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Wohin mit dem ORF? Altgeneral Gerd Bacher (re.) weist ORF-Chef Wrabetz den öffentlich-rechtlichen Weg.

Dort unten ist die Quote: ORF-General Alexander Wrabetz. Die Hand von rechts zeigt, wo sie die Werber gerne hätten.

Krocha, Oida: Thomas Schäfer-Elmayer als Sinnbild des ORF bei "Dancing Stars".
Niedrigere Flughöhe
Von der EURO sollte der ORF keine nachhaltige Besserung erhoffen, warnt Joachim Feher. Feher vermarktete früher selbst in der ORF Enterprise TV-Werbung, heute führt er Österreichs größte Mediaagentur Mediacom: "Die EURO bringt in der Zeit höhere Marktanteile, klar. Aber sie bewegt nicht einen Sender. Daraus kann der ORF nicht dauerhaft Kapital schlagen." Einen Sender bewegen Programmreformen wie 2007. "Mit ihr hat sich der ORF auf eine neue, niedrigere Flughöhe begeben. Die scheint nun der Normalzustand zu sein."
Digitalisierung
An der Reform "hat man die Verschuldensfrage nur scheinbar klar festgemacht", widersprach ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Interview mit dem STANDARD: "Allen bisherigen Generaldirektoren wäre es 2007 wegen der Digitalisierung ähnlich ergangen wie uns." Seit das Antennenfernsehen von analog auf digital umstellte, flüchtet Österreich zum Digitalsatelliten. Von Oktober 2006 bis Februar 2008 haben sich die vom ORF freigeschalteten Decoderkarten für digitalen Sat-Empfang auf 1,7 Millionen weit mehr als verdoppelt (Grafik). Seit im Frühjahr 2007 die Marktanteile einbrachen, beklagt sich die ORF-Führung, Regierung und Medienbehörde hätten die Anstalt überhastet ins Digitalfernsehen gezwungen.
"Der Fahrplan für den Umstieg wurde im Herbst 2003 mit allen Mitgliedern der Digitalen Plattform Austria beschlossen", widerspricht einer, der den Prozess aus nächster Nähe verfolgt hat. Dem ORF als wichtigsten Player habe die Medienbehörde den Plan vorab präsentiert – 18 mit der Materie befasste Menschen vom Küniglberg waren dabei. "Der ORF war von Anfang an eingebunden", sagt der Chef der Medienbehörde KommAustria, Michael Ogris, dem STANDARD: "Es gab keinerlei Widerstand."
130.000
Der Umstieg von analog auf digital reduzierte die Zahl jener Haushalte, die Fernsehen alleine über Antenne empfangen, laut jüngsten Umfragen nur um 130.000 auf 250.000. Aber: So mancher analoge Sat-Haushalt, der ORF noch über analoge Antenne empfing, verzichtete ganz oder schaute nicht ORF, weil die Programme nur noch in schlechter Qualität zu empfangen waren. Die Anstalt behob solche Technikprobleme inzwischen weitgehend mithilfe der Elektrotechniker. Jedenfalls in jenen Haushalten, die den ORF vermissten.
Für Joachim Feher liegt der Quotenschwund freilich an der Reform: "Sie hat die Leute dazu gebracht, durch die Kanäle zu zappen und dort und da etwas zu finden, das ihnen gefällt. Andere konnten wegen der Digitalisierung den ORF nicht mehr empfangen und stellten fest, dass er ihnen nicht abgeht." Sonntag vor einer Woche etwa sahen eindrucksvolle 440.000 Österreicher den "Tatort" in der ARD.
Schwache Konkurrenz
"Der ORF hat noch das Glück, dass seine österreichische Konkurrenz so schwach ist", sagt ein RTL-Insider. Dort überlegt man neuerlich, ob man Österreich nicht doch intensiver beackert. Neonkapperl, hektische Beinarbeit: Thomas Schäfer-Elmayers "Krocha"-Einlage bei "Dancing Stars" erinnert ein bisschen an den ORF. Oida Sender sucht Anschluss ans Publikum – nur weniger lässig als der Tanzschulprofi. Mit "Mitten im Achten" etwa, mit "Szene" und anderen Flops der Reform.
Ausnahmen: "Willkommen Österreich", "Die 4 da", "Wir sind Kaiser" sind gelungene Beispiele für öffentlich-rechtliches TV mit Unterhaltungswert. "Dancing Stars" am anderen Ende der öffentlich-rechtlichen Skala ebenso, zur Freude der Werber sogar mit breitem Publikum. Feher vermisst ein neues Hauptabendformat, "über das Österreich spricht". Der ORF verspricht für Herbst eine neue Singshow. Freitag startet er "Einer gegen 100", mit dem privaten RTL produziert. Der Showtitel erinnert an die Lage der Anstalt im Digital-TV: Einer gegen hunderte Kanäle. Und, genau: 2009 kommt "Dancing Stars", Staffel fünf. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 7.4.2008)
Der GIS Kontrollor war umsonst da
besichtigte meine Fensterantenne.
