10.000 Österreicher leben von eBay

11. April 2008, 10:47
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eBay.at konnte seine Nutzerzahl auf 1,5 Millionen Mitglieder ausweiten - von kolportiertem Stellenabbau sind maximal drei Personen betroffen

eBay Österreich konnte im vergangenen Jahr weiter zulegen und die Nutzeranzahl um acht Prozent steigern. Mittlerweile zählt der Online-Marktplatz hierzulande 1,5 Millionen Nutzer, bald will man auch die 2-Millionen-Grenze knacken, so Geschäftsführer Alberto Sanz. Bereits 10.000 Österreicher verdienen ihr tägliches Brot direkt oder indirekt mit dem Handel auf eBay. 2006 gab es noch weniger als 5.000 gewerbliche Händler. Im März wurden zudem erstmals 1,5 Millionen Angebote innerhalb eines Monats auf der Österreich-Seite des Internet-Auktionshauses eingestellt.

20 Prozent Umsatzplus

"Mit seinen weltweit 276 Millionen Mitgliedern wäre eBay das sechstgrößte Land der Welt", sagte Sanz. Pro Sekunde würden weltweit Waren im Wert von 2.000 US-Dollar gehandelt. Das bescherte dem Unternehmen im Jahr 2007 einen Gesamtumsatz von 7,7 Milliarden Euro, entsprechend einem Plus von 29 Prozent im Vergleich zu 2006. Das Handelsvolumen von eBay betrug im vergangenen Jahr 59 Milliarden US-Dollar.

Teilweise Umverlegung in die Schweiz

Für Österreich könne er keine Umsatzzahlen nennen, so der eBay.at-Chef. Hierzulande wurden im vergangenen Jahr 5,9 Millionen Artikel verkauft und 9,2 Millionen gekauft. Dass Österreich von einem Stellenabbau betroffen sei, relativierte Sanz. Es handle sich um eine Umstrukturierung. Die Bereiche Technologie, Finanzen und Sicherheit würden in die Europazentrale nach Bern verlegt. Marketing, Verkauf und Kommunikation würden in Österreich verbleiben. Von den 21 österreichischen Mitarbeitern werden laut Sanz vier in die Schweiz wechseln, zwei bis drei Stellen würden wegfallen. Ein stärkerer Ausbau der Präsenz in Osteuropa sei momentan nicht vorgesehen, laut Sanz aber nur eine Frage der Zeit.

Strengere Trennung zwischen Privat und Gewerbe

Für 2008 hatte eBay bereits zuvor einige Neuerungen angekündigt. Nachdem seit Februar Gebote mit 1 Euro Startpreis gratis eingestellt werden können, hat eBay nun auch für gewerbliche Verkäufer ein neues Preismodell eingeführt. Statt Einheitspreisen gibt es kategoriespezifische Preisstrukturen. Zudem führt eBay ab April ein Prämienmodell ein und kündigt eine striktere Trennung zwischen privaten und gewerblichen Händlern an.

Optionales SMS Login

Verbesserungen soll es auch bei den Security-Features geben. So soll gegen Ende des Jahres ein optionales SMS Login für mehr Sicherheit sorgen. Dabei wird bei jedem Einstieg ein neues Passwort via SMS zugesendet. Mit "eBay Regional" hat das Unternehmen zudem ein neues Service eingeführt, das es Kunden ermöglicht die Suche auf ihre unmittelbare Umgebung beispielsweise durch die Angabe des Postleitzahl einzuschränken.

Auto beliebteste Kategorie

Am beliebtesten ist nach wie vor die Kategorie "Auto und Motorräder", am wachstumsstärksten erwiesen sich 2007 "Reisen" und "Business und Industrie". Auf der Österreich-Plattform wechselte 2007 alle 32 Sekunden ein Kleidungsstück seinen Besitzer. An der Spitze der meistgesuchten Begriffe stand 2007 "BMW". Aber auch Ikea, Nokia und Sonys Playstation finden sich unter den Top Ten. Neu unter den Top 20 Suchfavoriten konnte sich auch Designer Ed Hardy einreihen, der sich hierzulande vor allem dank der "Krocha"-Szene zunehmender Beliebtheit erfreut.

FPÖ-Rückgrat und Paps-Klo

Teuerster Artikel, der 2007 den Besitzer wechselte, war ein Tatra 87 Baujahr 1940 um 75.000 Euro. Immerhin 10.549 Euro brachte auch eine 3000 Stück umfassende Bierdeckelsammlung. Zu den skurrilsten Auktionen zählten zweifellos das Titan-Rückgrat des FP-Abgeordneten Norbert Hofer und ein mobiles Paps-Klo in den Farben des Vatikans, das jedoch keinen Abnehmer fand. Die fleißigste eBay-Stadt war im vergangenen Jahr übrigens Dietach in Oberösterreich, wo ganze 39,7 Prozent der Bevölkerung Mitglieder im Online-Auktionshaus sind. (br)

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eBay.at

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