Crossing-Europe-Festival langfristig stabil

10. April 2008, 21:12
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Linz09 verspricht nachhaltige Finanzierung - Start am 22. April für 150 Spiel- und Dokumentarfilme aus 32 Ländern

Linz - Linz09-Intendant Martin Heller will eine nachhaltige Finanzierung für das europäische Filmfestival Crossing Europe sicherstellen. "2010 liegt mir ein bisschen im Magen", erklärte Heller in einer Pressekonferenz mit Festivalleiterin Christine Dollhofer am Donnerstag in Linz. Dollhofer betonte, dass für das im Vergleich zur Diagonale in Graz sehr kleine Budget von 400.000 Euro sehr viel auf die Beine gestellt werde. Sie erwarte sich von der Kooperation mit Linz09 einiges, erklärte Dollhofer. Das Kulturhauptstadtjahr sei für das Festival nur dann ein Erfolg, wenn auf dem hohen Level weitergearbeitet werden könne.

Eröffnung mit Kanzlerbesuch

In der Auseinandersetzung mit Europa entspreche Crossing Europe genau dem "idealtypischen Anspruch" von Linz09, betonte Heller. Die Ausstrahlung des Festivals suggeriere Lebendigkeit. Deshalb sei es auch klar, dass der mit 10.000 Euro dotierte Crossing Europe Award wie auch vergangenes Jahr heuer von Linz09 gestiftet werde, so der Intendant. Zusätzlich sei die Produktion des Festivaltrailers "Fliege" des Linzer Malers und Filmemachers, Dietmar Brehm, ermöglicht worden, berichtete Heller.

Vom 22. bis 27. April sind 150 handverlesene Spiel- und Dokumentarfilme aus 32 Ländern zu sehen. Insgesamt werden Preise im Wert von 21.000 Euro vergeben. Eröffnet wird das Festival von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, kündigte Dollhofer an. Heuer laufen zehn Debüt- bzw. Zweitfilme junger Regisseure. Mit dabei sein werden auch die Wettbewerbspreisträger der Jahre 2004 und 2005 Teona Mitevska und Isild Le Besco. Bei dem Eröffnungsfilm "Once" wird Produzent David Collins anwesend sein, so die Festivalleiterin.

In Transit

Die afghanisch-amerikanische Künstlerin Lida Abdul wird das Festival als "Artist in Residence" mit einer Auswahl an filmischen Werken eröffnen, erklärte der Direktor des OK. Centrums für Gegenwartskunst, Martin Sturm. Abdul sei nach jahrelangem Exil nach Afghanistan zurückgekehrt und setze sich in ihren Arbeiten mit dem vom Krieg gezeichneten Land auseinander. Die Künstlerin gehöre als "Grenzgängerin zwischen Film und Bildender Kunst" zu den Shooting Stars der zeitgenössischen Kunstszene, so Sturm. Weiters präsentiert Abdul den Film "In Transit", der während ihres Aufenthalts in Linz entstanden ist.

In der Schiene "Panorama Europa" werden in "Citizen Havel" filmisch verpackt politische Prozesse und Langzeitstudien über den ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel zu sehen sein. In "Close-up" wird auf das Thema Kurdistan eingegangen. Mit "This is England" wird ein berührendes Porträt der britischen Skinhead-Szene am Höhepunkt der Thatcher-Ära gezeigt.

Seit 2006 kooperiert Crossing Europe mit der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ). Diese Zusammenarbeit soll sich in einem eigenen "Abend der Filmindustrie" niederschlagen. Dabei sollen die Sieger des Wettbewerbs "film.forum.linz" vom Vorjahr präsentiert werden. (APA)

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    foto: xingeurope
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