internationalen Tag der Luft- und Raumfahrt" zu erklären. Überhaupt huldigte man in der DDR mit Vorliebe Fortbewegungsmitteln, weshalb es neben dem "Weltschifftag" und dem "Tag zur Förderung und Entwicklung des internationalen Straßenverkehrs" auch den "Tag des Eisenbahners" gab. An einem solchen Tag hingen an Bahnhöfen riesige Transparente, auf denen zu lesen war: "Freundschaft zur Sowjetunion – Herzenssache eines jeden Eisenbahners". Das sind Slogans, die man sein Leben lang nie vergisst!

Die DDR ist zwar verschwunden, geblieben sind aber die Welttage, wobei es mir besonders der Weltobstbaumtag, der Weltchortag und der Weltlinkshändertag angetan haben. Nicht schlecht ist auch der Welttag der Apotheke, den ich aber nur wegen einer Werbung erwähne, die ich im Internet fand: "Toilet im Einkaufsparadies.

Apothekenpflichtiges Arzneimittel: Die Hitzeschlacht von Lausanne. (Buch.) Autor: Kurt Palm." Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass unter den Produzenten der 20.920,000.000 Seiten im WWW auch ein paar Scherzkekse ihr Wesen treiben. Bei dieser Gelegenheit möchte ich übrigens noch einmal darauf hinweisen, dass der Erfinder des WWW ein gewisser James Joyce war, der bereits in seinem zwischen 1924 und 1938 entstandenen Roman Finnegans Wake die Wortschöpfung "Rrrwwwkkkrrr!" (S. 378, 7. Zeile) verwendete.

Zum Schluss noch eine Warnung: Zeigen Sie in Graz bei BZÖ-Veranstaltungen nie dem Redner den Stinkefinger, sonst werden Sie "wegen Verletzung des öffentlichen Anstands" angezeigt. Ist kürzlich einem 14-jährigen Schüler passiert. Und das ist kein Schmäh. (Kurt Palm, ALBUM/DER STANDARD, 12/13.04.2008)

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    foto: michaela mandl
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