Leider ...- seit der ORF nur mehr die schlechten digitale 2/3 Bilder sendet hab ich ohne DVBT-Empfänger leider keinen Empfang - und der ORF gibt mir keinen um seinen GESETZESAUFTRAG zu erfüllen -er hat ja meinen Empfang unterbrochen... daher zahl ich auch keine TV Gebühr mehr - da kann der GIS Kontrollor noch so oft kommen wie er will - nutz nix - ÄTSCH.
also mir kommt diese Diskussion schon irgendwie wie ein Klagen auf hohen Niveau vor.
Ihr könnt:
1.Die ORF-Programme (gegen Gebühr wie in D ARD/ZDF)
2.Österreichische Privatsender
zusätzlich:
3.Die dt.ÖR-Anstalten (kostenlos)
4.Die dt.Privatsender
5.Andere frei empfangbare Programme
6.Premiere und übrige Pay-Sender
sehen.
Ich würde mal behaupten,die TV-Programmvielfalt bei euch sucht auf diesem Erdball seinesgleichen.Von Kultur über Sport bis zum neuesten Spielfilm ist alles dabei.
Nix für ungut,aber so sieht das für mich aus.
sag mal uwe, worin genau soll die besserstellung im vergleich zu deutschland bestehen? Ist dir schon mal aufgefallen das die möglichkeit einigermassen niveauvollen inhalt konsumieren zu dürfen ausschliesslich in der tatsache verankert ist an deutsche medienreichfalt patizipieren zu dürfen! denn deine anderen angeführten punkte wie premiere und pay-tv sender kannst du ja wohl nicht meinen. (das dürfte selbst albanien zu bieten haben) und verzeih, aber unsere privaten zusatzprogramme kannst du meiner ansicht nach wohl kaum als bereicherung der vielfalt interpretieren. äh...ne fixeinstellung auf eine müllhalde 365 tage im jaht 24h lang dürfte sich als unterhaltsamer erweisen denn deren inhalt. ausser du hast ein netzhaut- trommelfell-problem
meinte ich die reine Anzahl der empfangbaren Programme.Da habt "ihr" unbestritten die Nase vorn.
Mein Wissen über das österreichische Fernsehen ist mangels Empfangbarkeit begrenzt,aber als niveaulos würde ich es sicher nicht bezeichnen.ORF2 ist doch durchaus mit ARD/ZDF vergleichbar,wenn ich da meiner TV-Zeitschrift glauben kann.
Manchmal bleibe ich beim durchschalten an der ZIB2 (via 3sat) hängen,und meiner bescheidenen Meinung nach steht die Sendung z.B.dem Heute-Journal in nichts nach.
Anderes Beispiel:Wenn ich mir mal einen halbwegs aktuellen Kinofilm anschauen will,muss ich ihn mir auf DVD kaufen.Bei ARD/ZDF sind sie Mangelware und die Werbeveranstaltungen bei den Privaten halt ich nicht aus.Ihr kriegt sie frei Haus auf ORF1...
Sender der sich in der Qualität praktisch nicht mehr von den privaten unterscheidet, politisch abhängig ist und wo sich ein Heer von freunderlwirtschaftenden Dilettanten ein goldenes Leben auf Kosten der Steuerzahler macht.
eine für diese Zeit einzigartige Gästerunde. U.a mit Rudi Dutschke. Ein souveräner Nenning als Diskussionsleiter.
Diskurs vom Feinsten.Fernsehen zum Nachdenken.Fernsehen als Teil (auch meiner) Sozialisation.
Und jetzt sowas im Fernsehen. Ein Armutszeichen für eine "Kulturnation". Kultur im Sinne von Überlagerung von Fernsehen und Alltag.
Bald wird bei mir ORF1 auf einen Kanalplatz zwischen TRT und QVC landen ;-)
!!!!!!
www.linvdr.org
oder gleich gen2vdr
damit gehört dann JEGLICHER gernseh-frust der vergangenheit an
voraussetzung: satanlage
kosten: unter 200 euro und ein alter pc
know-how:internet und zeit
sollte jeder hinbekommen, der sich seinen windows-deskflop selber basteln kann
für alle anderen:1000 euro .....(((((
Das Showkonzept hat Raab schon an über zehn Länder verkauft. Auch der ORF soll Interesse haben. Wobei ich mich frage welcher Promi dafür in Ö geeignet wäre?
Rapp hätte dafür zwar sicher die Persönlichkeit, dürfte aber etwas zu alt sein. ;)
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