Neuerdings weltweites Zündmittel
In den vergangenen Wochen war immer öfter von der Erhöhung des Biosprit-Anteils im Benzin die Rede. Der Alkoholanteil im Normal- und Superbenzin sollte quasi über Nacht von fünf auf zehn Prozent gesteigert werden.
Als dies Mitte 2007 für Deutschland beschlossen wurde, war auch der Verband der deutschen Autohersteller dabei. Allerdings hatte man ganz übersehen, dass viele ältere Motoren diesen etwas "schärferen" Mix nicht vertragen, weil er Kraftstoffleitungen und Dichtungen angreift.
Österreich will Hochprozentiges
Erst Anfang dieses Jahres begannen die deutschen Autohersteller tatsächlich nachzuzählen, wie viele Autos diesen Sprit nicht vertragen. Es sind immerhin ein paar Hunderttausend in Deutschland und folglich ein paar Zigtausend in Österreich. Sie alle müssten dann das sündteure Super Plus tanken, weil es da bei fünf Prozent Biospritbeimengung bleiben soll. In Deutschland wurde diese Absicht nun aus diesem Grunde gekippt. In Österreich hält man daran fest.
Treibstoff und Hunger für die Welt
Dabei ergibt die Erhöhung des Biospritanteils im Benzin beim derzeitigen Stand der Technologie der Ethanolherstellung global keinen Vorteil für die Umwelt. In Wirklichkeit stehen zwei andere Faktoren ganz oben: Politisch ist es die Hoffnung auf mehr Unabhängigkeit vom Erdöl. Wirtschaftlich ist es die Hoffnung der Landwirtschaft, durch Energieproduktion für immer von Überschusssorgen befreit zu werden. Im Grunde ist bis jetzt nur eines gelungen: die Preise für die wichtigsten Lebensmittel wie Mais und Getreide auf der ganzen Welt in die Höhe zu treiben.
Das wahre Potenzial für den Ersatz von Erdöl durch agrarischen Sprit bleibt lächerlich gering. Österreich kann mit seinen Anbauflächen maximal drei Prozent seines Fahrzeugkraftstoffbedarfs durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen.