Nur bei Dramatikern nachzulesen

    4. April 2008, 17:00
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    Die Route über Zifanken und Große Plaike findet man nur selten in Wanderbüchern

    Die bekannteste Erhebung des Höhenzugs, der den Wallersee vom Irrsee trennt, ist der wegen seiner Radarkuppeln unübersehbare Kolomansberg, doch einige benachbarte Erhebungen haben ihre Meriten. So die Große Plaike, der höchste Punkt im Moserwald. Der Gipfel des Berges ist zwar bewaldet und ermöglicht keine Aussicht, von etlichen freien Flächen auf der Runde jedoch bietet sich ein herrlicher Blick über den malerischen Wallersee bis in das Gebiet der Trumer Seen und ins Innviertel sowie zu den Erhebungen des Salzkammerguts.

    Zuckmayer-Stück Zinfanken

    Der Dichter und Dramatiker Carl Zuckmayer (Der Hauptmann von Köpenik), der vor dem Zweiten Weltkrieg im nahen Henndorf lebte, beschrieb in seinem biografischen Roman Als wär’s ein Stück von mir einen Ausflug auf den Zifanken, den Nachbarn der Großen Plaike, und erinnerte sich, dort bestenfalls einem Holzfäller oder Jäger begegnet zu sein. Nun, überlaufen ist das Gebiet noch immer nicht, hauptsächlich Heimische suchen den romantischen Gipfel auf, der einen stärkeren Besuch verdiente. Hie und da verschlägt es auch ein Mitglied der Zuckmayer-Gesellschaft, das den Spuren des berühmten Literaten folgen möchte, auf den Zifanken. Über Zifanken und Große Plaike verläuft auch der Henndorfer Eiszeit-Rundwanderweg, dessen Informationstafeln Aufschluss über Geschichtliches geben.

    In den letzten Jahren entstand eine rege Diskussion über den Plan, auf dem östlich der Großen Plaike gelegenen Lehmberg eine Windkraftanlage zu errichten, was natürlich eine arge Beeinträchtigung der Landschaft ergäbe.

    Die Runde über die Höhen am Rande des Wallersees weist keine Schwierigkeiten auf, auch die Steigungen halten sich in Grenzen. Bei Nässe kann es rutschig werden. Der Name Plaike bedeutet jedenfalls Erdrutsch und findet sich auch in den Hochalpen.

    Die Route: Die Runde beginnt im Weiler Graben bei Henndorf am Wallersee. Beim Haus Wuppinger geht es – rot markiert – nach Süden, man quert einen Bach und steigt dann in den Sattel unterhalb des Steinwandls. Gehzeit ab Graben eine Dreiviertelstunde. Nun bietet sich der Abstecher nach rechts zum Zifanken an, für den man hin und zurück eine knappe Stunde braucht. Vom Sattel folgt der Anstieg zum Steinwandl und der Übergang zum Gipfel der Großen Plaike. Gehzeit ab Sattel eine halbe Stunde.

    Der roten Markierung nach Osten folgend, gelangt man nach etwa einer Viertelstunde zum Heimkehrerkreuz, das auf einem Aussichtsplatz steht. Dann wendet sich die Route vom Kamm weg, man erreicht die malerische Ruine Lichtentann und wechselt bald danach auf einen Güterweg, später auf eine wenig befahrene Straße, um über Schellenberg – in älteren Karten Schöllenberg – nach Graben zurückzukehren. Gehzeit ab Heimkehrerkreuz 1¾ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/5./6.3.2008)

    Gesamtgehzeit 4¼ Stunden, Höhenunterschied rund 600 m. Kein Stützpunkt auf der ganzen Runde. ÖK25V Blatt 3204-Ost (Straßwalchen); alte Bundesamtskarte, Blatt 64 (Straßwalchen).
    • Das Salzburger Seenland mit dem Wallersee im Hintergrund.
      foto: österreich werbung / weinhaeupl w.

      Das Salzburger Seenland mit dem Wallersee im Hintergrund.

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