Über das Paradoxon der neuen Technologien
Der Hybridantrieb ist ein geeignetes Mittel, um den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß von Autos zu senken. Das steht außer Zweifel. Aber es gibt zwei Kernprobleme: Der enorme Aufwand ist preislich eher bei teuren Autos unterzubringen. Vor allem der horrende Verbrauch von Autobahngeländewagen kann damit gedrückt werden. Tatsache ist aber, dass diese Autos letztlich ohnehin niemand wirklich braucht.
Umdenken gefragt
Zweiter Schwachpunkt: Etwa zehn Prozent der Energie, die ein Auto im Laufe seines Lebens verbrennt, werden schon bei der Herstellung verbraucht. Experten schätzen, dass dieser Anteil bei Hybridautos bei 15 bis 20 Prozent liegt. Das heißt, die Tankrechnung sieht unter dem Strich etwas besser aus. Der Vorteil für die Erde bleibt aber marginal, solange wir das Auto nicht neu begreifen lernen. Dass es heute selbstverständlich ist, dass jeder Kompaktwagen 200 km/h läuft, muss aus unseren Köpfen raus. Denn die Auslegung auf Geschwindigkeiten, die ohnehin niemand fährt oder fahren dürfte, bindet enorme Ressourcen.
Der springende Punkt für den Verbrauch ist das Gewicht. Das muss runter. Und das geht ohne Verlust an Sicherheit nur, wenn Rahmenbedingungen neu gesetzt werden. Denn auch die Flucht in exotische Leichtbaumaterialien ist kein zielführender Weg. Zu hoher Energieaufwand bei der Herstellung. Auch wenn das aus dem konservativen Autofahrerblickwinkel unangenehm klingt: Kein Auto müsste für mehr als 150 km/h ausgelegt werden. Das würde einiges an Gewichtersparnis bringen, ohne jeden Mehraufwand, ja sogar billiger könnten die Autos dadurch werden.
Aber so lange sich das Auto im Wesentlichen durch seine Leistungsfähigkeit definiert, wird kein wirklich großer Sprung in Richtung Ökologisierung möglich sein. (rs, AUTOMOBIL, 28.03.2008)