Zeig mir Deine Gene!

15. April 2008, 10:19
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Das Genanalyse-Portal 23andMe baut zum sozialen Netzwerk aus - Nutzer sollen genetische Eigenschaften vergleichen können

DNA-Analysen waren bis vor kurzem Medizinern, Wissenschaftler und Krimi-Serien vorbehalten. Seit kurzem können auch Privatkunden ihr Erbgut entschlüsseln lassen. Das Genanalyse-Portal 23andMe will seinen Dienst nun erweitern und auch Vergleiche mit anderen Nutzern ermöglichen, wie Technology Review berichtet.

Soziale Vernetzung

Mit neuen Features im Stil von Social Networks hofft das Portal, neue Kunden zu gewinnen. "Ich denke, dass die Idee der sozialen Vernetzung hier durchaus auf ein noch nicht genutztes Potenzial trifft", so George Church von der Harvard Medical School, der 23andMe wissenschaftlich berät. Einen ähnlichen Service biete bereits PatientsLikeMe, ein Portal auf dem Patienten andere Menschen mit gleichem Krankheitsbild suchen können. Einen Vergleich des Erbguts gebe es bis jetzt jedoch nicht.

Kritik an fehlender Beratung

23andMe bietet eine Genanalyse um 999 US-Dollar an. Kunden bekommen ein Testkit zugeschickt, das sie mit einer Speichelprobe wieder zurücksenden müssen. Mit dem Test ließen sich laut dem Unternehmen Krankheitspotenziale, Herkunft oder Leistungsfähigkeit erkennen. Gegner zweifeln jedoch an der Aussagekraft der Tests und kritisieren, dass es keine weitere medizinische Begleitung gebe. Zudem könnten die Tests auch missbräuchlich für fremde Personen gemacht werden.

Daten für Forschungszwecke

Für 23andMe steht dabei natürlich nicht nur der Wissensdurst der Nutzer im Vordergrund. Das Unternehmen will die Daten bei Einwilligung der Nutzer an Pharmakonzerne zur Forschung weitergeben. Für Unbehagen sorge bei manchen zudem die Tatsache, dass Google-Mitgründer Sergey Brin als Ehemann der 23andMe-Mitgründerin Anne Wojcicki ebenfalls an dem Unternehmen beteiligt ist. (red)

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    foto: 23andme
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