Scharfe Sache: Bio im Tank

Redaktion, 11. April 2008, 16:00

Neuerdings weltweites Zündmittel

In den vergangenen Wochen war immer öfter von der Erhöhung des Biosprit-Anteils im Benzin die Rede. Der Alkoholanteil im Normal- und Superbenzin sollte quasi über Nacht von fünf auf zehn Prozent gesteigert werden.

Als dies Mitte 2007 für Deutschland beschlossen wurde, war auch der Verband der deutschen Autohersteller dabei. Allerdings hatte man ganz übersehen, dass viele ältere Motoren diesen etwas "schärferen" Mix nicht vertragen, weil er Kraftstoffleitungen und Dichtungen angreift.

Österreich will Hochprozentiges
Erst Anfang dieses Jahres begannen die deutschen Autohersteller tatsächlich nachzuzählen, wie viele Autos diesen Sprit nicht vertragen. Es sind immerhin ein paar Hunderttausend in Deutschland und folglich ein paar Zigtausend in Österreich. Sie alle müssten dann das sündteure Super Plus tanken, weil es da bei fünf Prozent Biospritbeimengung bleiben soll. In Deutschland wurde diese Absicht nun aus diesem Grunde gekippt. In Österreich hält man daran fest.

Treibstoff und Hunger für die Welt
Dabei ergibt die Erhöhung des Biospritanteils im Benzin beim derzeitigen Stand der Technologie der Ethanolherstellung global keinen Vorteil für die Umwelt. In Wirklichkeit stehen zwei andere Faktoren ganz oben: Politisch ist es die Hoffnung auf mehr Unabhängigkeit vom Erdöl. Wirtschaftlich ist es die Hoffnung der Landwirtschaft, durch Energieproduktion für immer von Überschusssorgen befreit zu werden. Im Grunde ist bis jetzt nur eines gelungen: die Preise für die wichtigsten Lebensmittel wie Mais und Getreide auf der ganzen Welt in die Höhe zu treiben.

Das wahre Potenzial für den Ersatz von Erdöl durch agrarischen Sprit bleibt lächerlich gering. Österreich kann mit seinen Anbauflächen maximal drei Prozent seines Fahrzeugkraftstoffbedarfs durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen.

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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