Österreichs Schüler fühlen sich längst nicht alle gesund

10. April 2008, 11:11
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Umfrage unter rund 4.100 Elf- bis 15-Jähri gen - Wenig Be wegung - Viel TV-Konsum und Zeit am Computer - Studie der WHO

Wien - Österreichs Schüler sind längst nicht alle gesund. Sie tendieren zu wenig Bewegung, halten sich oft für zu dick und sitzen ziemlich regelmäßig viel zu lang vor dem Fernseher beziehungsweise dem Computer. Das geht aus einer neuen Studie des internationalen "Health Behaviour in School-aged Children"-Projekts (HBSC) hervor, in dem Forscherteams aus 41 Ländern unter der Patronanz des Europabüros der WHO zusammenarbeiten. An der Umfrage unter den Elf- bis 15-Jährigen nahmen in Österreich im Jahr 2006 insgesamt 4.096 Heranwachswende teil.

Gesundheitszustand verschlechtert

Die Untersuchung wird in in zeitlichen Abständen in Österreich seit 1983 durchgeführt. Das WHO-Projekt ist mittlerweile fixer Bestandteil der Gesundheitsberichterstattung in vielen Ländern und gibt wertvolle Daten über die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der elf- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schüler. Auch die im März 2006 erhobenen Daten bestätigen laut den Autoren den bereits seit Jahren erkennbaren Trend, dass sich - gemessen an der subjektiven Einschätzung - der Gesundheitszustand der österreichischen Schülerinnen und Schüler verschlechtert hat.

Einige ausgewählte Details:

  • Nur etwas weniger als die Hälfte der befragten Schüler (43 Prozent) schätzen ihren Gesundheitszustand als ausgezeichnet ein. Mädchen bezeichnen ihre Gesundheit deutlich schlechter als die Burschen (50,1 Prozent der Burschen und 36,2 Prozent der Mädchen beschreiben ihre Gesundheit als ausgezeichnet). Parallel zu dieser Entwicklung steigt die Häufigkeit von psychischen und psychosomatischen Beschwerden an.
  • Mehr als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler (37,5 Prozent) berichten, dass sie regelmäßig mindestens an Kopfschmerzen (11,8 Prozent), Magen-/Bauchschmerzen , Rücken-/Kreuzschmerzen, Gereiztheit (11,5 Prozent), Nervosität (zehn Prozent), Einschlafstörungen (16,7 Prozent) oder Benommenheit bzw. Schwindel leiden.
  • 14,5 Prozent der Schüler haben eine ärztlich diagnostizierte chronische Erkrankung oder Behinderung.
  •  35,9 Prozent der Schüler schätzen sich als zu dick ein (Burschen: 28,9 Prozent, Mädchen: 42,8 Prozent). Aufgrund ihres Body-Mass-Indes (BMI) sind aber nur 12,4 Prozent der Schüler als übergewichtig oder adipös einzustufen.
  •  Immerhin 40,5 Prozent der Schüler waren in den zwölf Monaten vor der Umfrage so verletzt, dass sie medizinisch versorgt werden mussten. Dabei steigt die Häufigkeit mit dem Alter: 35,8 Prozent der Elfjährigen, 45,6 Prozent der 15-Jährigen.
  • 19,0 Prozent der 15-jährigen Burschen und 21,1 Prozent der 15-jährigen Mädchen rauchen täglich, auch der Alkoholkonsum von Schülern ist besorgniserregend. So waren 12,1 Prozent der Schülerinnen und Schüler innerhalb des Monats vor der Befragung mindestens einmal betrunken.
     
  • 20,8 Prozent der Schüler und Schülerinnen essen maximal einmal pro Woche Obst. 35,2 Prozent höchstens einmal Gemüse. Täglich essen nur 30,7 Prozent Obst und 16,2 Prozent Gemüse.
  • Nur 19,2 Prozent der Schüler sind an sieben Tagen pro Woche körperlich aktiv und entsprechen damit den Vorgaben von Experten, die von täglich mindestens 60 Minuten Sport ausgehen. Während die elfjährigen Mädchen im Durchschnitt noch an 4,5 Tagen der Woche 60 Minuten körperlich aktiv sind, sinkt bei ihnen bis zum Alter von 15 Jahren der Wert auf knapp über drei Tage. Bei den Buben sind es mit elf Jahren 4,7 Tage, mit 15 dann 3,85 Tage.
  • An Schultagen sitzen die Schüler rund 2,3 Stunden täglich vor dem Fernseher. An schulfreien Tagen sind es sogar 3,3 Stunden. Computerspiele und Spielkonsolen werden rund 1,4 Stunden täglich, an schulfreien Tagen sogar 2,3 Stunden täglich genutzt. (APA)
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  • O-Ton: Kdolsky zum Bewegungsmangel der österreichischen Schüler

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  • O-Ton: Kdolsky zum Trend, dass sich Österreichs Schüler selbst weniger gesund einschätzen als als vor wenigen Jahren

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