Linke Demos, rechte Demos

7. April 2008, 08:22
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Am Freitag demonstrierte die FPÖ für eine Volksabstimmung über den EU-Reformvertrag, heute, Samstag demonstrieren linke Organisationen

Wien - EU-Vertrags-Kritiker haben sich Samstagmittag am Wiener Westbahnhof versammelt, um gegen den Reformvertrag zu demonstrieren. Organisator ist die "Plattform Volxabstimmung", eine Sammelbewegung aus 54 linken, demokratischen und friedensbewegten Gruppen. Zugleich wurde die Demo aber auch von der Kronenzeitung angekündigt. Die Teilnehmer der Protestkundgebung ziehen über die Mariahilfer Straße zum Parlament, wo um 15.00 Uhr eine Menschenkette um das Parlament gebildet wird und eine Abschlusskundgebung stattfindet.

Zwischen 220 und 230 Exekutivbeamte sind laut Polizeiangaben im Einsatz, die Organisatoren erwarten mehrere tausend TeilnehmerInnen.

FPÖ-Demo

Gestern hatten laut Polizeiangaben bis zu 2.500 Menschen auf einer von der FPÖ organisierten Kundgebung gegen den EU-Reformvertrag protestiert. FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache prangerte am Ballhausplatz vor allem die "Demokratiefeindlichkeit" der anderen Parteien an und forderte nachdrücklich eine Volksabstimmung. "Wir werden Widerstand leisten und zwar über den 9. April hinaus", betonte Strache vor dem Bundeskanzleramt.

Wer Österreich liebe, müsse sich gegen den "Irrweg des EU-Zentralismus" entscheiden, sagte Strache, und forderte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auf, endlich "Selbstcourage" zu zeigen, um eine Volksabstimmung zu ermöglichen. Der Bundeskanzler habe seit seiner Kindheit "Sand im Getriebe" und man könne ihn auch als "Sandkistenkanzler" bezeichnen, so Strache. Der EU-Reformvertrag sei ein "Entrechtungsvertrag" und die rot-schwarzen Volksvertreter seien eigentlich "Volksverräter". Die FPÖ habe seit Straches Amtsantritt als Bundesparteiobmann sechs Anträge für eine Volksabstimmung im Parlament eingebracht. Alle Anträge seien abgelehnt worden. (APA/red)

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    FP-Demo am Ballhausplatz: die Protestierenden hatten professionell bedruckte Transparente mit der Aufschrift "Danke FPÖ" dabei

  • Plattform Volxabstimmung am Wiener Westbahnhof: Gleiches Anliegen, andere politische Ausrichtung.
    foto: derstandard.at/zielina

    Plattform Volxabstimmung am Wiener Westbahnhof: Gleiches Anliegen, andere politische Ausrichtung.

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