Fröhliches Ballern mit Beiwagerln

5. April 2008, 11:11
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Zwei Shooter, zwei Ansätze: Army of Two und Tom Clancy's Rainbow Six Vegas2 im Vergleich

Die Zeit der einsamen Wölfe, die Tod und Verderben bringend Level säubern, ist ja im Shooter-Genre längst vorbei. Geballert wird nicht nur online gemeinsam, Teamwork ist von Haus aus Spielprinzip - mal besser, mal deutlich schlechter integriert. In Army of Two (EA, für Xbox 360 und Playstation 3, 70 Euro) sowie Tom Clancy's Rainbow Six Vegas2 (Ubisoft, Xbox 360 und Playstation 3, 70 Euro) sind die kameradschaftlichen Kampfesbanden schon im Titel dargelegt. Bei einem bleibt aber ein schaler Nachgeschmack.

Zweierarmee aus Ex-Rangern

Grafisch sind beide Spiele einwandfrei, und auch die künstliche Intelligenz der Computerpartner ist annehmbar. Bei Army of Two spielt sie sogar eine Hauptrolle, schließlich sind viele Level so gestaltet, dass sie für einen Einzelkämpfer schwierig zu bewältigen sind. Mit der Story ist es eine andere Sache: Denn die Zweierarmee besteht aus Salem und Rios, zwei ehemaligen US-Army-Rangern - jetzt Söldner, die sich auf den realen Kriegsschauplätzen der Welt tummeln. Das Ballererlebnis wird dadurch natürlich nicht getrübt, und Söldnertum ist Bestandteil der Realität. Ob aber wirklich auch auf dem Bildschirm gekaufte Soldaten durch die Straßen von Mogadischu stürmen und jeden Afrikaner in Sicht niedermetzeln müssen, wenn im Irak genau so etwas passiert, ist ein (vielleicht nur ästhetisches) Problem.

Exzellente Online-Modi

Getötet wird selbstverständlich bei Vegas2 ebenso alles, was sich bewegt, das aber im Rahmen einer frei erfundenen Geschichte. Das In-Game-Gefühl der Kooperation ist bei dem taktischen Shooter um die Spur ausgeprägter, beispielsweise wenn man seinen beiden Beiwagerln Anweisungen gibt, wie eine Tür zu öffnen ist und welche Maßnahmen dann zu treffen oder wie Passagen zu sichern sind. Die exzellenten Online-Modi bei beiden Spielen beweisen dann allerdings einmal mehr, dass die ganze künstliche Intelligenz nichts gegen menschliche Gegner ist.(Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 5. April 2008)

  • Artikelbild
    foto: ubisoft
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