Nietzsche-Stätten müssen nicht weichen

11. April 2008, 16:55
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Kohle-Abbau in Sachsen-Anhalt ad acta gelegt - Geburtshaus und Grab des Philosophen bleiben erhalten

Röcken/Magdeburg - Geburtshaus, Taufkirche und Grab des Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900) in Röcken bleiben erhalten und müssen nicht der Braunkohle weichen. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag habe ihre Überlegungen, in dem Ort im südlichen Sachsen-Anhalt Kohle abzubauen, aus wirtschaftlichen Gründen ad acta gelegt, teilte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff am Freitag in Magdeburg mit. "Das ist eine gute Entscheidung", sagte er nach Ministeriumsangaben.

Im Falle einer gegenteiligen Entscheidung hätte das ganze Dorf Röcken vom Kohleabbau "gefressen" werden können - kulturell bedeutsame Stätten wären wohl nach dem Vorbild anderer Regionen versetzt worden. Sachsen-Anhalt habe in Gesprächen mit der Mibrag immer auf die kulturhistorische Bedeutung der Nietzsche-Stätten verwiesen. Gegen die Braunkohlepläne hatten mehrere Initiativen mobil gemacht.

Nietzsche, Sohn eines lutherischen Pfarrers, lebte als Kind rund sechs Jahre in dem kleinen, zwischen Leipzig und Weißenfels gelegenen Ort. Nach seinem Tod in Weimar wurde er hier begraben. In Röcken bilden das Pfarrhaus, in dem Nietzsche aufwuchs, seine Taufkirche, die Dorfschule und Nietzsches Grab ein einzigartiges historisches Ensemble. Das Geburtshaus des Philosophen wurde in den 90er Jahren saniert, ein benachbartes ehemaliges Stallgebäude zu einem kleinen Museum ausgebaut. (APA/dpa/red)

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