Urkunden aus der "physischen Isolation gerissen"

7. April 2008, 09:00
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Das Landesarchiv Vorarlberg hat 10.000 Urkunden online verfügbar gemacht - im Rahmen des Projekts "Monasterium"

Bregenz - Der Urkundenschatz des Vorarlberger Landesarchivs steht allen historisch Interessierten nun kostenlos im Internet zur Verfügung. Über die Homepage des Landesarchivs sind 23.000 originalgetreue Abbildungen der wertvollen Dokumente samt Inhaltsangaben abrufbar. Damit beteiligt sich das Landesarchiv an dem europaweiten St. Pöltner Kultur- und Wissenschaftsprojekt "Monasterium".

Rund 15 analoge Regallaufmeter bzw. 10.000 Urkunden seien nun digital verfügbar, von der ältesten Urkunde aus dem Bregenzer Kloster Mehrerau von 1139 bis zur jüngsten aus dem Jahr 1994, so Landesarchivar Alois Niederstätter bei der Präsentation des Projekts. Unabhängig von dem Projekt habe man zudem die Urkunden-Regeste, also die Inhaltsangaben und Beschreibungen, die während des 19. und 20. Jahrhunderts angelegt wurden, vereinheitlicht und ebenfalls digitalisiert. Diese Digitalisate wurden mit den Urkunden verknüpft.

Das Projekt

Der St. Pöltner Diözesanarchivar und "Monasterium"-Projektleiter Thomas Aigner erklärte, mit der Digitalisierung würde der Öffentlichkeit ein breiter Zugang zu den Archiven ermöglicht. Die Urkunden würden aus ihrer "physischen Isolation gerissen". "Monasterium" habe über die verstärkte Vernetzung auch eine neue Art der Zusammenarbeit von derzeit 50 Archiven aus ganz Mitteleuropa geschaffen. Derzeit seien rund 85.000 Urkunden online, darunter die Bestände der nieder- und oberösterreichischen Klöster. Als langfristiges Ziel habe man sich die digitale Erfassung von 300.000 Urkunden gesetzt.

Vorarlbergs Kultur-Landesrat und Landesstatthalter Markus Wallner sagte, er begrüße den Weg der Öffnung sehr. Die Nutzung der Archive, die früher hauptsächlich Gelehrten zur Verfügung standen, habe sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Die Archive seien nun Dienstleister und zugänglich für alle Bürger. Er sehe in dem Projekt auch einen Beitrag "im Sinne einer breiteren Bildung". Dass der "virtuelle Lesesaal" längst Realität sei, beweise auch die Tatsache, dass die Internetseite des Landesarchivs im vergangenen Jahr rund 600.000 Zugriffe verzeichnete. Die Teilnahme Vorarlbergs an "Monasterium" sei dank der finanziellen Beteiligung des Bildungsministeriums und der EU kostengünstig möglich gewesen. (APA)

  • Ein Urkundenbeispiel: Ablassbrief für die Kapelle in Silbertal 1332
    foto: landesarchiv vorarlberg

    Ein Urkundenbeispiel: Ablassbrief für die Kapelle in Silbertal 1332

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